Die Sache mit dem Hühnchen-Geschmack

Oktober 14, 2007

[Y]ou have to wonder now, how did the machines really know what Tasty Wheat tasted like, huh? Maybe they got it wrong. […] You take chicken for example, maybe they couldn’t figure out what to make chicken taste like, which is why chicken tastes like everything.

– Mouse in The Matrix

Fragt man einen Amerikaner wie Tierfleisch schmeckt, das man nicht so häufig isst – Schlange, Alligator, Eichhörnchen, Kaninchen, Ratte, Frosch, Hund, Katze, Affe oder im Falle dieses Autors Fisch – kriegt man ständig als Antwort zu hören: It tastes like chicken. Oft wird das mit einem todernsten Gesichtsausdruck gesagt, was, wie wir in der nächsten Folge unserer Serie über den Humor sehen werden, immer ein ganz schlechtes Zeichen ist. Spätestens wenn das Gericht haggis heißt, sollte man sehr, sehr misstrauisch werden.

Denn der Satz ist eine Art kultureller running gag der Angelsachsen. Kinder lernen das durch skrupellose Verwandte, spätestens aber durch The Lion King, wenn Timon versucht, dem jungen Simba damit Insekten als Alternative zu Zebra schmackhaft zu machen (rohes Zebra soll allerdings nicht nach Huhn schmecken, sondern wie Steak, das mit Anti-Mücken-Spray besprüht wurde). Als die Teilnehmer der Reality-Show Survivor Ratte essen mussten, war den Zuschauern vor dem ersten Bissen klar, wie es schmecken würde. Und amerikanische Wissenschaftler behaupten, wenn auch tongue in cheek, dass Tyrannosaurus rex ebenfalls nach Huhn geschmeckt hätte, ganz bestimmt.

Ja, aber warum ausgerechnet Huhn und nicht Schwein oder Rind? Eine Erklärung besagt, dass es tatsächlich so ist. Die Variante aus The Matrix erscheint diesem Autor plausibler.

Warum auch immer: Jetzt weiß der interessierte Leser, was er amerikanischen Touristen sagen soll, wenn sie wissen wollen, wie Saumagen oder Zwiebelwurst schmeckt. Und nicht vergessen, dabei immer schön ein ernstes Gesicht zu machen.

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