ZEUGS: Erfundene Feiertage, deutsche Kürbisalternativen und Linux-Probleme

Januar 6, 2010

Dieser Autor hat über die Feiertage viele Dinge gelernt, gute wie schlechte. Zu den schlechten gehört, dass die Leute von Canonical bei Ubuntu 9.10 so mit dem Kernel herumgepanscht haben, dass Windows XP unter VirtualBox 3.1.2 unbrauchbar ist.

Entsprechend hat er danach die Fähigkeit erworben, den 2.6.32er Linux-Kernel zu Fuß zu installieren, um anschließend hocherfreut zu erfahren, dass ein virtuelles XP auf einem Q9550 abgeht wie ein geölter Blitz (oder, um mehr im Ton dieses Blogs zu bleiben, wie ein eingefetteter). Jetzt muss nur noch VirtualBox lernen, richtig mit Direct3D umzugehen, und dann lernt Monty diesen Autor bei Civ IV auch ohne Reboot kennen.

Aber das nur am Rande. Einige weniger technische Dinge liefen ebenfalls auf:

  • Zu Weihnachten: Der interessierte Leser mag etwas von dem „Winterfeiertag“ Kwanzaa aufgeschnappt haben, das von einigen Schwarzen in den USA zwischen Weihnachten und Neujahr begangen wird. Es handelt sich um eine Erfindung von Ron (auch Maulana) Karenga, ein Aktivist mit einer bewegten Vergangenheit. Zu den Zielen gehört:

    To serve as a regular communal celebration which reaffirmed and reinforced the bonds between us as a people in the U.S., in the Diaspora and on the African continent, in a word, as a world African community. It was designed to unite and to strengthen African communities.

    Ob jemand in Afrika überhaupt etwas davon gehört hat, weiß dieser Autor nicht. Kwanzaa ist unter Schwarzen umstritten: Einige sehen es als Beleidigung für die Arbeit der Bürgerrechtler, andere halten ihn für nützlich für das Gemeinschaftsgefühl Zuerst gefeiert wurde es 1966.

  • Zu Carmen Sandiego: Der interessierte Leser P hat als erster darauf hingewiesen, dass es auch in Deutschland die TV-Sendung „Jagd um die Welt – Schnappt Carmen Sandiego!“ gab. Sein Kollege FS schickte dazu einen Link zu Nostalgikern ein. Erstausstrahlung war demnach der 5. Januar 1994. Der Name scheint trotzdem nicht wirklich in Deutschland bekannt zu sein.
  • Zum Energieverbrauch der USA und Umweltschutz: Amerikaner haben bei der Umstellung auf alternative Energien ein Problem, dass man in Europa so nicht kennt: Indianer. Seit neun Jahren wird um den Aufbau von Cape Wind gestritten, der der erste (!) Windpark vor der US-Küste werden soll. Schlimm genug, dass durch das Projekt die wunderbare Aussicht gewisser hochgestellter Persönlichkeiten auf den Nantucket Sound ruiniert werden würde. Die haben natürlich nichts gegen Windenergie an sich, versteht sich, tolle Sache, wirklich, aber doch bitte nicht gerade hier. Jetzt haben sich (doch schon) die Wampanoag zu Wort gemeldet:

    Here is where we still arrive to greet the new day, watch for celestial observations from the night sky and follow the migration of the sun and stars in change with the season.

    Offenbar ist Stellarium nicht spirituell genug. Die Abkürzung für diese Einstellung lautet NIMBY, von not in my backyard. Die Kennedys und Wampanoag wären damit „Nimbies“.

  • Zu True Blood: Der interessierte Leser GG hat mehr von der Serie gesehen als dieser Autor und warnt:

    [G]erade weil in der zweiten Staffel von True Blood Charaktere eingeführt werden (bzw. deren Rolle für die Serie ausgebaut werden wird), die sehr stark die Themen Bigotterie, Prüderie und Frömmeln betreffen, könnte sich dieser Eintrag rächen. Wie bei Ihrem Beispiel zu Polizeikompetenzen wird der eine oder andere Germanische Zuschauer nämlich diese als extrem angelegte Rollen für halbwegs typische Amerikaner halten.

    Das wollen wir natürlich nicht. Daher gilt der Hinweis ausdrücklich nur für die erste Staffel. Dort wurde dieser Autor inzwischen mit Priapismus-Problemen konfrontiert, die in Buffy irgendwie nie angesprochen wurden.

  • Zu Halloween: Der interessierte Leser JB weist auf die Tradition der Rummelsebouz hin, bei nach der Rübenernte auch Fratzen geschnitzt wurden:

    Mit viel Mühe wurde diese dann ausgehöhlt, eine schwere Arbeit, eine Rübe ist nicht von Natur aus hohl wie ein Kürbis, sondern massiv und etwa so fest wie eine Kartoffel.

    Das kannte man wohl im Odenwald.

  • Zu Notfallausrüstungen, weil es in Brandenburg jetzt schneien soll wie doof: Wir hatten erwähnt, dass normale Amerikaner (wie normale Deutsche) nicht zu den Survivalist-Freaks gezählt werden wollen. Der Begriff survivalist wird in den USA inzwischen von dem etwas weniger dramatisch klingenden prepper (von to prepare) abgelöst:

    These „preppers“ (as they are called) are regular folks that saw what happened on 9/11, experienced their 401(k)s falling apart as the economy soured, witnessed the aftermath of Hurricane Katrina and decided to take the future into their own hands.

    (Das „401(k)“ ist ein Element der amerikanischen Altersvorsorge) Den Begriff findet man unter anderem bei Eric S. Raymond, den einige interessierte Leser als Open-Source-Programmierer und Autor von The Cathedral and the Bazaar kennen dürften.

Womit wir wieder beim Anfang gelandet wären. Dieser Autor hat gelernt, dass man dann wieder aufhören soll.

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