ZEUGS: Militärausgaben, Bush als Hitler und Buffy-Sex in der „New York Times“

März 6, 2008
  • Zu der Marine: Die Suche nach einer guten deutschen Übersetzung für amphibious assault ship geht weiter, leider ohne Erfolg. Der interessierte Leser E weist auf „Kampflandungsschiff“ hin, das tatsächlich in einigen Online-Lexika zu finden ist. Allerdings anscheinend nur dort und nicht in irgendwelchen Berichten, was stutzig macht – dieser Autor wird den Eindruck nicht los, dass hier voneinander abgeschrieben wurde. LT weist auf den Begriff „Baby-Träger“ hin, den er aber auch nicht gelungen findet.
  • Zur Marine und Geld: Bei Diskussionen über die Verteidigungsausgaben gibt es das Argument, dass die absolute Summe wenig zu bedeuten habe, da die USA (wie besprochen) für ein Viertel der Weltwirtschaft verantwortlich sind. Der Dollar-Betrag wirke zwar gigantisch, müsse aber im Verhältnis zur Größe der Volkswirtschaft gesehen werden. Tatsächlich betragen die US-Militärausgaben etwa 4,1 Prozent des BIP, womit die USA auf Platz 28 liegen (Deutschland belegt mit 1,5 Prozent Platz 110, knapp vor Albanien). So betrachtet sind die US-Ausgaben historisch eher niedrig. Spitzenreiter ist Oman mit 11,4 Prozent, Letzter Island mit Null Prozent – das ist niedrig.
  • Zu den Politikerfinanzen: Wie erwartet sind die Einnahmen und Ausgaben Wahlkampfthema, hier zum Beispiel bei Hillary Clinton.
  • Zu Mais: Der interessierte Leser AB weist auf einen Werbespot von Bonduelle hin, in dem 1982 der Maismarsch geblasen wurde. Die Firma schreibt selbst [PDF]:

    Dank Bonduelle entwickelte sich Mais schnell zu einer der populärsten Gemüsesorten der Deutschen – angeführt vom Bonduelle Goldmais, der seit vielen Jahren das umsatzstärkste Einzelprodukt der Warengruppe Gemüsekonserven ist.

    Der Agrarkonzern Monsanto erwartet übrigens, dass sich die Mais-Produktion in den USA bis 2030 verdoppelt. Der Grund: Gentechnik.

  • Zur Meinungsfreiheit: Spam ist nicht durch den First Amendment geschützt, hat jetzt das Oberste Gericht von Virginia entschieden. Ob das ein weiterer Grund ist, warum Europa die USA als weltgrößte Spam-Quelle abgelöst hat?
  • Zur Meinungsfreiheit, nochmal: Dafür darf eine andere Plage des Internets sich in den USA sicher fühlen. Ein Gericht in Kalifornien hat bestätigt, dass nervende anonyme Trolle geschützt sind, auch wenn ihre Aussagen unquestionably offensive and demeaning daherkommen.
  • Zur Meinungsfreiheit und dem fehlenden Recht von Politikern auf Beleidigungsklagen: Dort, wo wir die Bilder des Berkeley-Marsches gefunden haben, bei Zombietime, gibt es auch eine Dokumentation über die Kritik, die sich ein US-Präsident zu Hause gefallen lassen muss: Bush als Hitler, Bush mit Hitler, Bush mit Hitlergruß, Bush mit „Mein Kampf“, Bush mit Hitler-Schnurrbart, Bush mit Hitler-Schnurrbart am Galgen, brennende Bush-Puppen, Bush als psychotic murderer. Die meisten dieser Beispiel sind weiter unten, die oberen sind von Anti-Israel-Demos – Juden als Nazis, die israelische Fahne mit einem Hakenkreuz oder Juden als Organdiebe. Ja, in den USA ist das alles legal. Und dieser Autor möchte nochmal betonen, dass er keine Verantwortung für den Inhalt externer Links übernimmt.
  • Zu Zombietime: Der Betreiber der Site, der sich nur „Zombie“ nennt, wundert sich übrigens inzwischen über den Ansturm von Besuchern aus Deutschland (Kommentar Nummer 6). Da er leider keine E-Mail-Adresse angibt, für ihn die Erklärung:

    Dear Zombie:

    The reason you are getting these hits from Germany is because I am using your pictures to show what is covered by the First Amendment, how the police are structured, and a few other things. This is a blog that tries to explain to Germans how the U.S. works, and your pictures are fantastic examples, because a lot of stuff shown is verboten over here. I’ll be using the Folsom Street Fair series (both parts) in a future entry about public nudity, so there will probably be more hits coming. Thanks for all the work!

    Yours from Germany,
    Scot W. Stevenson

    Wer die Bilder von Folsom jetzt schon suchen will, tut es bitte nicht vor dem 18. Lebensjahr und besser nicht auf der Arbeit.

  • Zum Butt Slap, weil es irgendwie zu Folsom passt: Der interessierte Leser AD weist auf eine Sportler-Werbung mit Shaquille O’Neal hin, bei dem das am Ende der Gag ist. Das kann man sich auf der Arbeit angucken.
  • Zu Meinungsfreiheit und dem FCC: Wir kommen in diesem Eintrag wohl nicht mehr vom Schweinkram weg. Denn die Satire-Journalisten des Onion habe die umstrittene Bußgeld-Politik der US-Funkaufsicht mit einem Video-Bericht aufs Korn genommen. In der Parodie erklärt ein FCC-Sprecher, dass Nacktheit immer obszön ist, außer, es geht um Alyson Hannigan:

    I’m sure any person can see the inherent artistic value in Alyson Hannigan slowly peeling away layer after layer of clothing until her milky-white bosom is in full view, obscured only by a few wisps of her auburn hair.

    In allen anderen Fällen wären „bis zu 500 Millionen Dollar“ Strafe fällig. Wir wollen da nicht widersprechen, denn wir kennen Hannigan natürlich aus Buffy, wo sie die Hexe Willow Rosenberg spielt. Und das bringt uns –

  • Zu Buffy, denn die gute alte „New York Times“ bespricht ausführlich die plötzlichen Veränderungen in Buffys Liebesleben in dem grade erschienen Heft 12 der achten Staffel (aufmerksame Leser werden die Entwicklung erwartet haben). Dabei stellt die „NYT“ das komplette erste Heft [PDF] der Staffel kostenlos zur Verfügung. Wer einen Download von etwas mehr als 100 MByte nicht scheut, kann damit nochmal die Beispiele für den Vornamen durchgehen.
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