ZEUGS: Kanadisches Thanksgiving, noch frühere Indianer und iPad-Farben

April 2, 2011

Da wir in diesem Blog gelegentlich böse Bemerkungen über die Briten machen, mal zur Abwechslung etwas Lob: Dieser Autor hatte die Gelegenheit, den Pilotfilm der britischen Serie Being Human mit dem des amerikanischen Remakes zu vergleichen. Das Original ist so dermaßen viel besser, dass es fast peinlich ist — insbesondere scheint den Amerikanern der Humor abhanden gekommen zu sein. Dieser Autor würde das auf den Einfluss der spaßfreien Twilight-Vampire zurückführen, aber dann schlägt ihn die Schönste Germanin.

Bevor es nun nach draußen geht, um Saturn zu betrachten, einige Notizen:

  • Zu Thanksgiving: Die Einleitung bedeutet aber nicht, dass wir auch noch nett zu Kanadiern sein müssen. Für ein gutes Beispiel des gegenseitigen Neckens der Nordamerikaner sei die Serie How I Met Your Mother genannt, durch die sich die Familie Stevenson gerade durchfrisst. In der Folge „Slapsgiving“ erklärt die kanadische Figur Robin ihren New Yorker Freunden die nördliche Version von Thanksgiving:

    Canadian Thanksgiving celebrates explorer [Sir] Martin Frobisher’s valiant yet ultimately unsuccessful attempt to find the Northwest Passage.

    Tatsächlich ist die ganze Sache noch abgedrehter, weswegen man Verständnis für die Frage von Neil Patrick Harris bekommt, die sich US-Bürger ohnehin seit mehr als 200 Jahren stellen: Why are you guys even a country? Fairerweise muss man sagen, dass die Autoren von HIMYM auch jede Menge Seitenhiebe aus kanadischer Sicht über die USA einbauen. Die sind natürlich nur halb so witzig.

  • Zu Verschwörungstheorien, weil wir Humor erwähnt haben: Der interessierte Leser CB schickt folgenden Witz zum Fall JFK:

    Q: How do you know that the CIA couldn’t have been behind the assassination of Kennedy?

    A: Well — he is dead, isn’t he?

    Lässt sich auch für den 11. September 2011 anwenden.

  • Zu Verschwörungstheorien, nochmal: Der interessierte Leser FM fragt, warum die Illuminati nicht auf der Liste geführt werden. Fnord. Die Antwort ist einfach: Es sind Verschwörungstheorien. Fnord. Echte Verschwörungen sind nicht aufgeführt.
  • Zur Entdeckung Amerikas: io9 stellt die gängigsten Theorien (und einige ziemlich ausgefallene) zusammen. Unter anderem wird darauf eingegangen, was alles in der Neuen Welt an Tieren, Pflanzen und Rohstoffen fehlte, sowie welche Rolle Rassismus bei den alternativen Theorien spielte.
  • Zu Indianern, nochmal: Offenbar waren die ersten Indianer, die Clovis-Kultur, doch nicht die ersten: Neuen Ausgrabungen zufolge ist Nordamerika schon vor bis zu 15.500 Jahren besiedelt worden.
  • Zu Schweinelatein: Google gab gestern (also, nochmal, gestern) bekannt, dass seine Stimmsuche auch pig latin kann:

    Our Pig Latin Voice Search is even more fun than our other languages, because when you speak in Pig Latin, our speech recognizer not only recognizes your piggy speech but also translates it automagically to normal English and does a Google search.

    Die Leute vom Language Log behaupten, dass es trotz des auffälligen Datums tatsächlich funktioniert. Wenn wir dabei sind: Die Hauptsuchmaschine von Google unterstützt jetzt auch Cherokee.

  • Zum Bürgerkrieg: Nochmal die Erinnerung an das wunderbare Kriegsblog der New York Times. Zuletzt ging es um die politischen Folgen der Volkszählung von 1860, bei der klar wurde, wie viel stärker die Bevölkerung in den Nordstaaten wuchs.
  • Zum Zweiten Weltkrieg, wenn wir bei Geschichte sind: Das Blog StrategyPage hat US-Farbfilme von Flugzeugträgern [Video] aus dem Pazifikkrieg ausgegraben. Die Tonspur ist dabei, äh, nicht aus einer neutralen Perspektive. Noch auffälliger ist allerdings, dass sich die „Farbe“ auf die Aufnahmetechnik beschränkt, um einen fürchterlich schlechten Witz einzubauen: Im ganzen Film scheint kein einziger Schwarzer aufzutauchen (und Soldatinnen ohnehin nicht). Die Dinge haben sich seitdem ein wenig geändert [YouTube].
  • Zu Farbproblemen beim iPad-Kauf: Der interessierte Leser MLJ weist auf einen Bericht in The Register hin, in dem die Farbkombinationen bei einem weißen iPad 2 und einem roten „Smart Cover“ (offenbar der deutsche Fachbegriff) zu Schwierigkeiten führt, über die sich Deutsche keine Gedanken machen:

    [T]o my horror, the back of the iPad 2 is gray brushed aluminum with a black apple and black sensors, and when you take it all in, that makes it an Ohio State BuckeyePad, Penn State’s arch rival.

    Genaueres zur Farbgebung bei den Buckeyes findet man auf ihrer Website. Die Familie Stevenson hat sich nach langer Diskussion für ein schwarzes Gerät mit grauem Cover entschieden. Wer das für neutral hält, sollte sich vielleicht nochmal Star Wars anschauen — aber nichts der Schönsten Germanin sagen.

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