Wenn Amerikaner auf ihr Schiff warten

März 22, 2014

Wer den umfassenden Bericht der New York Times zu den jüngsten Erkenntnissen zum Urknall gelesen hat, dem wird vielleicht eine ungewöhnliche Formulierung aufgefallen sein:

On Monday, Dr. [Alan] Guth’s starship came in.

Das ist offensichtlich nicht wörtlich zu nehmen, denn ein Raumschiff ist nicht gelandet. Vermutlich besitzt Guth auch keins, denn er ist Physiker. Und warum heißt es came in und nicht landed, wie es normalerweise bei Raumschiffen heißt? Abgesehen davon, was soll das überhaupt bedeuten?

Wer anlässlich des Veronica MarsKinofilms die Serie nochmal geguckt hat, ist jetzt klar im Vorteil. Denn in der Folge „Ain’t No Magic Mountain High Enough“ der zweiten Staffel sagt eine Lehrerin:

One of these days, my ship is going to come in and I will not have to deal with this nonsense.

Das mit dem Rauschiff ist also ein Witz. Eigentlich get es um normale Schiffe, und come in heißt „in den Hafen einlaufen“.

Genauer gesagt geht es um Handelsschiffe, deren Ladung gelöscht wird und die Besitzer auf einen Schlag so reicht macht, dass sie ihre normalen Jobs kündigen können und sich (zum Beispiel) nicht mehr mit rotznäsigen Schülern herumschlagen müssen.

(Eine modernere Formulierung würde vermutlich den Begriff fuck you money verwenden. Aber wir hatten schon gesehen, dass Veronica Mars wie Shakespeare mit derber Sprache umgeht.)

Es gibt einen Sonderfall: Man heißt Bob Dylan. Dann geht es bei dem Schiff nicht um den eigenen Reichtum, sondern um soziale Gerechtigkeit:

Then they’ll raise their hands
Sayin’ we’ll meet all your demands
But we’ll shout from the bow your days are numbered
And like Pharoah’s tribe
They’ll be drownded in the tide
And like Goliath, they’ll be conquered

Damit hätten wir es geschafft, uns vom Urknall zur Dreigroschenoper zu hangeln. Das reicht für ein Wochenende: Dieser Autor geht jetzt bei Diablo 3 Zombies mit Meteoren töten. Das knallt auch [YouTube].

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