Warum Amerikaner bei deutschen Schildern ständig albern kichern

April 13, 2011

There are road signs all over that say „Ausfahrt“ — it doesn’t seem so bad until you try to pronounce it, then it becomes pretty damn funny. […] We Americans laughed so hard we started crying.

— Stacey Welu, „Ausfahrt“

Die Andere Amerikanerin im Dorf war jüngst zu Besuch — ihr Kind Nummer Eins ist die beste Freundin von Stevenson-Kind Nummer Zwei. Dabei kam das Gespräch irgendwie auf Amerikaner, die Deutsch lernen, und damit unweigerlich auf deutsche Hinweisschilder.

Kicher, kicher, kicher machte es dann, oder genauer, snicker, snicker, snicker.

Eigentlich ist es nur eine Kleinigkeit, aber da es immer wieder passiert, sollten wir die anwesenden Deutschen vielleicht einweihen. Auch wenn der Witz ehrlich gesagt ziemlich schlecht und eigentlich eher albern ist.

Der Hintergrund ist die phonetische Ähnlichkeit des deutschen Wortes „Fahrt“ mit dem englischen to fart — furzen. Das ist nur ein Mundzucken wert, bis der Angelsachse zum ersten Mal in Deutschland unterwegs ist und sein erstes Schild mit der Aufschrift

Ausfahrt

sieht. Prust! — OMG did you see that sign? Spätestens bei

Einfahrt

sollte man dem Gast die Milch wegnehmen. Ganz vorbei ist es schließlich bei

Ausfahrt freihalten

Was natürlich nicht hilft, ist dass a) solche Schilder überall zu sehen sind, ohne dass irgendein Deutscher sich bewusst zu sein scheint, was dort steht, und b) — nichts für Ungut — der Germane an sich auf Angelsachsen stellenweise unangebracht humorfrei wirkt. Und dann so was!

Was uns zu der Empfehlung dieses Autors bringt, wie man mit derartig kichernden Amerikanern, Briten, Kanadiern oder Australiern umgeht: Lächeln und etwas in der Art sagen wie you should see French signs. Wer ernst, verwirrt oder gar beleidigt guckt macht alles wegen Punkt B oben nur noch schlimmer. Lässt man die Leute etwas vor sich hin gackern, vergeht der Anfall von selbst. Weswegen man auch überlegen kann, gleich die nächsten Schritte mitzunehmen: „Durchfahrt verboten“ und natürlich „jemanden die Vorfahrt nehmen“.

Am Ende ist es ein normaler Schritt beim Spracherwerb, das Gegenstück zu den ganzen Witzen von Deutschen über die Neigung von Angelsachsen, sich zum Geburtstag zu vergiften — kicher, kicher, kicher.

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