ZEUGS: Mitgehört, mitgelernt und mitgelesen

Februar 19, 2007
  • Zur Lautstärke: Der Hinweis auf mitgehörte Gespräche hat den interessierten Leser BK dazu veranlasst, gleich drei Links einzuschicken: Overheard in the Office, Overheard in New York und Overheard at the Beach. Nein, dieser Autor wird nicht jeden Slang-Ausdruck erklären.
  • Zum Bürgerkrieg: Der interessierte Leser HS bricht eine Lanze für das Berliner Schulsystem: Im Gymnasium werde der Bürgerkrieg zwar nicht im Geschichtsunterricht durchgenommen – dort nur die Sklaverei – aber wohl im Englischunterricht. Vokabeln wie frontal assault und flanking maneuver sind seit 2001 auch besonders nützlich.
  • Zum Gesamtüberblick: Der Autor und Fotograf Otto Buchegger hat einen kurzen, aber sehr lesenswerten Überblick über die USA geschrieben:

    Ich vergleiche […] Michael Moore etwa mit Gregor Gysi von der PDS. Auch der ist ein guter Redner und Medienmensch, aber in der praktischen Politik hat er nichts bewirkt. Wer sich nun nur aus Gysis Äußerungen sein Deutschlandbild machen würde, wäre sicherlich auch schlecht beraten.

    Buchegger mag übrigens auch kein Root Beer. Natürlich.

  • Zur vielzitierten angelsächsischen Literatur: Entgegen der ursprünglichen Planung werden wir nach The Wizard of Oz nicht Alice in Wonderland durchnehmen, weil es einfach zu britisch ist. Trotzdem die dringende Empfehlung an alle, die viel mit den USA (oder anderen Angelsachsen) zu tun haben, sich das Buch wie auch den zweiten Band Through the Looking-Glass anzuschauen, denn es wimmelt in der Praxis nur von Anspielungen. Dazu gehören das Red Queen’s Race oder alles, was mit weißen Kaninchen zu tun hat, von Jefferson Airplanes Klassiker bis „The Matrix“. Richtig gut soll The Annotated Alice von Martin Gardner sein.
  • Zum US-Recht: Beim German-American Law Journal gibt es Kurzeinträge zum amerikanischen Rechtssystem auf deutsch. Manchmal etwas sehr fachspezifisch, aber auch mit allgemeineren Annekdoten wie zur Unterschrift:

    Sauber, ordentlich und mit Muße setzt der Amerikaner seine Unterschrift auf Schecks und sonstige Dokumente. Der Europäer hingegen wirkt in seinen Augen elektrisiert: Ein rascher Schwung, fertig. Der Amerikaner ist verblüfft. Soll das ein Witz sein? Meint es der Europäer mit dem Vertrag nicht ernst? Wir haben in good Faith ein halbes Jahr verhandelt, sind hin- und hergeflogen, und nun so etwas!

  • Zur US-Sicht von Europa: Der frisch gebackene Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, Edmund Phelps von der Columbia University, schreibt in einem Gastbeitrag im „Wall Street Journal“ von der nach seiner Ansicht „fehlenden Dynamik“ in den Wirtschaftssystemen in Kontinentaleuropa. Damit meint er insbesondere die Wirtschaftskultur in Deutschland, Frankreich und Italien.
  • Zur Höflichkeit: In den Foren des Übersetzungs-Leos gibt es einen Thread über unser Thema warum Angelsachsen nicht sagen, was sie denken. Dass die Diskussion fundiert ist, sieht man schon daran, dass auf dieses Blog verwiesen wird (hust). Dort finden sich auch viele andere Beispiele von Briten und Amerikanern.
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