ZEUGS: Noch mehr Pornos, abgebissene Daumen und Obama als Nazi

August 30, 2009

Okay, so entspannend waren die vergangenen Tage dann doch nicht, denn Kind Nummer Eins wurde eingeschult, was – wie dieser Autor jetzt weiß – im Osten der Republik etwa den Stellenwert einer Bar Mitzwa hat. Entsprechend fleißig wurde geputzt, und mit dem chinesischen Monumentalfilm Red Cliff auf dem Fantasy Filmfest wurde es auch nichts. Wie immer bleibt also einiges für den DVD-Verleih übrig.

  • Zu Porn: Von der interessierten Leserschaft wie KK, CM, CK und MM kamen weitere Varianten wie food porn, geek porn, pursuit porn (eine Untervariante des bike porn), riot porn, stair porn und natürlich disaster porn. Dagegen scheint zombie porn wirklich etwas mit Sex und Zombies zu tun zu haben, aber was genau, das will selbst dieser Autor nicht wissen.
  • Zu Altersfreigaben und dem Victory-Zeichen: Wenn wir das Z-Wort schon erwähnt haben: Es gab tatsächlich Ärger mit dem Poster für Left 4 Dead 2, allerdings (noch) nicht in Deutschland, sondern in den USA. Die amerikanische Ratingagentur für Computerspiele ESRB hat das ursprüngliche Werbeplakat angemeckert: Dabei sollten Daumen, Ring- und kleiner Finger abgerissen sein, womit zwei Finger bleiben würden. Das geht aber so nicht, sagte die ESRB: Es darf nur der Daumen fehlen.

    [Valve-Writer Chet] Faliszek pointed out that this is a game where people are torn apart using a chainsaw, but bitten off fingers on the logo? That’s crossing some line.

    Entsprechend, nun, bissig sind die Kommentare im Internet. Die ESRB hat im Gegensatz zur deutschen BPJM keine juristische, äh, Handhabe, aber kann Computerspielherstellern trotzdem das Leben schwer machen. Daher sind jetzt bei L4D2 Ring- und kleiner Finger nur abgeknickt; den Daumen biss sich Hand-Model Andrea Wicklund selbst ab.

  • Zur Meinungsfreiheit: Der konservative Fotograf des Blogs Zombie-Time hat eine Sammlung von Mordaufrufen gegen Präsident George W. Bush zusammengestellt und vergleicht sie mit den Aufrufen gegen Barack Obama.
  • Zu Politikern und Beleidigungen und Nazis: Bei The Slate führt der Karikaturist Gary Trudeau – bekannt von Doonesburyeine Umfrage über die wirkliche politische Indentität von Obama durch. Einer der Punkte lautet:

    Obama is a Nazi. Totalitarian and anti-parliamentarian, he opposes economic and political liberalism. He also believes in a racially and ethnically pure state — and mass murder to achieve that end.

    Gut, Trudeau meint das als Satire, denn er ist der Ansicht, dass die Nazi-Vergleiche in der amerikanischen Politik ausufern. Neu ist das nicht. Der interessierte Leser dürfte sich daran erinnern, wie Friedensnobelpreisträger Al Gore 2004 Anhänger der Republikaner mit „Braunhemden“ verglich. Im selben Jahr fand ein Journalist bei einer „Google-Recherche“, dass von allen hochrangigen Nazis nur Adolf Hitler persönlich häufiger mit dem Satz is a Nazi assoziiert wird als Bush.

    This might indicate that either that George [W.] Bush is by far the second most important Nazi of all time, or that the Democrats and the left now require some sedation.

    Inzwischen hat der Regierungswechsel gezeigt, dass nicht nur die Demokraten Anhänger von Godwin’s Law sind.

  • Zur Farbe von Blättern, um drastisch das Thema zu wechseln: Herbstlaub ist in Europa bekanntlich eher gelb und in Nordamerika eher rot. Jetzt weiß man warum: Die Alpen sind schuld.
  • Zu Energieverbrauch: Eines der größeren Probleme beim geplanten Energiewandel in den USA ist bekanntlich das Leitungsnetz, das erstmal zum smart grid umgebaut werden müsste. Wer sich einen Überblick verschaffen will, wie das Netz jetzt aussieht, kann sich eine Serie von Karten auf der Website des NPR anschauen. Im Westen verläuft von Nord nach Süd eine auffällige Unterbrechung: Die Rockies sind schuld.
  • Zu Englisch: Wer sich Sorgen um seine Aussprache macht, kann sich auf eine Studie aus Großbritannien berufen, die einen ganz neuen Ansatz im Unterricht fordert: Nachdem Englisch nun die weltweite lingua franca sei, sollten alle ihren Akzent behalten dürfen.

    As long as they are intelligible and have the potential to communicate effectively there should be no reason for them not to retain their accents — something which they might like to do as this accent carries their identity, ethnicity and indicates the group of people they belong to.

    Keine Aussprache sollte damit als „falsch“ gelten, vermutlich auch nicht diese komische Variante, die die Briten von sich geben.

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