ZEUGS Die Todesstrafe in Texas, Indianer gegen die Männerbewegung und die Privatsphäre

August 31, 2007

Wenn dieser Eintrag später kommt als üblich, liegt es nicht daran, dass dieser Autor vor Resident Evil 4 auf der Wii versackt (wobei: diese nutzlose Präsidententochter nervt, sie hätte ruhig etwas Zeit mit gewissen Lobbyisten verbringen können). Nein, das Problem der zwei Rechner wurde gelöst. Der gute Freund MLJ hat Unison empfohlen, und jetzt wird mit einem einzigen Befehl alles zwischen iBook und iMac synchronisiert – E-Mail, Texte, Musik, Bilder, Kalender, Bookmarks, Adressbücher. Die Lobeshymnen auf das Open-Source-Programm sind berechtigt, und wer sich mit zwei Computern herumschlägt, sollte sich Unison anschauen. Danke an MLJ für den Produktivitätsschub.

  • Zur Todesstrafe: Der texanische Gouverneur Rick Perry hat auf die Forderung der EU [PDF] nach einem Stopp der Hinrichtungen in seinem Bundesstaat geantwortet. Man beachte: Die EU verlangt ein Vorgehen der Regierung und der Gerichte, während Perry auf den Bürgerwillen verweist – genau der Unterschied, den wir beschrieben hatten.
  • Zur Direktwahl: Vor dem Bericht von General Petraeus zum Irak-Krieg rufen Befürworter und Gegner eines fortgesetzten Einsatzes ihre Unterstützer auf, sich bei den Kongressabgeordneten Gehör zu verschaffen:

    If you are calling a Senator who is not from your state, say „I am a veteran of the Iraq War [or insert relevant experience] who served with [insert unit] in [insert location] from [insert dates]. I am a member of Vets for Freedom and I’m calling to tell Senator [name] that I oppose MoveOn.org’s attempts to undermine the mission in Iraq and to remind the Senator what the ‚cost of defeat‘ in Iraq would be. […].“

    Das ganze geht im 21. Jahrhundert natürlich auch per Video [YouTube], hier gezielt gegen den Demokratischen Abgeordneten Briad Baird aus Washington, weil er seine Meinung zum Irak-Krieg geändert hat. Auf die Abgeordneten persönlich wird Druck ausgeübt, nicht auf die Parteien. Werden diese Aufrufe befolgt? Bei der Debatte um ein neues Einwanderungsgesetz brach die Telefonzentrale des Kongresses zusammen.

  • Zu den Indianern: Als Einstimmung auf einen Eintrag zur Kultur hier eine Kriegserklärung der Lakota („Sioux“) von 1993 gegen die Leute, die ihren Glauben im Rahmen von New-Age-Ritualen, Neopaganismus und, kein Witz, der „Männerbewegung“ missbrauchen.
  • Zum Schweinkram: Zu American Psycho gibt es auch eine Geschichte aus Deutschland, wo die Übersetzung 1991 auf den Markt kam. Denn vier Jahre später (!) beschloss die BPjM plötzlich, das Buch doch zu indizieren. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch brauchte bis 2001, um vor Gericht wieder den freien Verkauf durchzusetzen. Das ist ein Beispiel für die wirtschaftliche Bedeutung der unterschiedlichen Gesetze, die wir bei unserer Diskussion aus Platzgründen ganz ausgeklammert hatten.
  • Zum Gesundheitssystem: Ein Grund, warum viele US-Bürger einer zentralen, staatlichen Gesundheitsvorsorge skeptisch gegenüberstehen, ist das abschreckende Beispiel Kanadas. Durch die Medien beider Staaten ging jetzt ein Fall, wo die Kanadierin Karen Jepp für die Geburt ihrer Vierlinge Autumn, Brooke, Calissa und Dahlia ins 520 Kilometer entfernte Great Falls, Montana (Bevölkerung 57.000) geflogen werden musste, weil das kanadische Gesundheitssystem mit ihr überfordert war. Jepp war in diesem Jahr die bislang fünfte Frau allein aus Calgary (Bevölkerung 1.000.000), die zur Geburt in die USA musste. So etwas macht keinen guten Eindruck. Und ja, die ABCD-Mädels sind jetzt Bürgerinnen der USA.
  • Zur Privatsphäre: Das Blog German Joys weist auf eine Analyse [PDF] des Justizprofessors James Q. Whitman aus Yale über die unterschiedlichen Vorstellungen von Amerikanern und Europäern hin, was mit „privat“ gemeint ist:

    What kind of „privacy“ is there, Americans will ask, in countries where people prance around naked out of doors while allowing the state to keep tabs on their whereabouts, convict them on the basis of unfair police investigations, peer into their living rooms, tap their phones, and even dictate what names they can give to their babies?

    Den letzten Punkt hatten wir bereits angesprochen. Wir werden versuchen, weitere Punkt aus dem Text in etwas weniger juralastiger Form aufzugreifen.

  • Zu Frisörmelodien: Der interessierte Leser PM fühlte sich weniger an Roger Rabbit als an Bruce Lees Game of Death erinnert, wo die Melodie auch vorkomme. Eine direkte Verbindung zu Buffy hat dieser Autor leider, leider immer noch nicht gefunden …
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