ZEUGS: Amerikaner sind vielleicht doch brav, der MiB und Umfragen

Januar 31, 2007
  • Zur Nationalhymne: Einige interessierte Leser sind der Meinung, dass mit der Übersetzung von circa 1864 zu harsch verfahren wurde: Tatsächlich hieß „brav“ auch im Deutschen früher „tapfer“. Das hatte sich dieser Autor auch gedacht, Recherchen deuteten jedoch darauf hin, dass es viel früher war. Wir wollen das aber hier ausdrücklich erwähnen, weil er bei dem Eintrag ohnehin keinen guten Tag hatte. Danke daher auch gleich an die vielen Leute, die auf die Folgen eines unkonzentrierten cut-and-paste auf gleich zwei Liedtexte hingewiesen haben.
  • Zu dem Schreibtisch des Präsidenten: Unsere Lieblingszeitung „The Onion“ hatte vor einiger Zeit einen Bericht über die Art, wie George W. Bush angeblich das Weiße Haus hat umbauen lassen. Vermutlich haben sie für jeden Präsidenten so etwas geschrieben. Dieser Autor will gar nicht wissen, wie die Änderungen für Clinton ausgesehen haben sollen.
  • Zu den Manieren der Angelsachsen: Wer mit Grammar Girl Spaß hatte, kann sich auch mal den Blog zu korrektem Benehmen anschauen. Wie immer bei solchen Anleitungen für egal welche Kultur darf man nicht erwarten, dass so etwas auch in der Praxis zu finden ist – welcher Deutsche denkt schon daran, dass der Mann immer zuerst die Treppe hinaufgeht? Aber Diskussionen wie die über das einfache „Nein“ sind vielleicht für den einen oder anderen Leser interessant. Und wenn nicht, würde man es diesem Autor bestimmt nie sagen.
  • Zu Niemand mag uns: Der BBC hat seine jährliche Umfrage [PDF] über Einstellungen zu den USA herausgegeben. Wir lassen hier die Frage beiseite, warum das ausgerechnet die Briten so interessiert und halten fest, dass aus einer Gruppe von 18 Ländern die Deutschen am ehesten den Einfluss der USA auf die Welt als negativ sehen, noch vor muslimischen Staaten wie Indonesien:

    German views of US influence have worsened significantly over the last year, with negative attitudes increasing from 65 to 74 percent. Only 16 percent of respondents say they have a mostly positive view of US influence in the world, down from 21 percent.

    Das ist ein guter Anlass, um im Rahmen unserer Reihe über Humor auf Randy Newmans Lied „Political Science“ hinzuweisen. Wer damit Schwierigkeiten hat, kann sich zuerst an seinem Anti-Rassimus-Klassiker „Short People“ versuchen.

  • Zu dem 800-Pfund Gorilla und auch dem vorherigen Punkt: Das Bild des Riesengorillas taucht in einer Analyse des Anti-Amerikanismus von Andrei Markovits auf, das viele Beispiele aus Deutschland enthält. Passt in unsere Reihe von Texten wie „America Alone“, die sich damit befassen, wie Amerikaner über Europa denken. Gefunden über German Joys, dort gibt es auch eine Diskussion dazu.
  • Zu Varianten des Possessive: Richtige Besserwisser werden natürlich darauf hinweisen wollen, dass es im Englischen gar kein possessive case mehr geben soll: Das ’s ist demnach ein Klitik. Als Beleg werden gerne Beispiele angeführt wie the King of England’s horse, bei dem es sich nicht um Englands Pferd handelt, sondern um das Pferd des Königs von England. Da dieser Autor kein Sprachwissenschaftler ist, aber welche kennt, werden wir alle weiteren Recherchen zu diesem Thema dem interessierten Leser überlassen.
  • Zu amerikanischen Geheimdiensten: Die Schönste Germanin möchte darauf hinweisen, dass wir den MiB vergessen haben. Dass es den gibt, steht zweifelsfrei fest, denn sie sind auf unserer Hochzeit aufgetaucht. Ja, das ist ein In-Joke, aber die Jungs und Mädels hätten trotzdem nicht fehlen dürfen. Und wenn jetzt alle Leser bitte kurz auf diesen silbernen Stift gucken könnten …
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