Wenn Angelsachsen mit Büchern werfen

Oktober 20, 2010

US-Präsident Barack Obama ist bei einem Auftritt mit einem Buch [YouTube] beworfen worden. In den deutschen Medien fand das nicht viel Beachtung, wohl unter anderem weil hierzulande der Symbolgehalt fehlt: to throw the book at somebody bedeutet, ihn so hart wie möglich zu bestrafen oder auch alle möglichen Anklagepunkte gegen ihn aufzuführen.

Buffy-Fans wissen das natürlich. In der Folge „Who are You“ ist Buffy in Faiths Körper gefangen. Dummerweise weiß das niemand. Noch blöder: Faith wird wegen Mordes gesucht und soll zum Wächterrat nach England gebracht werden.

Willow: I hope they throw the book at her.
Giles: I’m not sure there is a book for this.
Willow: They could throw other things.

Die Übersetzer haben diesmal das Problem gut gelöst, auch wenn Giles‘ nachdenkliche Bemerkung zu den Grenzen der Justiz in einen Tadel umgewandelt wurde:

Willow: Die müssten ihr die Vorschriften um die Ohren hauen.
Giles: Na, dazu sind Vorschriften wohl nicht da.
Willow: Dann sollen sie einfach so zuhauen.

Zurück zu Obama: In diesem Fall handelte es sich offenbar nicht um einen Protestakt, sondern um den Versuch des Autors, für das Buch Werbung zu machen. Wir können davon ausgehen, dass die Beamten vom Secret Service gerade E-Book-Fans geworden sind.

%d Bloggern gefällt das: