ZEUGS: Sarahs Steuern, Alien-Aufnäher und Socken-Songs

August 31, 2008

Wir unterbrechen unsere Unterbrechung, weil dieser Autor mit Entsetzen festgestellt hat, dass der E-Mail-Berg zwar immer kleiner wird, dafür die ZEUGS-Liste immer länger. Das hilft ja auch nicht.

  • Zu Daten über Politiker: Natürlich sind auch die Finanzunterlagen von Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska und designierte republikanische Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft, öffentlich zugänglich. Die von Frau McCain haben wir inzwischen auch.
  • Zur Fahne falsch herum: Der Wikipedia-Eintrag zu Todd Palin, der First Dude von Alaska, hat ein Foto mit einer Fahne, die nicht die Sterne vorne hat. Das ist nicht falsch, sondern nur nicht-militärisch.
  • Zum angelsächsischen Humor: Wenn wir bei Dingen an der Schulter sind: Hier ist eine Auflistung von military patches, die Germanen zum Teil unpassend erscheinen dürften. Harmlos ist noch ein Beispiel für die CSAR (Combat Search and Rescue [PDF]) mit einem Bild von Elvis und dem Spruch:

    If he’s out there, we’ll find him

    Aber dann hätten wir noch:

    Be vewy vewy quiet, we’re hunting I-Wackis

    Die komische Aussprache geht auf Elmer Fudd zurück, der bekanntlich sonst wabbits wie Bugs Bunny jagt. Es sind natürlich nicht offizielle Aufnäher (oder wie man sie nennt, offenbar werden sie heute mit Klettband befestigt). Das US-Militär hat eine Datenbank mit den echten.

  • Zu Hühnchengeschmack: Und es gibt auch einen Patch für die Einheit, die am Roswell UFO Incident von 1947 beteiligt war. Das ist der Beweis!
  • Zu den Mottos der Bundesstaaten: Es reicht natürlich nicht, einen Patch zu haben, man braucht auch ein Motto für seine Einheit. Einige sind vorhersehbar wie das Alta peten der 530. Anti-Aircraft Artillery (offizielle Übersetzung Aiming at high things), andere wie das der 114. Combat Support Hospital mehrdeutig (Between Life and Death) und wiederum andere tongue-in-cheek, wie das des 7. Signal Command mit Difficile est sumisso esseIt’s hard to be humble. Womit wir wieder beim Humor sind.
  • Zur Nationalhymne und Fahneneid, wenn wir schon bei Symbolen sind: Auch die Demokraten haben selbstverständlich ihren Parteitag mit beiden Bekenntnissen zur Republik, der Verfassung, den Grundwerten, dem Mutterland etc. pp. usw. eröffnet.
  • Zu der Nationalhymne, nochmal: Der interessierte Leser KK weist auf ein Musikvideo mit singenden rappenden US-Präsidenten hin.
  • Zu der U.S. Navy: Ein neuer Vergleich der Seestreitkräfte bescheinigt den USA, sogar über die Hälfte der weltweiten Marine-Kampfkraft (naval combat power) zu verfügen:

    We are now in the third century of either Britain or the United States as the dominant naval power in the world.

    Mit einer eisfreien Arktis wird auch Kanada mehr Schiffe brauchen.

  • Zur langfristigen Strategie, weil dieser Eintrag jetzt ohnehin militärisch gefärbt ist: Die ersten Offiziere des US-Heers mit Erfahrung in Afghanistan und Irak sind in die höheren Ränge berufen worden:

    Among the 40 newly named one-star generals are Sean MacFarland, commander of the unit that brought order to Ramadi; Steve Townsend, who cleared and held Baqubah; Michael Garrett, who commanded the infantry brigade that helped turn around the „Triangle of Death“ south of Baghdad; Stephen Fogarty, the intelligence officer in Afghanistan […].

    Unerwartet ist dabei das hohe Tempo, mit dem die alte Garde ersetzt wird. Äh. Das für eine Riesenbürokratie vergleichsweise hohe Tempo, muss es natürlich heißen.

  • Zur sehr langfristigen Strategie: Warum ist der Wandel wichtig? Der Historiker Justin Elliott erzwang jüngst über das Gesetz zur Informationsfreiheit (Freedom of Information Act, das wir auch besprechen müssen) die Veröffentlichung einer Militärstudie, die auf der Basis von historischen Vergleichen die Bedeutung der Anpassungsfähigkeit betont [PDF]:

    The Roman model suggests that it is possible for the United States to maintain its military advantage for centuries if it remains capable of transforming its forces before an opponent can develop counter-capabilities.

    Zu den etwa 600 Jahren römischer Vorherrschaft fehlen den USA ja auch nur noch 380 oder so. Die Studie sei Lesern empfohlen, die sich für Alexander den Großen, die Römer, die Mongolen, Napoleon oder die Bedeutung der gepanzerten Reiter von Byzanz bei Age of Kings interessieren.

  • Zum starken Föderalismus: Zurück zur Wahl: Im November entscheiden die Bürger von Massachusetts (unter anderem) darüber, ob die Einkommenssteuer des Bundesstaates abgeschafft werden soll. Die des Bundes bliebe davon natürlich unberührt. In fünf Bundesstaaten wird abgestimmt, ob die staatlichen Sonderprogramme für Minderheiten (affirmitive action) gestrichen werden sollen. Auch das würde nur auf Landes- und Kommunalebene gelten.
  • Zur Direktwahl: In New York treten Vater und Sohn gegeneinander an. Erwähnten wir, dass die seltsamsten Dinge im Repräsentantenhaus geschehen?
  • Zu Tube Socks: Der interessierte Leser K weist darauf hin, dass der Begriff vielen Deutschen von dem Lied „Teenage Dirtbag“ von Wheatus bekannt sein dürfte. Die dort zitierten Keds sind offenbar irgendwelche Turnschuhe, aber da dieser Autor seine Mode nur einmal pro römischer Herrschaftszeit wechselt, kann er nicht so viel dazu sagen.
  • Zu The Wizard of Oz: Ja, und wie ist jetzt Buffy Between the Lines? Für eine Amateurproduktion hervorragend. Wir finden dort natürlich den für Amerikaner obligatorischen Kansas-Spruch, diesmal vorgetragen von Anya, als Dawn hinwegteleportiert wird:

    Dawn is not in Texas anymore.

    Da die Serie in Kalifornien spielt, ahnen auch die beiden Nicht-Buffy-Fans unter den interessierten Lesern, dass die Ex-Dämonin es mit kulturellen Bezügen nicht immer leicht hat.

Und damit setzen wir unser Nicht-Programm fort.

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