ZEUGS: Die Wahl, der Bürgerkrieg in kurz und wahre Männer, eiskalt

Januar 20, 2008
  • Zum Bürgerkrieg: Mrs H. von Never Enough Homework hat ein Video [YouTube] gefunden, das den Krieg in vier Minuten auf einer Karte zusammenfasst. Man beachte den Opfer-Zähler in der unteren rechten Ecke.
  • Zur Wahl, eine sprachliche Bemerkung: In den USA heißt es (in der Regel) to run for office und in Großbritannien to stand for office. Die dazugehörigen Witze über faule Engländer in einem kleinen Land mag sich jeder selbst ausdenken.
  • Zu den Belastungen der Wahl: In diesem Jahr ist es John McCain von den Republikanern, der unter besonderer Beobachtung steht: Hält der 71-Jährige durch? Immerhin leidet er bis heute an den Folgen der jahrelangen Folter in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft. Er selbst sagt über sich:

    I am older than dirt and have more scars than Frankenstein

    Schon im Wahlkampf 2000 veröffentlichte er 1.500 Seiten medizinischer und psychiatrischer Befunde. Angeblich ist er nicht wahnsinnig.

  • Zu Wahlen und Geld: Wie vorhergesagt sind nach Hillary Clintons Niederlage in Iowa die Spender in Panik ausgebrochen, erstmal zumindest. Und umgekehrt bekam McCain schon nach seinem Sieg in New Hampshire mehr Geld. QED.
  • Zum Waffenrecht: Während wir auf den Supreme Court warten, können wir darauf hinweisen, warum die Diskussion über den Second Amendment schnell kompliziert werden kann. Nach einer Liberalisierung des Waffenrechts in Michigan sind mehrere Dinge passiert: Die Zahl der Bürger mit Schusswaffen hat sich versechsfacht, während die Zahl der Gewaltverbrechen und die der Toten durch Schusswaffen zurückgingen. Es gilt natürlich auch hier unser Hinweis auf den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität.
  • Zum Duck Test: Von dem Begriff leitet sich in der Informatik auch das duck typing ab, wie es bei Python auftritt. Für Nicht-Freaks: Python ist eine moralisch fragwürdige Sprache mit Prinzipien wie it is easier to ask forgiveness than it is to get permission („EAFP“) und missverständlichen Lehrbuch-Titeln.
  • Zu Humor der Angelsachsen: Unseren deutschen Lesern können wir auch dieses Jahr nur begrenzt die Verleihung der Darwin Awards empfehlen. Dass die Gewinner als Folge von Geschlechtsverkehr auf einer Dachspitze starben, ist dabei der Anlass für so Heuler wie:

    If you put yourself in a precarious „position“ at the edge of a pointy roof, you may well find yourself coming and going at the same time.

    Den Merkspruch für das Verhalten beim Überqueren einer Straße finden wir dort allerdings auch: Stop. Look. Listen. Or tomorrow you’ll be missing.

  • Zu Chocolate Chip Cookies: Der interessierte Leser T verweist auf eine Karikatur über die Macht der Dunklen Seite des Keksteigs.
  • Zu American Football: In dieser Saison sehen wir wieder, warum Football spannender ist als Fußball. Die New England Patriots haben alle regulären Spiele gewonnen. Im Fußball wär’s das gewesen, schönen Dank, bis nächstes Jahr. Beim Football müssen sie aber jetzt in die Playoffs, wo alle von ihnen nur eins wollen, nämlich ihr Blut.
  • Zu American Football, Fortsetzung: Wir sehen jetzt auch, welche die Sportart der wahren Männer ist. Während die hochbezahlten Weicheier Profis der Bundesliga wegen des Schnees wegen der Kälte warum auch immer Pause machen, findet heute in Wisconsin bei minus zwölf Grad Celsius das Spiel zwischen den Green Bay Packers und den New York Giants statt. Es versteht sich von selbst, dass Lambeau Field nicht überdacht ist [JPEG], dass die Linemen von Greenbay kurzärmlig auftreten

    „You can’t wear sleeves,“ guard Grey Ruegamer told Ralph Vacchiano of the New York Daily News. „That’s bullshit. That’s for the skill guys to wear.“

    – und dass wieder 70.000 Fans erwartet werden. Kurz gesagt: This is Football [JPEG].

  • Zu American Football, ein drittes Mal, weil dieser Autor frustriert ist, die Playoffs zu verpassen: Das kälteste Spiel in der Geschichte der NFL war der Freezer Bowl zwischen den Cincinnati Bengals und den Chargers im Januar 1982 bei minus 23 Grad, mit Windfaktor minus 51 Grad. Hier fing die Tradition der kurzen Ärmel an, wie Reggie Williams von den Bengals erzählt:

    It was so cold that day we didn’t bother with the pregame warmups, but when we came out for the game and saw the Chargers, we could see it in their faces. […] They saw us bare-armed; the intimidation factor had worked. It was worth it

    Fans dürfen allerdings mehr anziehen [JPEG]. Irgendwann ist auch gut.

  • (Danke an den Ehrenwerten Vater für den Hinweis auf die Linebacker)

    [Korrigiert 21. Jan 2008: Die Patriots waren nicht die Ersten, die alle Spiele der Saison gewonnen haben. Zuerst gesehen von AK, vielen Dank]

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