ZEUGS: Aliens in Arsen, America’s Army und energetische Engländer

März 18, 2010

So ist das 21. Jahrhundert: Wenn die Menschen wieder gesund sind, werden die Computer krank. Am Samstagabend – wann sonst – gab der Ubuntu-Server der Familie eine Warnung der SMART-Überwachung weiter, dass zwei (in Zahlen: 2) der drei Festplatten im RAID-5-Verbund unglücklich seien und bitte vom Dienst entbunden werden möchten.

(Für die Leute, denen die Bedeutung des letzten Satzes verborgen bleibt: Ein Redundant Array of Inexpensive Disks der Klasse 5 kann den Ausfall einer Platte ohne Datenverlust verkraften, aber den Ausfall von zwei Platten nicht mehr.)

Das ist schrecklich unfair, denn es wurden bewusst Platten von verschiedenen Herstellern gewählt und das RAID hat zwei (in Zahlen: 2) eigene Lüfter, die nachweislich ausreichend kühlen. Nun weiß dieser Autor Dank des wunderbaren Linux RAID Wiki sehr viel mehr über den Austausch von RAID-Platten mit mdadm. Und wie man einen hot spare einrichtet.

Kurzer Sinn der längeren Rede: Es gibt erstmal wieder nur einen ZEUGS-Eintrag und einen kurzen noch dazu.

  • Zu Außerirdischen: Es bewahrheitet sich der Spruch aus Monsters vs. Aliens: Die Außerirdischen landen und leben (vielleicht) in den USA. Wir werden dieses Thema eng begleiten, um rechtzeitig CDs mit dem Lied „Puberty Love“ [YouTube] verteilen zu können.
  • Zur Meinungsfreiheit gegenüber Politikern: Die konservative Bloggerin Cynthia Yockey argumentiert in ihrem Stück Why ridicule is Obama’s Kryptonite für Spott als legitime politische Waffe gegen einen Präsidenten wie Barack Obama, der von einer — wie sie es sieht — quasi-religiösen Massenbewegung ins Amt getragen wurde:

    [W]e must ridicule, mock, shame, belittle, parody, satirize and lampoon him in every way until he is the global and historic laughingstock that he deserves to be.

    Umgekehrt führt sie die Probleme der Republikaner zum Teil auf eine ähnliche Strategie der Linken insbesondere gegen George W. Bush zurück. Man beachte die sorgfältige Differenzierung zwischen grünem und goldenem Kryptonit, die in solchen Debatten immer eingehalten werden sollte.

  • Zu den Indianern: Die Kika-Serie Yakari führt im Moment zum Streit zwischen diesem Autor und Kind Nummer Eins, denn der öffentlich-rechtliche Sender beharrt trotz seines Bildungsauftrags darauf, die Sioux „Sieh-ucks“ auszusprechen. Richtig ist natürlich „Ssuh“, denn das ist ein französisches Wort, offensichtlich. Die Ironie? Yakari ist eine französische Serie. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf eine Liste der häufigsten Indianer-Nachnamen. An der ersten Stelle steht:

    Smith

    Gut, das ist vielleicht nicht der Name, den man nach den ganzen Hollywood-Filmen erwarten würde. Die restliche Liste ist auch nicht wirklich exotisch:

    With the exception of two Navajo names (Begay, Yazzie) and a Lumbee name (Locklear), Indians have roughly the same last names as everyone else. There are no Soaring Eagles or Dances with Wolves in the top 20.

    Der Autor des Blogs „Newspaper Rock“, ein Angelsachse namens Rob Schmidt, wird dann richtig bissig:

    Finally, there’s this well-known Indian name:

    527 Schmidt

    Kind Nummer Eins wird vermutlich trotzdem darauf beharren, dass alle Indianer irgendwas wie „Kleiner Dachs“ oder „Regenbogen“ heißen. Wo kämen wir dahin, wenn Kinder ihren Eltern mehr Glauben schenken würden als dem Fernsehen.

  • Zur Todesstrafe, während wir bei der Wirklichkeit sind: Wie erwartet gefällt vielen Leuten nicht der Hinweis in dem Text, dass Schwarze im Schnitt mehr Morde begehen als Weiße. Leider wird das immer wieder bestätigt:

    By the end of the century, nearly 30 percent of the largest U.S. cities had black homicide arrests rates that were more than 10 times higher than white rates.

    Es gibt noch mehr schlechte Nachrichten: Integration hilft nicht wirklich, sehr zur Überraschung der Forscher, warum auch immer:

    Racial integration was not strongly associated with a reduction in the racial gap.

    Die wichtigsten Faktoren seien Scheidungen, Arbeitslosigkeit und Drogenmissbrauch.

  • Zu America’s Army: Offenbar ist das Märchen von First-Person-Shootern als Trainings-Werkszeug des US-Militärs nicht auszurotten, zumindest unter radikalen Computerspiel-Gegnern. Gar nicht auszudenken wie sie reagieren werden, wenn ihnen klar wird, dass die Menschenversuche in Portal eigentlich CIA-Experimente sind!
  • Zur Häuserdämmung: Der britische Economist enthält einen Bericht über den Kampf um den niedrigen Verbrauch in Los Angeles.

    Actually, because the region is bounded by a frigid ocean on one side and a baking desert on the other, while the sky above is cloudless for over 300 days a year, the temperature varies more dramatically than is generally appreciated.

    Man beachte das neuste deutsche Leihwort in der englischen Sprache: passivhaus.

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