ZEUGS: Das Ende der USA, konstante Playboy-Maße und alte Atombomben

Februar 23, 2009

Es hat sich richtig, richtig viel Zeugs angesammelt. Zudem will dieser Autor die Serie über Japan zu Ende bringen, denn sein Gehirn ist klein und hat Probleme, die ganzen geschichtlichen Zusammenhänge über längere Zeit festzuhalten. Das Blog dürfte in den kommenden Wochen daher viele ZEUGS- und Kriegseinträge führen. Dafür werden die Zombies zurückgefahren: Wenn selbst Spiegel Online bemerkt hat, wie viel Spaß Left 4 Dead macht, können wir das Thema getrost den MSM überlassen.

  • Zu Ayn Rand: Aber einen haben wir aber noch. Die Macher von L4D haben den vier Spielfiguren eine Reihe von recht witzigen Sprüchen mitgegeben, um die Momente zwischen den Gefechten aufzulockern. Am interessantesten ist dabei Zoey (Gesichtsmodel: Sonja Kinski), ein Filmfreak, die ständig Zitate wie Game over, man! einstreut. Und als Zoey nun in einem zerstörten Flughafen eine große Atlas-Statue mit der Weltkugel auf dem Rücken entdeckt, sagt sie etwas wie:

    It’s Ayn Rand International Airport!

    Darauf hin sagt der Biker Francis, der alles hasst [YouTube]: I hate Ayn Rand. Auf den Schildern steht eigentlich „Metro International Airport“ – abgekürzt „MIA“ und damit noch ein Witz.

  • Zum Ende der USA: Offenbar wird dieses Blog 2010 überflüssig werden, denn das Land wird sich dem ehemaligen KGB-Agenten Igor Panarin zufolge in seine Einzelteile auflösen. Grund: Die Wirtschaft und ein „moralischer Zusammenbruch“. Die neue Karte [GIF] enthält schlechte Nachrichten für Europa: Die östlichen Staaten könnten Teil der Europäischen Union werden. Gut, dann bloggen wir halt über den moralischen Zusammenbruch, das ist bestimmt auch lustig.
  • Zu halbnackten Frauen in Sportzeitschriften und dicke Amerikaner: Fangen wir schon mal damit an. Wir hatten davon gesprochen, dass Sports Illustrated nicht Hungerhaken als Models nimmt, sondern gesunde Frauen. Einen anderen Trend finden wir bei Playboy: Dort nimmt der BMI der Frauen seit der Erstausgabe stetig ab, während er in der amerikanischen Bevölkerung zugenommen hat. Seltsamerweise ist die Körbchengröße aber gleich geblieben, nämlich zwischen C und D. Hmmm.
  • Zu UFOs: Während wir bei Karten sind: Wo gibt es in den USA die meisten UFO-Sichtungen? Die Informationen stammen aus einem Bericht von Popular Mechanics über unbekannte Flugobjekte.
  • Zu Kanada: Die Briten des BBC schreiben über das Verhältnis von Kanada zu den USA. Wir erwähnen das hier wegen der vielen Star Trek-Anspielungen.
  • Zu Helme beim Football: Dass Fußballspieler Weicheier sind, haben wir inzwischen ausreichend belegt. Aber was für ein Mann gilt unter Footballspielern als hart? Nun, da wäre Anquan Boldin von den Arizona Cardinals, dem der New-York-Jets-Spieler Eric Smith regelwidrig den Helm ins Gesicht rammte [YouTube]. Boldins Nebenhöhlen wurden zertrümmert. Die Ärzte setzten ihm sieben Platten und 40 Schrauben ein und verdrahteten seinen Kiefer. Wie lange setzte er danach aus? Ganze zwei Spiele. Und natürlich verzichtete er auf Schmerzmittel.

    His show of toughness clearly has lifted this team. It has raised the bar of commitment for everyone. Quarterback Kurt Warner said he’s never seen a teammate command so much respect in the locker room.

