ZEUGS: Der offizielle Creed, US-Buddhismus und Sieg Heil der Nationalhymne

Juli 8, 2008
  • Zum American Creed: Es gibt auch einen offiziellen American’s Creed, der 1917 von William Tyler Page geschrieben wurde, ein fröhliches Mischmasch der Texte von Jefferson und Lincoln. Dass der Fahneneid im Alltag eher anzutreffen ist, dürfte nicht nur daran liegen, dass er kürzer ist: Page spricht auch von den Pflichten, die man so als Bürger hat. Das kommt in keiner Demokratie gut an.
  • Zu Über: Wenn Briten über das Scheitern des EU-Vertrags jubeln, nennen sie Europäische Union einen was? Genau, einen über-state. Das passt besonders gut, wenn die Rolle Deutschlands ein Thema ist.
  • Zu Zen: Der Buddhismus ist inzwischen die drittgrößte Religion in den USA, wen auch mit riesigem Abstand. In einer Pew-Umfrage von 2008 nannten sich 78,4 Prozent Christen, 1,7 vH Juden und 0,7 vH Buddhisten (und 0,6 vH Moslems); 16,1 vH hatten keine Zugehörigkeit. US-Buddhisten kritisieren die Methodik und gehen von höheren Zahlen aus. Es bilden sich so oder so inzwischen eigenständige amerikanische Formen heraus, was beim Buddhismus wohl aber ein normaler Vorgang ist. Wir werden auf Religion in den USA gesondert eingehen.
  • Zu Xen, etwas schamlose Eigenwerbung: Dieser Autor hat die Schritte zum Aufbau des Familienservers (mit Ubuntu, Xen, RAID, LVM, Time Machine, Avahi, Samba) in einem kurzen Text [PDF] zusammengefasst.
  • Zu Halloween, denn das ist jetzt die Gelegenheit für einen früchterlich schlechten Informatikerwitz, den der interessierte Leser MLJ eingeschickt hat:

    Why do programmers always mix up Halloween and Christmas?
    Because Oct 31 equals Dec 25.

    Im nächsten Zeugs-Eintrag liefern wir die Erklärung.

  • Zur Kleidung: Die Schönste Germanin weist auf eine Anleitung zum Dresscode hin.
  • Zur Meinungsfreiheit: Was machen eigentlich unsere Demonstranten vor dem Marines-Büro in Berkeley? Immer noch demonstrieren, natürlich. Der neuste Schlagabtausch: Wenn die Pro-Marines-Gegendemo die Nationalhymne spielt, erheben die Gegner ihren Arm zum Hitlergruß [JPEG, YouTube], dummerweise häufig ihren linken Arm. Nach einem Oben-Ohne-Protest – vermutlich der Feministinnen von Breasts Not Bombs – wird die Tür des Rekrutierungsbüros jetzt nur noch für seriöse Besucher aufgeschlossen. Erneut der Hinweis, dass die Bilder von einer konservativen Site kommen.
  • Zum Titel des Präsidenten: Der interessierte Leser MS weist darauf hin, dass in der vierten Staffel von 24 ein Ex-Präsident als Mr. President angesprochen wird, als Zeichen des Respekts. Natürlich gilt: Nur weil es nicht vorgeschrieben ist, heißt nicht, dass man es nicht trotzdem machen kann.
  • Zur Presse: Strange Maps, eine der coolsten Sites im ganzen Internet, zeigt uns, wie verzerrt das Nachrichtenbild aus den USA ist: Selbst wenn man die Bevölkerungszahlen einberechnet, sind gewisse Teile überrepräsentiert.
  • Zu Duh: Der interessierte Leser AW weist auf eine Werbekampagne von Hyundai mit dem Wort hin, zum Beispiel in einer Oh-Tannenbaum-Version [YouTube]. Ob Volkswagen nicht mal etwas mit „geil“ machen möchte statt „Fahrvergnügen“ [YouTube]?
  • Zu Sleepy Hollow: Der Name zeigt uns beispielhaft den häufig unterschätzten Einfluss des Niederländischen, den die Niederländer besiedelten mehr als nur New York: Der ursprüngliche Name war Slapershaven, in der direkten englischen Übersetzung Sleepers’ Haven.
  • Zu Buffy, denn was sein muss, muss sein: Die Leiterin des NPR-Bagdad-Korrespondentenbüros Jamie Tarabay hat ihre Jahre im Irak offenbar nur mit Hilfe unserer Slayerin überstanden. Wie sie in Vampire Slayer Buffy Saves Iraq Reporter’s Soul [Audio] erklärt:

    She lived on the Hellmouth. I lived in Baghdad.

    Tarabay geht auf Fragen von Gut und Böse ein, sieht aber auch mit feiner Selbstironie eine weiter Parallele: Nie kommt man zum shoppen.

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