ZEUGS: Eine Note für die Flagge, Schwarze an Unis und Literaturparodien

Juli 6, 2007
  • Zur Flagge: Wir haben den Flag Day am 14. Juni nicht erwähnt, der zwar nicht einer der zentralen Feiertage ist, aber trotzdem. Zur Wiedergutmachung der Hinweis, dass das heutige Design ursprünglich ein Schulprojekt war, das nur eine B Minus als Note bekam – genau, deswegen hatten wir das amerikanische Notensystem vorgestellt. Gar nicht auszudenken was herausgekommen wäre, wenn man ein Regierungskomitee damit beauftragt hätte.
  • Zu Titeln: Der Link in dem Eintrag über das Notensystem führte zu der Website von jemand, der sich nur als „Jack Lynch“ vorstellt. Es bleibt dem interessierten Leser überlassen, sich seinen Lebenslauf [PDF] anzuschauen und zu überlegen, welche Titel er im germanischen System führen würde. Auf der Website sind auch einige Empfehlungen zum Plain English.
  • Zum Gesundheitswesen: In Massachusetts ist am 1. Juli die angesprochene Pflichtversicherung in Kraft getreten. Dieser Autor sucht noch nach einem guten Ansatz, um das Gesamtsystem in seiner ganzen monströsen Komplexität zu erklären.
  • Zur Allgemeinbildung: Spiegel Online hat eine Studie [PDF] im Auftrag von Oppenheim Pramerica aufgegriffen, die sich mit dem Wissen der Deutschen über die USA beschäftigt. Die Lücken lassen viel Platz für lustige Desinformationsspiele – vielleicht so etwas wie: Der Name Washington, der in den USA so häufig zu finden ist, geht auf den Indianer zurück, der den Siedlern Popcorn zeigte …
  • Zum Staatsaufbau: Der interessierte Leser SB weist darauf hin, dass man amerikanisches Verfassungsrecht in fünf Minuten erklären kann.
  • Zu TV-Ratings: Wir hatten bei Jericho darauf hingewiesen, dass digitale Videorekorder sich mehr und mehr durchsetzen – 17 Prozent der Amerikaner haben inzwischen so etwas. Nun stellt sich auch die Rating-Agentur Neilsen um: Sie wertet jetzt aus, wie häufig eine Werbung geguckt wird und nicht die Sendung selbst. Ob das so gut ist, ist noch umstritten.
  • Zu Rassen: Der Anteil der Schwarzen an den Universitäten der Südstaaten entspricht jetzt dem Anteil in der Gesamtbevölkerung. Das erinnert uns daran, dass wir über affirmative action sprechen müssen.
  • Zur Wirtschaft: Wie macht man Leuten klar, was es bedeutet, dass die USA mehr als ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaften? Ein Ansatz kommt von Strangemaps: Auf einer Karte der USA sind die Bundesstaaten nach Ländern umbenannt worden, die ein ähnliches BIP haben. Bitte die Kommentare lesen, wo über die Grenzen der Methodik diskutiert wird.
  • Zu den Cherokee-Wahlen: Wir hätten ausdrücklich darauf hinweisen sollen, dass es bei den Kandidaten keine Parteien gibt. Hier ist besser als auf Bundesebene das amerikanische Ideal verwirklicht, Menschen und nicht Parteien zu wählen. Gewonnen hat übrigens Amtsinhaber Chad Smith mit 59 Prozent der Stimmen. Auch die Verfassungsänderung wurde bestätigt.
  • Zu Spenden: Die US-Bürger haben im vergangenen Jahr einen Rekord mit 295 Milliarden Dollar aufgestellt. Die „Mega-Spenden“ der Superreichen machten 1,3 Prozent dieser Summe aus.
  • Zu Going Postal: Bei dem Buffy-Spinoff Angel finden wir in der letzten Folge der 4. Staffel „Home“ eine Variante des Spruchs. Kurz nachdem Angel Lilah Morgan gewürgt hat, sagt sie über seinen Sohn Connor:

    I can’t image how the kid turned out postal.

    Lilah wurde einige Folgen zuvor enthauptet, daher ist das mit dem Würgen nicht so schlimm.

  • Zum Wizard of Oz: Nur damit niemand diesem Autor vorwirft, es übersehen zu haben: Natürlich gibt es auch in Buffy Staffel 8 eine Anspielung: Die schottische Slayerin Leah nennt in Heft 2 die Hexe Amy th‘ bitch ‚a the west, nach der Wicked Witch of the West.
  • Zu Literaturzitaten: Tennysons Charge of the Light Brigade wurde von Peter Jackson in den dritten Teil von Lord of the Rings eingebaut. Der sinnlose Sturmangriff von Faramirs Reitern – der so nicht im Buch vorkommt – ist eine Anspielung auf das Gedicht, was allerdings nur den Angelsachsen klar sein dürfte.
  • Zu Literaturzitaten, noch etwas: Zu Macaulays Horatius gibt es eine bitterböse Parodie über die Militärbürokratie mit dem Namen „A Medal for Horatius“.

(Hinweis auf die Wirtschaftskarte von NMK, Hinweis auf das Tennyson-Zitat von DKS, vielen Dank. Geändert 15. Juli 2007 „Fahne“ durch das korrektere „Flagge“ ersetzt, Danke an MM für den Hinweis)

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