ZEUGS: Unsichtbare Einhorn-Kacke, Skynet übernimmt die Luftwaffe und Masturbations-Sendungen

Juli 19, 2009

Gleich mehrere interessierte Leser haben diesem Autor vorgeworfen, die vielfältige Kartoffelsalat-Kultur Deutschlands zu unterschätzen. Vermutlich haben sie recht, denn dieser Autor mag Kartoffelsalat eigentlich gar nicht, weder in den USA noch in Deutschland (außer natürlich, wenn die Schönste Germanin ihn macht). Er weiß nur, dass er ständig Germanen trifft, die in den USA fassungslos vor German potato salad stehen, und Amerikaner, die nicht verstehen, warum die Deutschen ihren eigenen Salat nicht richtig zubereiten können.

  • Zu Drohnen: Die US-Luftwaffe hat eine Analyse vorgelegt, die das Szenario einer Air Force ganz ohne Piloten diskutiert. Ganz ohne Piloten? Nun, zumindest bei den Atomwaffen soll noch ein Mensch mitfliegen. Die Tabelle der Abkürzungen erstreckt sich übrigens über drei Seiten.
  • Zum Häuserbau: An einer Anleitung zum Verlegen von Cat-5e-Ethernet sieht man, wie so eine Wand von innen aussieht. Für Kabel ist das natürlich praktisch, aber es gibt auch gewisse Nachteile bei dem Baumaterial.
  • Zur Finanzierung der Unis: In schlechten Zeiten werden drastische Maßnahmen ergriffen:

    Citing a projected 30 percent drop in the University’s endowment value this year, the deans wrote that the cost-cutting measures followed from a need to reduce the budget for the next fiscal year to levels at least $105 million below the current year’s budget.

    Vielleicht werden diese Intellektuellen jetzt endlich wieder die Arbeit an etwas sinnvollem wie dem Stein der Weisen aufnehmen.

  • Zur Polizei: Hin und wieder muss man auch amerikanische Polizisten daran erinnern, dass die Bürger sie bei der Arbeit filmen dürfen. In diesem Fall in Pennsylvania mussten sich die Beamten öffentlich dafür entschuldigen, einen Mann am Filmen ihrer Arbeit behindert und sein Auto durchsucht zu haben. Wie eine Anwältin der Bürgerrechtsgruppe ACLU erklärt:

    So long as residents do not interfere with police duties or harass any other person, they have a right to document officers‘ activities while they are in uniform.

    Dem interessierten Leser werden die Kommentare empfohlen, wo es um die Frage geht, warum der Mann überhaupt die Polizei filmt: People don’t just all of a suddent break out the video camera and start chasing police officers on traffic stops. Hey, jeder hat ein Hobby.

  • Zu prüden Amerikanern: Die US-Fernsehzeitschrift TV Guide hat im Juni die die 100 besten Fernsehfolgen aller Zeiten aufgelistet. Der Sieger ist nicht das Buffy-Musical „Once More With Feeling“ (schaffte unverständlicherweise nur Platz 14), sondern „The Contest“ aus Seinfeld. Thema der Folge? Masturbation. Der Witz dabei ist, dass das Wort nicht einmal auftaucht, sondern mit endlosen Synonymen umschrieben wird, die wie master of my domain in die Alltagssprache übergangenen sind. Wir hatten Seinfeld schon im Zusammenhang mit dem soup nazi erwähnt. Die Serie war in den USA ein Riesenerfolg, der Humor kam aber in Deutschland schlicht nicht an.
  • Zu Korrelation und Kausalität: Die interessierte Leserin JP sagt, dass sie ein besseres Beispiel hat: Der Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung und Piraten:

    You may be interested to know that global warming, earthquakes, hurricanes, and other natural disasters are a direct effect of the shrinking numbers of Pirates since the 1800s. For your interest, I have included a graph of the approximate number of pirates versus the average global temperature over the last 200 years.

    Wir sehen das inzwischen durch die Zunahme der Piraten-Angriffe vor Somalia und dem ungewöhnlich nass-kalten Wetter in diesem Jahr im Nordosten der USA bestätigt. Das Fliegende Spaghetti-Monster gehört übrigens zur Religion des Pastafarianismus.

  • Zu Religion, wenn wir dabei sind: Wir hatten im vorbeigehen immer mal wieder über den Wandel in der Glaubenslandschaft der USA berichtet, zu dem unter dem Jesus-Anrufer Barack Obama das Wiedererstarken der religiösen Linken gehört. Nun hat der britische Economist einen Bericht über die zunehmende Zahl von Nicht-Gläubigen in den USA veröffentlicht. Aufhänger sind die Camp Quest Sommerlager, die es insbesondere im Osten des Landes gibt:

    Campers are told that invisible unicorns inhabit the forest, and offered a prize if they can prove that the unicorns do not exist. The older kids learn something about the difficulty of proving a negative. The younger ones grow giggly at the prospect of stepping in invisible unicorn poop.

    (Das Einhorn ist ein guter Freund des Spaghetti-Monsters) Der Bericht macht leider den häufigen Fehler – wie auch die Kommentatoren bemängeln – nicht zwischen Atheisten („Es gibt keine unsichtbare Einhorn-Kacke“) und Agnostikern („Keine Ahnung, ob es unsichtbare Einhorn-Kacke gibt“) zu unterscheiden. Vielleicht sollte man so oder so die Touristen warnen.

[Danke an DKS für Link-Hilfe]

%d Bloggern gefällt das: