ZEUGS: Fußball, Fluchen und noch mehr Fußball

Juli 14, 2010

So, dann wäre das auch geschafft. Viele der Links heute stammen von interessierten Lesern, die nicht aufgegeben haben, diesem Autor Fußball nahe bringen zu wollen. Dummerweise hat er aber das Endspiel geguckt – die zweite Hälfte immerhin – und weiß jetzt, wie der weltbeste Fußball wirklich aussieht. Es erinnert, nun, an Twilight.

  • Zu Fußball aus US-Sicht: Wobei der Vergleich ja ziemlich gemein ist:

    Twilight’s like soccer. They run around for 2 hours, nobody scores, and its billion fans insist you just don’t understand.

    Das Wortspiel beruht auf den verschiedenen Bedeutungen von to score, die sich jeder denken kann, der weiß, dass Bella erst im letzten Band gefedert aufwacht [JPG]. Die Schönste Germanin geht natürlich trotzdem ASAP in Eclipse.

  • Zu Fußball in den USA: Wie befremdlich für Amerikaner das Benehmen von professionellen Fußballspielern ist, sieht man an einem Artikel der New York Times. Die Zeitung sah sich genötigt, ihren staunenden Lesern zu erklären, dass Fußballspieler, die hinfallen, nicht immer wirklich gefault wurden:

    Much of the flopping, flailing and falling in soccer is little more than diving to the turf in an effort to dupe the referee. If successful, the diver could be awarded an unimpeded kick from the point of the infraction or, if it occurs in the penalty area in front of the goal, a penalty kick from 12 yards.

    Auf so eine Idee kommen anständige Menschen ja auch gar nicht erst.

  • Zu Fußball-Mannschaften als US-Sportteams, eine Entdeckung des interessierten Lesers MS. Der Eintrag für Deutschland lautet:

    The team is always made up of a combination of straight-laced leaders and absolute looney-tunes. It’s dysfunctional but seems to work.

    Immerhin müssen die Deutschen nicht Spott über ihre Frisuren ertragen wie die Japaner.

  • Zu American Football: Telepolis versuchte zwischendurch, die Schuld für die ganzen schlechten Fußballspiele auf die interessantere Sportart abzuwältzen:

    „Offense wins game, defense wins championship“. Über lange Jahre galt diese aus dem „American Football“ entlehnte Faustregel auch im Fußball, allemal bei Großereignissen wie der Fußball-WM.

    Der Unterschied ist natürlich die Sache mit dem ständigen torlosen Unentschieden, die es beim Football nicht gibt. Die Langeweile kommt beim Fußball von selbst, nicht aus dem Football.

  • Zu Fluchen im Fernsehen, um wenigstens einmal das Thema zu ändern: Die deutsche Presse hat mit einer erstaunlichen Begeisterung die Meldung aufgegriffen, dass das FCC vor einem Bundesberufungsgericht verloren hat: Fluchen im terrestrischen Fernsehen ist erlaubt [PDF]. Leider ist die Berichterstattung nicht durchgehend gelungen, daher verweisen wir hier auf die ausführliche Erklärung bei Ars Technica. Ohnehin sollte man sich nicht zu früh freuen, denn es gilt als sicher, dass die US-Regierung das Oberste Gericht anrufen wird. Sollten alle Stricke reißen, können die Amerikaner immer noch auf das britische Periodensystem des Fluchens ausweichen, gefunden von der interessierten Leserin SJ.
  • Zu Fluchen im Kino, wo die FCC (wie auf Satellit, DVD, im Kabel etc. pp. nichts zu sagen hat): Auf YouTube gibt es eine Zusammenstellung der 100 besten Beleidigungen [YouTube] im Filmen aller Zeiten. Natürlich kommt the Wizard of Oz vor, aber das wird sich der interessierte Leser schon gedacht haben.
  • Zurück zu Soccer: Der interessierte Leser MF weist auf einen Bericht in Slate-Magazin über die Geschichte von Fußball in den USA hin. Angeblich wäre es fast eine große Sportart geworden:

    In the 1920s, soccer—driven by wild economic growth, propelled by immigration, wrecked by a massive crash—might have been the most American sport of all.

    Die Aussage ist geradezu unpatriotisch.

  • Zu Baseball: Der interessierte Leser FH weist darauf hin, dass in diesem Jahr die Baseball-EM in Deutschland stattfindet – das hat doch jeder auf dem Radar, oder? Vom 23. Juli bis zum 1. August.
  • Zu US-Sportarten der Zukunft: Was kommt nach Football und Baseball? Glaubt man der New York Times, ist jousting (dt. „Lanzenstechen“) die nächste amerikanische Trendsportart. Ja, wie im Mittelalter. Natürlich wollen die Amis das aber auch wieder anders machen als auf den Ritterspielen, nämlich härter:

    The problem is that [Charlie] Andrews and [Shane] Adams joust in a style they call „full contact,“ which, while popular in North America, is considered by the rest of the world to be unnecessarily dangerous.

    Andrews gehört zum Stamm der Chukchansi und ist ein Ex-Navy Seal. Schön ist seine Beschreibung [YouTube], wie er beim Jousting fast getötet worden wäre, als die Lanze einmal an der Panzerung vorbei in seine Brust rammte — „That will get your attention.“ Das ist doch mal eine Sportart für echte Männer.

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