    Die Cardinals verloren, wie der interessierte Leser wissen wird, später knapp den Superbowl.

  • Zur ersten Atombombe: Im Jahr 1953 wurden die Kommunisten Julius and Ethel Rosenberg unter dem Vorwurf hingerichtet, geheime Unterlagen zur Atombombe an die Sowjets weitergegeben zu haben. Der Fall ist umstritten. Wir erwähnen das hier, weil ein Mitangeklagter, Morton Sobell, im Alter von 91 Jahren seine Mitschuld eingestanden und Julius Rosenberg belastet hat. Inzwischen sehen selbst die Kinder der Rosenbergs ihren Vater als Spion. Ob die Mutter wirklich schuldig war, ist weiter umstritten, und auch, ob wirklich nützliche Geheimnisse weitergegeben wurden.
  • Zur ersten Atombombe, nochmal: Übrigens ist das erste bei dem Manhattan Project hergestellte Plutonium wiedergefunden worden. Wo und wie wurde das gefährliche Material gelagert? In einem achtlos weggeworfenen und ziemlich verrosteten Safe auf dem Gelände einer der ersten Atomanlagen im Bundesstaat Washington.

    [S]loppy work by the contractors running the site saw all kinds of chemical and radioactive waste indiscriminately buried in pits underground over the 40 years Hanford was operational, earning it the accolade of the dirtiest place on Earth.

    In Hanford wird mehr als 60 Jahre später immer noch aufgeräumt. Im Krieg hatten halt weder Umweltschutz- noch Sicherheitsbestimmungen die höchste Priorität. Auch einige Forscher ließen bei Unfällen ihr Leben, Stichwort Demon Core.

  • Zur ersten Atombombe, ein letztes Mal: Das New Yorker-Magazin hat einen faszinierenden Bericht über einen 61-jährigen amerikanischen Lastwagenfahrer, der über die Jahrzehnte eine „beunruhigend genaue“ Rekonstruktion von Little Boy erstellt hat. Unter anderem hat er herausgefunden, dass die Bombe weiblich war. Ehrlich. Bitte keine Bikini-Witze.
  • Zu Energie einer sanfteren Art: Die USA sind jetzt der weltgrößte Produzent von Windenergie und haben damit Deutschland überholt. In diesem Jahr dürfte auch die Spitze bei Solarenergie erreicht werden.
  • Zu Energie, nochmal: Aus dem Peak-Oil-Blog The Oil Drum eine Analyse, ob die USA auch nur theoretisch in der Lage wären, ihren jährlichen Heizbedarf nachhaltig durch Holz zu decken (Antwort: Nein). Wir erwähnen das hier, weil es in dem Text viel Kartenmaterial zum Energieverbrauch und Energiemix gibt.
  • Zur Meinungsfreiheit: Das First Amendment hat in den vergangenen Wochen zwei Siege verbucht. Der Supreme Court zeigte kein Interesse daran, das unter Präsident Bill Clinton verabschiedete Copa-Gesetz zu retten. Es hätte gewerbliche Inhalte im Internet unter Strafe gestellt, die „schädlich für Minderjährige“ sein könnten. Die Bürgerrechtsgruppen ACLU und EFF hatten dagegen geklagt. Und Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger ist mit dem Versuch gescheitert, den Verkauf von gewalttätigen Computerspielern an Minderjährige zu verbieten. Richter Alex Kozinski wollte wissen, wo solche Gesetze enden würden:

    Why not a law targeting games that teach children bad living habits, such as eating unhealthy food or using plastic bags?

    Zudem sah das Gericht keine wissenschaftliche Basis für die Behauptung, dass solche Spiele gefährlicher seien als beispielsweise gewalttätige Bücher, die nicht verboten seien. Es war der neunte Versuch, so ein Gesetz einzuführen. Da werden sich die Zombies freuen – oder vielleicht auch nicht.

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