ZEUGS: Moderne Shakespeare-Schweinereien, britisches PHP und fragwürdige Rugby-Filme

November 17, 2011

Das Arbeitszimmer macht Fortschritte, was im Moment allerdings nur heißt, dass man im Keller vor lauter Holz keine Katze herumwirbeln kann. Oder wie man das übersetzen will.

  • Zu Schweinereien bei Shakespeare: Das Stück mit dem bekanntlich zweideutigen Titel Much Ado About Nothing wird von keinem anderen als dem Buffy-Schöpfer Joss Whedon neu verfilmt (trockener Hinweis auf der Website: Based on a play). In einem Interview spricht Whedon über seine moderne Umsetzung:

    It’s not about the hymen so much as it is about, uh … the human. The human, not the hymen!

    Auch den Witz kann man nicht übersetzen. Auf eine Whedon-Verfilmung von Hamlet müssen wir wohl noch warten.

  • Zu Waffengesetzen: Der interessierte Leser KV verweist auf eine Argumentationsschrift mit dem Titel Why liberals should love the Second Amendment.

    It is not the right to hunt. It is not the right to shoot at soda cans in an empty field. It is not even the right to shoot at a home invader in the middle of the night. It is the right of revolution.

    Im Text werden die einzelne Abschnitte des Bill of Rights einbezogen. Zur großen Freude dieses Autors wird dabei auch sein Lieblings-Verfassungszusatz erwähnt, der arme Third Amendment, der sonst immer kaltherzig übergangen und brutal vernachlässigt wird.

  • Zu den Marines, während wir bei Soldaten sind: Die haben jüngst das 236. Jahr ihres Bestehens gefeiert. Link verweist auch auf das offizielle Geburtstagsvideo. Das komische Flugzeug auf dem Titelbild, für die, die es noch nicht kennen, ist ein V-22 Osprey. Angeblich sollen die so aussehen.
  • Zu American Football: Der interessierte Leser LP hat versucht, mit einem zweideutigen Video [YouTube, grenzwertig NSFW] diesen Autor von den Vorzügen des Rugby zu überzeugen. Hat nicht wirklich geklappt, aber die vorgestellten, äh, Vokabeln werden wohl im Gedächtnis bleiben.
  • Zu Acme: Es gibt auch eine Verbindung zu Buffy, aber das beweist nur, dass Perl eine sehr seltsame Computersprache ist.
  • Zu britischem Englisch in der Informatik: Einigen Leuten ist PHP viel zu amerikanisch, weswegen an einer britischen Variante gearbeitet wird:

    To begin with, the current system has no place for class hierarchy and this is unacceptable. So we shall begin by giving classes specific levels — upper, middle, working — and no class can access the methods of one of a higher level without the explicit permission of the higher order class

    Natürlich ist auch Hello, world viel zu informell.

  • Zu Religion und Gesellschaft: Einer Umfrage zufolge geben die meisten Amerikaner an, einen Atheisten gar nicht gerne als Präsident haben zu wollen:

    When asked about specific religious faiths and the presidency, 29 percent of Americans would be uncomfortable with an evangelical Christian in the job, 53 percent would be uncomfortable with a Mormon, 64 percent with a Muslim, and 67 percent would be uncomfortable with an atheist as president.

    Wobei wir gesehen haben, dass zwischen „sagen“ und „glauben“ ein gewisser Unterschied bestehen kann.

  • Zu Mormonen, weil der Begriff gefallen ist: Wer in den vergangenen Monaten in den USA war, wird vielleicht den groß angelegten Werbefeldzug der Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints mitbekommen haben, die in Fernsehen und auf Plakaten läuft. Eine ähnliche Kampagne in Deutschland ist diesem Autor nicht bekannt.
  • Zu Katastrophen-Vorbeugung: Die New York Times berichtet über generator envy nach den jüngsten Stürmen:

    „The funny thing is, the new owners, who are from out of the country, didn’t understand what needing a generator was all about,“ Mr. DiBiase said. „Then we had the hurricane, and they were without power for four days. They really saw the value in their generator.“

    So etwas will dieser Autor auch, aber erstmal gibt es nur eine Flachdübelfräse. Selbst da guckt die Schönste Germanin kritisch.

  • Zu Halloween: Bilder von Kostümen aus den Jahren 1875 bis 1955. Dieser Autor findet das schauriger als was heute auf den Straßen herumläuft.

  • Zu Pocahontas: Möglicherweise sind die Überreste der Kirche gefunden worden, in der die Hochzeit stattfand.

    „I’m standing where Pocahontas stood,“ Mr. Kelso said, gesturing to the earth at his feet. „I can almost guarantee you that.“

    Der Ort war lange unter Erdwällen aus dem Bürgerkrieg begraben.

  • Zum asiatisch-amerikanischen Kulturaustausch: Die berühmte Landung in der Hocke, die The Matrix von Ghost in the Shell geklaut hat, findet sich auch am Ende des Werbespots zu Portal 2 [YouTube]. Alles im Dienste der Wissenschaft, versteht sich.

Und schließlich, weil es bald wieder so weit ist und der Fehler schon wieder auftaucht: Thanksgiving ist nicht Erntedank. Ehrlich.

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