Die häufigsten Suchanfragen, Teil 2

November 25, 2006

(Ein Rat zur Internet-Suche für alle Amerika-Interessierten: „Die USA“ ist im Deutschen immer Mehrzahl, also „Die USA sind das Heimatland des Root Beer“. Die Singularform („Die USA ist …“) ist ein Anglizismus.)

Suchanfragen im November 2006 waren:

Die umgedrehte US-Fahne

In unserem Eintrag über die US-Fahne haben wir einen Punkt vergessen – was heißt es, wenn das Sternenbanner auf dem Kopf steht?

Eigentlich ist das ein Notsignal [PDF], wie die offene Motorhaube bei einem Auto am Straßenrand. Im Zeitalter von Handys und GPS-Sendern wird es allerdings fast nur noch bei Protestaktionen verwendet. Die Botschaft hängt davon ab, wer der Träger ist: Es kann ausdrücken, dass man sein Land in Gefahr sieht, ohne dass damit die USA beleidigt werden. Es kann aber auch Down with America bedeuten. In diesem Zusammenhang gab es im März 2006 während der Debatte um illegale Einwanderer ziemlichen Wirbel wegen einer Fotoserie mit einer mexikanischen Fahne über einer umgedrehten amerikanischen Flagge, so gehisst von hispanischen US-Schülern in Kalifornien.

Die Symbolik ist noch nicht bis nach Europa vorgedrungen, zumindest hat dieser Autor bei US-feindlichen Protesten in Deutschland noch nie ein Sternenbanner gesehen, das auf den Kopf steht. Dabei wäre das einfacher, ungefährlicher und vor allem billiger, als die Dinger ständig zu verbrennen. Es ist doch immer wieder faszinierend, was antiamerikanische Demonstranten alles nicht über die USA wissen.

Von wem kauften die USA Alaska?

Vom Russischen Reich, am 30. März 1867, für 7,2 Millionen Dollar. Die Russen hatten keine Verwendung dafür und befürchteten wie die Amerikaner, dass der gemeinsame Feind Großbritannien die Region mit Gewalt zu einem Teil von Kanada machen könnte. Der Kauf wurde in den USA heftig kritisiert. Zwar ratifizierte der Senat den Vertrag ziemlich schnell, das Repräsentantenhaus gab die Gelder aber erst im folgenden Jahr frei. Das Gebiet wurde nach dem damaligen Außenminister William Seward zunächst auch spöttisch Seward’s Icebox genannt. Später fand man bekanntlich Gold und Öl und plötzlich war alles gut.

Die USA haben einen großen Teil ihres Staatsgebiets gekauft. Der gesamte Mittelteil im Stromgebiet des Mississippi ging 1803 als Louisiana Purchase für 15 Millionen Dollar an die USA, weil Napoleon der Meinung war, es im kommenden Krieg mit England ohnehin nicht halten zu können. Die USA wurden auf einen Schlag doppelt so groß. Da die Geschichte einen hohen Unterhaltungswert hat, werden wir ihr einen eigenen Eintrag widmen.

Abkürzungen der US-Bundesstaaten

Die amerikanische Post hat jedem Bundesstaat und Außengebiet der USA einen Zwei-Buchstaben-Code zugewiesen (als Karte bei der Wikipedia [PNG]). Die vorgeschriebene Reihenfolge bei der Adresse auf einem US-Brief lautet:

[Name]
[Hausnummer] [Straße]
[Stadt] [Abkürzung des Bundesstaates] [Zip Code]

Was man hier nicht so gut sieht: Zwischen der Abkürzung für den Bundesstaat dem zip code – die Postleitzahl – sollen zwei Leerzeichen hin.

Das ist die offizielle Version. In der Praxis wird nach der Stadt ein Komma gesetzt, trotz der Versuche der Post, alle Satzzeichen aus der Adresse zu entfernen. Da hat sie noch viel Arbeit vor sich: Selbst Senatoren, die dem Postmaster General schreiben, benutzten das Komma noch.

Als Erwachsener Windeln tragen

Äh.

Inzwischen haben eine Reihe von derartigen Suchstrings zu diesem Blog geführt, vermutlich nach der Ankündigung der Geburt von Kind Nummer Zwei. Klar ist dabei, dass hier das, sagen wir mal, hobbymäßige Tragen von Windel gemeint ist. Diesem Autor liegt nichts ferner, als über das Sexualverhalten anderer Leute zu urteilen. Allerdings dürfte die Lektüre dieses Blogs recht, nun, unbefriedigend sein …

(Ergänzt 26. Nov 2006: Verwendung des Kommas in der Adresse, Danke an den Ehrenwerten Vater für die Recherchen dazu)

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