Archive for Mai, 2014

G wie Geldeinheit

Mai 27, 2014

Die Schönste Germanin ist dem Castle-Fieber verfallen. Nun ist dieser Autor eigentlich nicht für Krimis zu haben, schon allein wegen des fast völligen Fehlens von Zombies, Raumschiffen und psychopathischen KIs. Allerdings spielt Nathan Fillion die Hauptrolle, weswegen er sich einreden kann, sehr, sehr seltsame Folgen von Firefly zu gucken.

Wie auch immer – in einer Episode (deren Name sich dieser Autor leider nicht gemerkt hat) ging es um eine Geldzahlung in Höhe von twenty thousand G. Die Einheit mag etwas seltsam klingen – mehr nach Raumschiff und Beschleunigung und Blättern im Wind. Tatsächlich aber ist es die Abkürzung für grand – ein Slang-Begriff für eintausend Dollar.

Und damit hätten wir noch einen Grund, warum das metrische System solche Probleme in den USA hat – wer braucht schon Ks, wenn er Gs hat?

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ZEUGS: AIDS unter Schwarzen, der Tod der jüdischen Kultur und dicke Europäer

Mai 11, 2014

  • Zu USA Erklärt, nordkoreanische Ausgabe: Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hat beleuchtet das Leben in den USA. Die Zusammenfassung lautet:

    The U.S. is a living hell as elementary rights to existence are ruthlessly violated.

    Präsident Barack Obama kommt auch nicht wirklich gut weg.

  • Zu HIV in den USA: Während die Infektionsraten in Amerika zurückgehen, gibt es eine Ausnahme: junge schwarze Schwule.

    Despite comprising only 13 percent of the U.S. population — only 9 percent in Los Angeles — African-Americans account for 44 percent of new HIV infection nationwide.

    Der Bericht der LA Times geht auf mögliche Faktoren ein – schlechtere Bildung, Misstrauen gegenüber den Behörden, eine sehr in-sich geschlossene Gruppe, Vorbehalte gegen offene Diskussionen über die Krankheit und Vorurteile unter Schwarzen gegenüber Homosexuellen allgemein.

    „In the black community, we have a strange value,“ Jordan says. „It is easier for a mother to accept the fact that her son is in jail for killing two people than that he’s homosexual.“

    Die Zeitung zitiert eine Umfrage von General Social von vor sechs Jahren, der zufolge 72 Prozent der schwarzen Amerikaner Homosexualität „für immer falsch“ (always wrong) halten – eine Quote, die sich seit den 70er Jahren nicht verändert habe.

  • Zur Halbwertszeit von Skandalen: Junge Amerikaner interessieren sich offenbar gar nicht für Monica Lewinsky. Also, so überhaupt nicht. Wichtig, sollte Hillary Clinton tatsächlich 2016 nach der Präsidentschaft greifen.
  • Zu Hispanics in den USA, während wir bei Studien sind: Das Pew Institut hat eine großangelegte Untersuchung von Latinos in den USA vorgelegt. Unter anderem nimmt der Anteil an Katholiken immer weiter ab.

    [T]hese trends suggest that some religious polarization is taking place in the Hispanic community, with the shrinking majority of Hispanic Catholics holding the middle ground between two growing groups (evangelical Protestants and the unaffiliated) that are at opposite ends of the U.S. religious spectrum.

    Die evangelikalen Hispanics neigen deutlich stärker dazu, sich als Republikaner zu bezeichnen.

  • Zu Fernsehen in den USA: Was man immer schon irgendwie vermutet hat: Der durchschnittliche Amerikaner kann zwar 189 Kabelsender empfangen, guckt aber nur 17 davon. Nicht vergessen, die große Mehrheit der US-Bürger hat Kabelanschluss.
  • Zu Juden in den USA: Das Magazin Mosaic erklärt in einem langen und umfangreichen Essay die jüdische Kultur in den USA für tot. Nicht einmal in New York habe sie sich halten können, schreibt der Geschichtsprofessor James Loeffler von der Georgetown University:

    If the cause of Jewish culture cannot sustain a modest physical presence in New York City, the symbolic center of American Jewish life, then it would seem to have exhausted its raison d’être. Indeed, the time may have come to acknowledge the truth: the project of Jewish culture is dead.

