ZEUGS: Halloween-Witze, das Ende der Wäscheklammer und bewaffnete Frauen

November 3, 2009

Halloween brachte dieses Jahr die Lehre, dass selbst sehr lange blaue Knicklichter nicht hell genug sind, um ein ganzes Gespenst von innen zu erleuchten. Trotzdem ein großer Spaß – wir haben die ersten Leute, die anfragen, ob sie Fotos vom Haus machen dürfen. Nächstes Jahr versuchen wir, Geräusche beizumischen.

Die Schönste Germanin schreibt fleißig an ihrem NaNoWriMo-Roman mit dem Titel Die Seele geht zu Fuß, und schon jetzt prügeln sich Brad Pitt und George Clooney um die männliche Hauptrolle bei der Verfilmung (man beachte das Genre). Da dieser Autor während dieser Zeit die Brut beaufsichtigt, werden die Einträge hier eher unregelmäßig kommen.

  • Zu Halloween liefern wir noch (sehr) schlechte Anmachsprüche nach. Darin kommt ein Merksatz für Kinder vor, den der interessierte Leser BK eingeschickt hat: stop, drop, and roll als Anleitung für das richtige Verhalten, wenn die Kleidung brennt. Und in dem Spruch des Engels haben wir ein weiteres Beispiel für die Probleme von Einheimischen mit ihrer Sprache: Hello, I am the answer to you’re [sic] prayers.
  • Zu Indianern: Zu den bizarreren Vorurteilen über Indianer gehört die Vorstellung, dass sie alle irgendwie Ökos sind und ihre Tage damit verbringen, den Rest der USA und Kanadas über die mangelnde Verdaubarkeit von Geldscheinen zu belehren. Der interessierte Leser DKS weist vor diesem Hintergrund auf einen Streit zwischen der Navajo-Regierung und Umweltschützern über ein Kohlkraftwerk und einer Zeche auf dem Boden der Indianer im Südwesten hin.

    Last month, [Navajo Präsident Joe] Shirley criticized the Sierra Club, Grand Canyon Trust and other green organizations for interfering with Navajo sovereignty and caring more about insects or fish than the lives of Native Americans.

    Der Fall ist ziemlich kompliziert – zu kompliziert für einen ZEUGS-Eintrag – aber es geht, wie überall auf der Welt in solchen Situationen, um Arbeitsplätze und Geld (und darum, dass Shirley nicht an den Klimawandel glaubt). Die New York Times weist auf die wirtschaftlichen Faktoren für die Navajo und den benachbarten (und verfeindeten) Stamm der Hopi hin:

    On the Hopi reservation, revenues from coal mined by Peabody Energy in northern Arizona’s Black Mesa area make up 70 percent of the tribe’s $15 million budget. On the Navajo Nation, those revenues make up nearly 10 percent of the tribe’s budget.

    Moment, werden die Half-Life-Fans jetzt sagen, reden wir von der Black Mesa Forschungsanlage? Vielleicht, die soll ja in New Mexico liegen. Aber dieser Autor würde empfehlen, sich an die Leute von Aperture Science [YouTube] zu wenden. The cake is not a lie!

  • Zum Energieverbrauch und dem Wäscheleinen-Kampf: In den USA hat der letzte Hersteller von Holz-Wäscheklammern, National Clothespin of Montpelier, die Fertigung eingestellt. Der Grund:

    [L]ack of demand. Some 80 per cent of US households own and operate a tumble dryer, with millions more of us going down the street to a laundromat. The average American household dries eight loads of washing a week; over 2 million households do 15 loads a week or more.

    Natürlich werden die Dinger noch gekauft, aber halt woanders hergestellt. Dabei haben die Amerikaner die Wäscheklammer erfunden – genauer gesagt, die Christengruppe der Shaker.

  • Zu Umweltschutz allgemein: Der britische Öko Sami Grover hat als an Englishman in North Carolina zwei „grüne“ Listen aufgestellt: Five Things I Love about America und Five Things I Hate About America. Was ihm als Europäer übel aufstößt, ist zum Beispiel das Misstrauen gegenüber allem, was mit der Regierung zu tun hat; umgekehrt ist er begeistert von den amerikanischen non-profits. Dieser Autor hatte vor diesem Eintrag noch nie etwas vom veganischen Wettessen gehört.
  • Zu Deutsch im Englischen: Wie viel Deutsch kann man einem durchschnittlichen englischsprachigen Filmzuschauer zumuten? Dieser Autor hat sich inzwischen die norwegische Komödie Dead Snow ausgeliehen, und der Untertitel auf der DVD lautet: „Eins! Zwei! Die!“ (die IMDB spricht leider von „Ein!“). Zumindest bis drei Zählen sollte man also können. Der interessierte Leser EH weist außerdem auf das Wort zeitgeist hin, das durch Google populär gemacht wurde.
  • Zu Waffenrecht: Wir haben darauf hingewiesen, dass immer mehr Amerikaner gegen strengere Waffengesetze sind. Die britische Zeitung Telegraph beleuchtet einen Grund dafür: Die zunehmende Zahl von Frauen, die sich an der Schusswaffe ausbilden lassen.

    „It started with one camp in 2004 and now we’re planning 15 to 20 camps for 2010,“ said Debbie, who has helped recruit over 1,000 women to the shooting world. […] The women-only gun camps are particularly popular with women over the age of 35, up to those in their 60s.

    Man beachte den Hinweis auf die pinke Kaliber-.22-Faustfeuerwaffe. In der Zwischenzeit hat das Blog StrategyPage eine Analyse zu den gefallenen US-Frauen im Irak-Krieg gezogen. Wie sehr sich die Situation beim Militär geändert hat, konnte man die Tage im Fernsehen bei der Wiederholung von Independence Day sehen: Keine Soldatin weit und breit. So könnte man heute, 13 Jahre später, keinen Film mehr drehen, ob mit oder ohne Will Smith.

[Mehrere Links wurden über Instapundit gefunden, vielen Dank]

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