Warum der Indianerhäuptling Tecumseh bis Januar Bush töten könnte

April 20, 2008

Im Berliner Umland hat es gestern ausnahmsweise so lange nicht geregnet, dass die Schönste Germanin beschloss, der Rasen müsse endlich gemäht werden. Sie war unerbittlich – es half auch kein Hinweis auf die mittlerweile 72 unbeantworteten Mails von interessierten Lesern.

Nun ist dieser Autor ein Kind der Elektronik-Generation, die erwartet, dass Maschinen nach dem Drücken des An-Knopfs einfach funktionieren. Daher ist er immer etwas verwirrt, wenn der Benzinmäher nicht sofort starten will, nur weil er ein halbes Jahr in der Garage gestanden hat. Auch nachdem alles mögliche geputzt und im Handbuch nachgeschlagen worden war, ob es nicht doch irgendwo eine Batterie für das BIOS gibt, brachte das Reißen an dieser komischen Leine nicht einmal ein Husten hervor.

Dann wurde klar, was das eigentliche Problem war: Auf dem Motor steht TECUMSEH, der Name eines Indianerhäuptlings aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das muss sein zweiter Fluch sein – mögen die Bleichgesichter bis in die 40. Generation im Gras versinken!

Bevor wir zu Tecumsehs erstem, viel bekannterem Fluch kommen, ein kurzer Absatz über ihn selbst – kurz deshalb, weil wir sonst wieder über einen Krieg reden müssten, und wir ja den body count in diesem Blog senken wollen.

Tecumseh war ein Shawnee aus Ohio, der beschloss, dass die Weißen vertrieben und ihre Sitten aufgegeben werden mussten – Eisenwerkzeuge, Stoffe, Alkohol, Landwirtschaft, etc. Mit seinem Bruder, dem Propheten Tenskwatawa, sammelte er Stämme um sich. Bei der Schlacht von Tippecanoe 1811 wurden sie besiegt, unter anderem weil der Master of Life die Indianer doch nicht wie versprochen unverwundbar gemacht hatte. Angeführt wurden die US-Truppen von William Henry Harrison, der – wichtig – später Präsident wurde. Im Krieg von 1812 schloss sich Tecumseh den Briten an. Er fiel 1813 in der Schlacht an der Thames.

Der Fluch von Tecumseh besagt nun, dass jeder Great White Father (Präsident), der in einem Jahr gewählt wird, das durch 20 teilbar ist, im Amt sterben wird. Angeblich soll ihn Tecumseh nach der Schlacht von Tippecanoe ausgestoßen haben, obwohl es nicht den geringsten Beleg dafür gibt. Vermutlich wurden ihm die Worte später in den Mund gelegt.

Und trotzdem müssen wir festhalten:

– dann doch nicht im Amt, sondern 2004. Aber wie wir wissen wurde Reagan 1981 Opfer eines Attentats, das er nur äußerst knapp überlebte.

Hat Reagan nur für sich selbst Tecumsehs Fluch eine lange Nase gezeigt, oder auch gleich die Serie gebrochen? Im Januar werden wir es wissen, wenn George W. Bush, gewählt im Jahr 2000, das Weiße Haus verlässt. Der Secret Service kann den Namen „Tecumseh“ vermutlich nicht mehr hören.

Und was ist mit dem Rasenmäher? Dieser Autor, der es mit Dirty Harry hält – A man’s got to know his limitations – bat den Nachbarn von Rechts um Hilfe, denn der hat Trabi-Erfahrung. Er benutze Fachbegriffe wie „Choke“, sprach davon, wie man „gefühlvoll“ Gas geben müsse und spielte etwas an der Seite des Motors herum. Der ging dann – natürlich – beim ersten Reißen an, und nach zwei weiteren Versuchen des Nachbarn lief die Maschine rund.

Klar. Seine Vorfahren haben ja auch nicht gegen Tecumseh gekämpft.

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