    Der Text geht ausführlich auf die Geschichte der jüdischen Kultur in Europa und den USA ein.

  • Zu dicken Amerikanern: Wie erwartet holen die Europäer schnell auf.

    In almost all countries the proportion of overweight and obesity in males was projected to increase between 2010 and 2030 – to reach 75% in UK, 80% in Czech Republic, Spain and Poland, and 90% in Ireland, the highest level calculated.

    Die Reaktion auf Slashdot: Welcome to the club, Euro friends.

Wenn Englisch nicht mehr reicht: Umfragen zu Fußball in den USA

Mai 5, 2014

Die Waschbären müssen noch etwas warten, denn das Statistik-Blog FiveThirtyEight hat ein fantastisches Beispiel für die praktischen und unerwarteten Folgen der Mehrsprachigkeit in den USA geliefert. Noch besser ist natürlich, dass es in diesem Fall um Fußball geht, denn die Sportart erscheint erstaunlicherweise mehr interessierte Leser zu interessieren als Buffy oder Mass Effect. Die Welt ist schlecht.

Egal — in der Analyse geht es um eine Ipsos-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters, die sich mit dem Interesse der Amerikaner an der Fußball-WM befasst. Demnach haben doch sieben (in Zahlen: 7) Prozent der US-Bürger vor, sich ausführlicher mit der Sportveranstaltung zu befassen. Eine erschreckend hohe Zahl, wenn man diesen Autor fragt. Was für Eltern müssen diese Menschen haben?

Die Zahl ist Blödsinn, sagt FiveThirtyEight: Die Umfrage sei nur auf Englisch vorgenommen worden. Das sei ein methodischer Fehler.

You can’t get complete data on Americans’ interest in the World Cup unless you talk to people who speak languages other than English.

Es stellt sich heraus, dass insbesondere Hispanics noch so weit von ihren Ursprungsländern geprägt sind, dass sie trotz wesentlich interessanterer Alternativen immer noch Fußball mögen. Allein unter den Latinos in der englischen (!) Umfrage lag das Interesse bei 16 Prozent.

Ipsos hat leider keine spanische Version der Umfrage angeboten. Das ist seltsam, denn mehr als 20 Prozent [PDF] der Amerikaner sprechen inzwischen zu Hause kein English. Hier macht sich die jüngste Einwanderungswelle bemerkbar: Betrachtet man den Zeitraum von 1980 bis 2010, ist das eine Zunahme von 158 Prozent.

Schon wegen dieser Zahlen, so FiveThirtyEight, kann man Umfragen in den USA eigentlich nicht mehr nur auf Englisch führen. Denn es kommt noch schlimmer: Es gibt offenbar wichtige Unterschiede zwischen Hispanics, die English sprechen, und solche, die es nicht tun. Das Blog zitiert den Meinungsforscher David Dutwin:

Hispanics interviewed in Spanish are generally half as likely to own a home, half as likely to be single, nearly half as likely to be employed full time; 1.5x more likely to be a parent (and they are older); four times more likely to have never graduated high school (near 50 percent!), slightly more independent and slightly less Democratic (independent here almost certainly meaning, unaffiliated and nonpolitical); half as likely to be registered to vote; and 1.5x more Catholic; than Hispanics whose surveys are done in English.

Diese Faktoren sollen mit dafür verantwortlich sein, dass Meinungsforscher bei den Wahlen 2010 und 2012 die Unterstützung für die Demokraten unterschätzten. Inzwischen haben viele Institute dazugelernt und führen auch Umfragen auf Spanisch durch. Das kostet natürlich mehr.

Leider konnte dieser Autor keine Zahlen zu den ähnlichen Problemen finden, die es eigentlich bei Umfragen in Deutschland mit Türkisch geben müsste. Allerdings dürfte sich hier das Interesse an Fußball nicht von dem der Mehrheit im Land unterscheiden …