Kurz erklärt: Der Sherman Pledge

Dezember 10, 2006

Nach den Kongresswahlen gibt es in Washington nur noch ein Thema: Wer wird 2008 für die Nachfolge von Präsident George W. Bush kandidieren? Um das herauszufinden gehen amerikanische Journalisten von Politiker zu Politiker, halten ihm oder ihr vor laufender Kamera ein Mikrofon ins Gesicht und fordern sie auf, etwas namens the Sherman pledge abzugeben.

Dieser „Eid“ geht auf den Bürgerkriegs-General William Tecumseh Sherman zurück, der vor der Wahl von 1884 auf diese Frage mit folgendem Satz antwortete:

If drafted, I will not run; if nominated, I will not accept; if elected, I will not serve.

Zu den potenziellen Kandidaten für 2008, die den Eid abgelegt haben, gehört Vize-Präsident Dick Cheney. Nur um sicher zu sein, dass man ihn verstanden hatte, fügte er auch ein hell no hinzu.

Noch interessanter ist natürlich, wer sich bislang trotz direkter Fragen darum gedrückt hat: Ex-Vizepräsident Al Gore und das derzeit wohl beliebteste Mitglied im Kabinett von Bush, Außenministerin Condoleezza Rice. Beide haben zwar erklärt, dass sie nicht vor haben zu kandidieren, aber irgendwie will ihnen der Sherman Pledge doch nicht über die Lippen kommen. Gore begründet das so:

I haven’t made a Shermanesque statement because it just seems odd to do so.

Wenn das nicht überzeugend ist.

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