Kurz erklärt: Majority und Minority Whip

Juni 2, 2006

Ein whip ist ein hochrangiger Posten im amerikanischen Kongress, dessen Inhaber für die Einhaltung der Parteidisziplin sorgen soll. Der Name wurde vom britischen Parlament übernommen und stammt aus der Fuchsjagd. Hintergrund in den USA ist der fehlende Fraktionszwang wegen der Direktwahl der Abgeordneten. Ein guter Whip ist für seine Partei Gold wert: Tom DeLay erhielt den Spitznamen „The Hammer“ für seine Fähigkeit, die Republikaner im Repräsentantenhaus zu einigen. Whips neigen meist dazu, eher hinter den Kulissen zu arbeiten.

Es wird unterschieden zwischen einem majority und einem minority whip. Majority Whip im Repräsentantenhaus ist im Moment der Republikaner Roy Blunt, Minority Whip ist der Demokrat Steny Hoyer. Im Senat ist der Majority Whip Mitch McConnell, ein Republikaner, und der Minority Whip ist der Demokrat Richard Durbin.

Wegen des starken Fraktionszwangs im Bundestag gibt es kein deutsches Gegenstück, was die direkte Übersetzung unmöglich macht. Hilfreich sind Formulierungen wie „… der für die Parteidisziplin verantwortliche Majority Whip …“. Bitte nicht vom „Mehrheitsführer“ sprechen – das ist der majority leader, ein ganz anderer Posten.

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