ZEUGS: Zombie-Paintball, Militär-Meditation und viel zu viele Katzen

November 17, 2009

Dieser Autor muss davon ausgehen, dass kaum jemand diesen Eintrag liest, denn bekanntlich ist heute morgen weltweit Left 4 Dead 2 freigeschaltet worden. Aus diesem Anlass — und weil Buffy immer noch in Tibet herumläuft herumfliegt — handeln unsere ersten Einträge von der Zombie-Apokalypse.

  • Zum V-Zeichen: Valve kann mit seinem Hand-Plakat niemand glücklich machen. Die Briten haben (inzwischen doch schon) gemerkt, dass die US-Variante bei ihnen eine unanständige Geste darstellt. Auf der Insel zeigen die verbliebenen Finger jetzt in die andere Richtung. Ärgerlicherweise wird in der Meldung das Märchen der britischen Bogenschützen weiterverbreitet, was in den Kommentaren aber schnell richtig gestellt wird.
  • Zu Halloween: Wir hatten davon gesprochen, dass sich das Prinzip des haunted houses noch in Deutschland durchsetzen muss. Worauf wir hierzulande vermutlich noch etwas länger warten können, ist ein Zombie-Paintball Spukschloss wie in diesem Jahr in Kalifornien. Der Hintergrund klingt sehr bekannt:

    You are an elite member of the weapon development specialists of Evike.com Corporation. Waking up to a survivor’s call, you found your team locked inside the corporate building with only one way out … With the weapons given to you by the survivor, you are to locate 5 fuses to power the generator to unlock the magnetic bolted gate. The building is running out of oxygen and a horde of undead awaits you. Complete this mission and alert the world of the infection.

    Die „Horde“ besteht aus 20 Freiwilligen, denen man genre-typisch in den Kopf schießen muss. Was diesen Autor etwas nervös macht, ist dass die Schönste Germanin letztens vor dem Hintergrund der Star FM Charity Games völlig überraschend erklärte, dass sie schon immer mal Paintball ausprobieren wollte. So ein Haunted House kommt uns nicht in den Keller!

  • Zu Plain English: Wie wir am Beispiel der Haikus gesehen haben, sind Computerspiele-Fans Schöngeister. Vor der Veröffentlichung von L4D2 haben sie ihre (offensichtlich reich bemessene) Freizeit damit verbracht, die Dialoge des Spiels in eine etwas anspruchsvollere Form zu bringen. So heißt es jetzt

    Furthermore, if at an impending exigency our intrepid coterie discovers a consummate paucity of ordnance and ammunition, our misanthropic adversaries will develop an ironically unfavorable disposition towards our circumstances.

    statt

    And if we run out of bullets … they gonna wish we hadn’t.

    Vielleicht ist es gut, dass es im 18. Jahrhundert noch keine Computer gab – so müssen wir nur auf den steampunk-Mod zu L4D2 warten. Dann hätten wir noch den Satz Vans — how I doth hate thee, was der interessierte Leser sofort als falsch erkennen wird.

  • Zu Alaska: Themenwechsel, angeregt durch 30 Days of Night: Hat sich der Kauf von Alaska für den amerikanischen Steuerzahler gelohnt? Eine Studie sagt nein (Original hier [PDF]). Vielleicht könnte man es an die Russen zurückverkaufen – wenn das restliche Öl erstmal abgepumpt ist, versteht sich.
  • Zur Transition Movement: Während wir vom Öl reden, reden die Peak-Oil-Leute von „Peak Gold“, denn angeblich hat die Welt das Gold-Produktions-Maximum überschritten. Aber keine Angst, das ist alles nur eine 6.000 Jahre alte Blase.
  • Zum Energieverbrauch: Teile der USA haben bekanntlich ein Ressourcen-Problem, das in Mitteleuropa eher unbekannt ist: Wassermangel. Hier gibt es mal gute Nachrichten: Wegen Sparmaßnahmen lag der Wasserverbrauch 2005 unter dem im Jahr 1975, obwohl die Bevölkerung seitdem um 30 Prozent zugenommen hat. Insbesondere eine größere Effektivität von Wasserkraftwerken und in der Landwirtschaft soll dafür verantwortlich sein.
  • Zu Religion und Militär: Wenn dieser Autor die Linklisten richtig deutet, suchen viele interessierte Leser nach Fotos von Wicca-Militärgrabsteinen. Der Link war etwas versteckt auf der Website von Circle Sancuary. In einigen Fällen gibt es die zugehörigen Biografien.

    This gravestone honors the life, service, and sacrifice of eighteen year old Stephen P. Snowberger III who was killed in action in Iraq on May 11, 2006. Stephen was a Wiccan soldier and member of the Baghdad-based Victory Base Open Circle, sponsored by the Sacred Well Congregation.

    (Man beachte den Gebrauch des Vornamens) Das US-Heer hat über den Victory Base Open Circle in Camp Liberty 2008 einen eigenen Artikel veröffentlicht, in dem von 4.300 pagans im amerikanischen Militär die Rede ist.

  • Zu Religion und Militär, nochmal: Das amerikanische Heer legt seinen 1,1 Millionen Soldaten seit diesem Herbst ein Warrior Mind Training nahe. Klingt aufregend, ist aber am Ende nichts anderes als klassische fernöstliche mindfulness Mediation in einer tarnfarbenden Verpackung.

    The benefits of Warrior Mind Training, students have told instructors, are impressive: better aim on the shooting range, higher test scores, enhanced ability to handle combat stress and slip back into life at home.

    Diese Techniken werden inzwischen auch an einigen amerikanischen Schulen gelehrt – zum Abbau von Aggressionen.

  • Zur Grobstruktur: Welche Macht in den USA die Wähler einer Kommune haben, sehen wir der Stadt Dudley in Massachusetts. Dort wurde per Volksentscheid beschlossen, dass man für die Haltung von mehr als drei Katzen eine Lizenz braucht. Hintergrund ist ein Nachbarschaftsstreit über die 15 Katzen der Mary Ellen Richards. Diese so genannten cat ladies gibt es natürlich auch in anderen Teilen der Welt –

    The typical person who gets caught with more pets than she can handle is a woman over the age of 60 who lives alone.

    – aber bei Angelsachsen sind sie eine Art kulturelle Ikone. Wenn dieser Autor sich richtig erinnert, lässt Terry Pratchett seine Figur Susan Sto Helit befürchten, dass sie break out in cats könnte. Wenn so etwas ansteckend wird, hätten wir schon das nächste Computerspiel.

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