ZEUGS: Dreckige Energie, faule Franzosen und Britannias Herrschaft

Juni 12, 2009
  • Zum Energieverbrauch: Das „Wall Street Journal“ beschriebt die Vorgänge bei billiger Energie sehr ausführlich am Beispiel von sparsamen Glühbirnen: Strom ist in den USA so billig, so ihr Argument, dass die meisten Leute bei der normalen Birne mit ihrem angeblich schöneren Licht bleiben. Oder wie es der Physiker Arthur Rosenfeld sagt:

    If energy is dirt cheap, it gets treated like dirt.

    Der Anteil der verkauften Energiespar-Birnen (CFL) ist in den USA wegen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr auf 21 Prozent von 23 Prozent im Jahr zuvor gefallen. Den Streit um Glühbirnen gibt es auch im Hause Stevenson: Die Schönste Germanin mag es so hell wie im OP-Saal und arbeitet unter einer 23 W Natural Color CFL-Birne, während diesem Autor ein Lichtspot in der gemütlichen Dunkelheit reicht und er sich eine 1,8 W High-Power-LED über den Schreibtisch anbringt. Es ist gut, dass es im Haus keine Dimmer gibt.

  • Zu Transition Towns: Wer angelsächsische Medien oder Blogs verfolgt, wird kaum den kanadischen Wirtschaftswissenschaftler Jeff Rubin vermeiden können, der im Moment einen media blitz für sein Buch Why Your World is About to Get a Whole Lot Smaller: Oil and the End of Globalization veranstaltet. Und da sagt man, die US-Bürger wären aufdringlich.
  • Zu dicken Amerikanern: Der interessierte Leser MM weist darauf hin, dass die Franzosen eingesehen haben, wie indiskutabel weicheiig die vielen Pausen bei der Tour de France sind: Es gibt auch ein Rennen namens Le Tour Ultime. Dass es dummerweise 2008 und 2009 mangels Fahrer abgesagt werden musste, erwähnen wir hier nur am Rande (snicker). Das Race Across America 2009 (RAAM) beginnt in vier Tagen.
  • Zum Waffenrecht: Bewaffnete Frau stoppt Ausbrecher. Der Fall entspricht den Vorwürfen der Waffenrechts-Befürworter: Es erscheint nicht in den großen Medien, sondern in der Lokalzeitung, geschrieben von einem freien Mitarbeiter. In der deutschen Presse konnte dieser Autor den Vorfall nicht finden. Wir nehmen nach wie vor nicht zu der Frage Stellung, ob ein Pfefferspray es nicht auch getan hätte.
  • Zu America’s Army: Wer Left 4 Dead spielt und damit Steam installiert hat, kann den dritten Teil des realistischen Shooters des US-Heeres jetzt in einer Vorversion downloaden, aber witzigerweise noch nicht spielen – preloading nennt man as wohl. Früher, als wir noch gegen die Leather Godesses of Phobos gekämpft haben und die Zahl 69.105 eine Bedeutung hatte, da hatte man ein Spiel oder hatte es nicht. Die Veröffentlichung von AA3 ist nach wie vor für den 17. Juni geplant.
  • Zum point of no return weist der interessierte Leser MN darauf hin, dass man hin und wieder auf Deutsch „Punkt ohne Wiederkehr“ findet, ohne dass klar sei, ob dies eine Übersetzung ist oder eigenständig entstand.
  • Zu Columbias Freundin Britannia: Letzte taucht bei Pink Floyds Meisterwerk The Wall in dem Lied „Waiting for the Worms“ auf:

    Would you like to see Britannia rule again, my friend?
    All you have to do is follow the worms.
    Would you like to send our coloured cousins home again, my friend?
    All you need to do is follow the worms.

    Wir sehen übrigens bei waiting to put on a black shirt dass – wie in Italien – schwarz eine starke Assoziation mit dem Faschismus hat, nicht nur braun. Die Browncoats sind in den USA bekanntlich inzwischen die Guten.

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