ZEUGS: Ein Lexikon des NSA-Sprechs, Indianer im Internet und bewaffnete Mütter

August 16, 2013

Die sommerliche Bausaison im Hause Stevenson nähert sich ihrem Ende, und in der Zwischenzeit sind einige Links aufgelaufen.

  • Zum NSA: Das Magazin Slate hat ein Lexikon zusammengetragen mit der manchmal etwas kuriosen Bedeutung von normalen englischen Wörtern im Sprachgebrauch des Geheimdienstes.

    One of the NSA’s foundational documents states that „collection“ occurs not when the government acquires information but when the government „selects“ or „tasks“ that information for „subsequent processing.“

    Die „Sammlung“ von Daten ist nach der NSA-Terminologie also nicht die „Sammlung“ von Daten, wie sie sich normale Amerikaner vorstellen. Unser oben verlinkte Artikel zum NSA von 2006 liest sich übrigens heute wunderbar naiv.

  • Zur Staatsbürgerschaft: Verschärfte Steuer-Meldepflichten für Amerikaner im Ausland haben zu einer Versechsfachung bei der Aufgabe von US-Staatsbürgerschaften geführt. Im konservativen Blog InstaPundit wird dies als eine Variante des going Galt bezeichnet. Die USA sind die einzige Industrienation, die ihre Bürger auch im Ausland zur Kasse bittet, zumindest wenn ihr Einkommen eine gewisse Schwelle überschreitet.
  • Zu Indianern: Die Navajo haben jetzt Internet-Zugang durch ein Datenzentrum, das mehrheitlich ihrer Regierung gehört. Oder wie der Navajo-Präsident Ben Shelly es formuliert [PDF]:

    We are a technology nation just as much as we are an energy nation.

    Das Projekt geht auf einen Besuch von Präsident Bill Clinton im Jahr 2000 zurück. Dieser traf die 13-jährige Myra Jodie, die zwar bei einem Preisausschreiben einen iMac gewonnen hatte, aber keine Möglichkeit hatte, ihn ans Internet anzuschließen. Zum Teil mussten Navajo bislang zum Teil 30 Meilen bis zum nächsten Zugangspunkt fahren. Das Projekt war innerhalb des Stammes umstritten — outside our wheelhouse, nicht unser Ding, wie Sidney Bob Dietz II es formulierte, der Direktoriums-Vorsitzende des Navajo-Versorgers NTUA.

  • Zu Waffen: Die Gruppe Armed Citizen Project (ACP) will zu ihrem „National Empowerment Day“ jährlich 500 alleinstehende Mütter an Schusswaffen ausbilden.

    There exists a subtle misogyny used in the messaging of anti-gun groups, keeping women dependent on others to provide their protection, when our nation’s constitution makes clear they have the right to provide this protection for themselves.

    Zusammengefasst der Absatz: Waffengegner sind tendenziell frauenfeindlich, weil sie Frauen in einer Abhängigkeit von Männern halten, wenn es um ihren Schutz geht. Das Argument wird wiederholt aufgeführt. Der Tag sollte am 10. August stattfinden, zum Ablauf hat dieser Autor nichts gefunden. Das ACP hat sich zum Ziel gesetzt, Bürger in Gegenden mit hoher Kriminalität zu bewaffnen, insbesondere Frauen.

  • Zum Selbstbild: Das Skeptiker-Wirtschaftsblog Zero Hedge führt zehn Dinge auf, die Amerikaner angeblich nicht über Amerika wissen.

    Americans tend to assume that the rest of the world either loves us or hates us (…). The fact is, most people feel neither. Most people don’t think much about us.

    Das muss der deutschen Presse allerdings entgangen sein, die scheinbar nicht genug von Nachrichten aus den USA bekommen kann.

  • Zu dicken Amerikanern: Verdammt, die USA fallen wieder zurück: Selbst der durchschnittliche Mexikaner ist inzwischen fetter als sein Gegenstück in den USA. Wenigstens hält American Samoa noch die weltweite Spitze, immerhin ein US-Territorium.
  • Zum Bürgerkrieg: SPON schreibt auf Deutsch über den ersten Kampf zwischen Panzerschiffen der Geschichte, zwischen der USS „Monitor“ und der CSS „Virginia“. Letztere ist in den USA auch unter dem alten Namen „Merrimack“ bekannt. Die Battle of Hampton Road war der blutigste Tag in der Geschichte der US-Marine bis zum japanischen Überfall auf Pearl Harbor. Der Geschützturm der „Monitor“ wurde inzwischen gehoben.
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