ZEUGS: Zu viele Leerzeichen, niedliche Sturmgewehre und das Ende aller Anrufe

Juli 3, 2011

Kaum hat dieser Autor erklärt, dass seine digitale Entwicklung bei Blogs stehengeblieben ist, bringt Google sein soziales Netzwerk-Dingens names Google+ heraus (die Funktionen erklärt xkcd). Und sofort haben einige interessierte Leser bemerkt, dass dort ein Scot Stevenson zu finden ist.

Daher ein Nachtrag: Wie bei Twitter wird dieser Autor bei Google+ erstmal nur Links zu den Einträgen dieses Blogs setzen, zumindest wenn es um „public“-Messages geht. Auch werden dabei Kommentare ausgeschaltet bleiben, aus den gleichen Gründen wie hier.

Und sonst morgen noch einen schönen 4. Juli.

  • Zu Anführungsstrichen: Der interessierte Leser A weist zurecht darauf hin, dass der Unterschied zwischen Briten und Amerikaner in der Praxis ziemlich schnurz ist, weil er nur bei kleinen Zitat-Stückchen vorkommt und dann auch eher bei Sachtexten als Romanen. Und ohnehin gilt das Stilhandbuch der jeweiligen Veröffentlichung.
  • Zu doppelten Leerzeichen, wenn wir beim Kleinkram der Zeichensetzung sind: Dem interessierten Leser wird aufgefallen sein, dass einige Leute im Internet zwei Leerzeichen nach einem Punkt machen, ein Relikt des Schreibmaschinen-Zeitalters (der Kenner denkt hier an den joinspaces-Befehl von vim). Das gilt unter Angelsachsen inzwischen als veraltet:

    The Chicago Manual of Style, the AP Stylebook, and the Modern Language Association all recommend using one space after a period at the end of a sentence.

    Auch hier kochen schon mal die Emotionen hoch. Es sind halt die wichtigen Dinge im Leben:

    „When I see two spaces I shake my head and I go, Aye yay yay,“ she told me. „I talk about ‚type crimes‘ often, and in terms of what you can do wrong, this one deserves life imprisonment.“

    In diesem Slate-Bericht werden PR-Agenturen als besonders ahnungslos beschrieben.

  • Zu The Once and Future King: Der interessierte Leser D weist darauf hin, dass das Buch die Grundlage für den Disney-Film The Sword in the Stone war. Der deutsche Titel lautet Die Hexe und der Zauberer, warum auch immer.
  • Zum asiatisch-amerikanischen Kulturaustausch: Was bekommt man, wenn man den japanischen kawaii-Kulturimperialismus mit den amerikanischen Waffengesetzen verbindet? Ein Hello-Kitty-Sturmgewehr. In rosa.
  • Zum Wizard of Oz: Ein Beispiel für einen politischen Kommentar über das Vorgehen der Polizei. Würde auch mit Rotkäppchen funktionieren.
  • Zum angelsächsischen Komatrinken: Die schlechten Sitten der Amerikaner Briten greifen inzwischen auf die Italiener über. Die Regierung in Rom ist besorgt:

    Many people come back from London or Ireland and they also keep a part of that culture. They meet together and to have, why not, a different evening. Many years ago it was absolutely not seen in Italy and now it’s a rule.

    Vielleicht müssen die Italiener einfach mehr Buffy gucken.

  • Zu den verschiedenen Spocks: In der Fringe-Folge „Concentrate and Ask Again“ gibt es eine Anspielung auf die Namensgleichheit: Im Bücherregal von William Bell, gespielt von Leonard Nimoy, findet sich eine Ausgabe von Baby and Child Care. Zudem steht da Gödel, Escher, Bach von Douglas Hofstadter, das jeder Geek einmal gelesen haben muss. Das Buch, das in der Folge aber wirklich wichtig ist, hat einen deutschen Titel: Die ersten Menschen. Wer Fringe noch nicht gesehen hat, weiß jetzt, was er den Sommer noch zu tun hat.
  • Zu Telefon-Anrufen, bei denen die New York Times einen Trend entdeckt haben will: Angeblich gilt es zunehmend als unhöflich, Leute anzurufen:

    In the last five years, full-fledged adults have seemingly given up the telephone — land line, mobile, voice mail and all. According to Nielsen Media, even on cellphones, voice spending has been trending downward, with text spending expected to surpass it within three years.

    Wenn Journalisten von Trends berichten, muss man bekanntlich vorsichtig sein, aber hier wird immerhin eine Studie zitiert. Dieser Autor könnte die Entwicklung nur begrüßen, denn er hasst Anrufe, weil sie immer irgendwas unterbrechen. Außer natürlich die von der Schönsten Germanin.

[Korrigiert 04. Juli 2011: Tippfehler bei „Nimoy“, zuerst gesehen von RW, vielen Dank]

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