ZEUGS: Harry Potter spricht „Amerikanisch“ und Pearl Harbor Day

Dezember 6, 2010

Der Wasserschaden ist behoben. Während der Reparaturen war dieser Autor nicht ganz weg von der Tastatur, sondern hat (nach jahrelangem Drängen diverser interessierter Leser) ein Impressum verfasst. Auch der neue Spaß mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) wird dort abgehandelt. Als „informatives Impressum“ ist es hoffentlich etwas mehr als nur eine Fingerübung für die Bürokratie.

  • Zu Weihnachten, jetzt schon ein wichtiges Thema im Hause Stevenson: Norad ist wieder online, bislang nur mit einem Countdown für den Abflug von Santa Claus. Es muss den Mann geben, sonst wäre er nicht im Internet!
  • Zu plain English: Das Stilhandbuch Strunk and White verleitet viele Leute zum Besserwissertum. Daher haben sich andere Leute einen Alternativ-Titel ausgedacht.
  • Zu Aussprachen: Der vorherige Link stammt aus dem Language Log, wo es auch ein wunderbares Video von den Versuchen der (britischen) Harry-Potter-Schauspieler gibt, einen amerikanischen Akzent nachzumachen. Den Ausruf boo-yah! wird der interessierte Leser als Freudenschrei von Louis in Left 4 Dead kennen. Die Diskussion zu dem Video im Blog ist etwas technisch:

    [R]upert Grint goes overboard with his pronunciation of „mozzarella sticks“ as „mozzareller sticks.“ That’s a hyper-rhotic extension of „intrusive /r/,“ since the inserted /r/ is followed by a consonant rather than a vowel as in „law[r] and order“ or „draw[r]ing.“

    Briten tun dem „r“ bekanntlich schreckliche Dinge an. Wer so etwas mag, wird auch Gefallen an einer längeren Diskussion in dem Blog zu dem selben Thema finden. Die Zusammenfassung: So einfach ist das selbst für Profis nicht.

  • Zu plain Englisch, nochmal: Der Discover Blog betont die Bedeutung von klarer, verständlicher Sprache im Wissenschaftsjournalismus.

    I write about the shapes of living things but not the morphology of organisms. I don’t delineate my cognitive processes for maximal accessibility, but I try to speak my thoughts as clearly as possible. I rarely elucidate, often explain.

    Wobei diesem Autor dieses Zitat noch wertvoller erscheint (Hervorhebung im Original):

    Here is another thing to remember every time you sit down at the keyboard: a little sign that says, „Nobody has to read this crap“.

    Immerhin sind die interessierten Leser bis hierhin gekommen.

  • Zu Wetter in den USA: Der Grund, warum man nicht in Montana leben will, lautet: Aliens [Foto]. Über die werden wir am Ende dieses Eintrags wieder sprechen müssen.
  • Zu Untoten: io9 hat ein längeres Essay über die Geschichte von Zombies in den USA mit einer hilfreichen Grafik [JPG] zu der Entwicklung des Genres im Verhältnis zu politischen Krisen. Dazu passt nebenbei ein Verweis auf einen Artikel in dem ur-amerikanischen „Wie funktioniert was“-Magazin Popular Mechanics über Kopftreffer bei Zombies. Boo-yah!

    Dr. Steven Schlozman has written extensively about the brain function of undead zombies […]. He’s co-director of Medical Student Education in Psychiatry at Harvard Medical School and, much more importantly, on the advisory board of the Zombie Research Society.

    Dieser Autor hat absolut an der falschen Uni studiert.

  • Zum Bürgerkrieg, während wir bei Gewalt sind: Stefan Sasse nimmt sich in seinem Geschichtsblog des Krieges an, mit Bildern, die wir hier ja nicht haben.
  • Zum Krieg gegen Japan: Morgen (Dienstag) ist bekanntlich der Jahrestag des Überfalls auf Pearl Harbor [YouTube] (auch zu haben als moderne Kino-Version [YouTube, Angriff nach 35 Sek.]). Da wir aber für ein deutsches Publikum schreiben, schauen wir uns lieber amerikanische Karten von 1942 zur erwarteten deutschen Invasion der USA an. Deutsche Bomben auf Detroit!
  • Zum Krieg gegen Japan, nochmal: Oft wird der japanische Admiral Isoroku Yamamoto als einsame Stimme beschrieben, der vor einem Angriff auf die USA gewarnt habe. Das macht sich vom Erzählerischen her wunderbar — Kassandra-Figur, etc — aber in Wirklichkeit war er nicht allein. Die japanische Denkfabrik Soryokusen Kenkyujo (eng. Total War Research Institute) warnte ebenfalls vor einem Angriff. Und auch General-Leutnant Kanji Ishihara, eine zentrale Figur bei dem Mukden-Zwischenfall, hielt das für eine blöde Idee:

    It’s a contest, isn’t it, between Japan, which is going to buy 10,000 yen worth of things when it has only 1,000 yen in its wallet, and the United States, which is going to buy 10,000 yen worth of things when it has 1,000,000 yen in its wallet. You might not notice it while buying this for 100 yen or that for 200 yen, but after a while you quickly find you’re ruined.

    Ishihara hatte zu diesem Zeitpunkt leider nichts mehr zu sagen.

  • Zum bevorstehenden Einmarsch der Außerirdischen, wenn wir schon so viele Kriege haben: Ein Video-Beitrag, gefunden von io9, über den Krieg der USA gegen die Aliens (An important update on the secret alien war in America). Dieser Autor wird ausdrücklich keine Fragen zu der „Schattenregierung der USA“ beantworten, und erst recht nicht zu den Schuhen des Papstes.
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