Obama und „The Best and the Brightest“

Februar 20, 2009

Im Zusammenhang mit dem Kabinett von Barack Obama liest man in amerikanischen Medien und Blogs immer wieder einen Satz: the best and the brightest. Das ist eine Anspielung auf die Regierungszeit von John F. Kennedy, denn es ist der Titel eines Standardwerkes des preisgekrönten Journalisten David Halberstam über den Vietnam-Krieg.

Darin geht er der Frage nach, warum eine Gruppe von Leuten, die (insbesondere von sich selbst) als die Elite des Landes gesehen wurden, so komplett ins Klo greifen konnte. Es ist eine Geschichte von Arroganz, von Intellektuellen, die von ihrer eigenen Intelligenz geblendet werden, von einem Mangel an gesundem Menschenverstand und davon was passiert, wenn eine Gruppe sich ständig selbst erzählt, wie toll sie doch ist.

They were all so glamorous and bright that it was hard to tell who was the most brilliant

Der Titel ist also ironisch gemeint.

Jetzt gibt es nur ein Problem: Es wird schon so lange von the best and the brightest gesprochen, dass einige Leute gar nicht mehr wissen, wie der Spruch gemeint ist. Das bemängelte Halberstam selbst 1992 in einer Einführung zu einer Neuauflage des Buchs.

Dummerweise sind es im Moment ausgerechnet amerikanische Politiker und einige Journalisten in Washington, die das nicht zu wissen scheinen, wie die New York Times schon im Dezember spöttisch bemerkte:

As Barack Obama rolls out his cabinet, “the best and the brightest” has become the accolade du jour from Democrats (Senator Claire McCaskill of Missouri), Republicans (Senator John Warner of Virginia) and the press (George Stephanopoulos). Few seem to recall that the phrase, in its original coinage, was meant to strike a sardonic, not a flattering, note.

Der interessierte Leser als Übersee muss daher selbst versuchen zu erkennen, ob der Autor weiß, was für ein Bild da benutzt. In dem Fall es oben zitierten Blogs Fabius Maximus ist es noch einfach, denn es gibt einen Zusatz zur Überschrift:

(Here We Go, Again)

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