TERMIN 04. Dez 2012 Vortrag von Botschafter Murphy zur US-Demographie

November 29, 2012

Der US-Botschafter Philip D. Murphy hält am Dienstag, dem 04. Dezember 2012 um 18.30 Uhr an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Vortrag mit dem Titel

The Changing Face of Demographics in America: The Path to a More Perfect Union

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten. Wir hatten 2006 das Thema kurz angerissen, ziemlich lange her also.


META Index ergänzt

November 26, 2012

Gut, eine Sache kriegen wir in der Pause hin, den Index auf den aktuellen Stand zu bringen (s. linke Spalte oder für Faule hier). Die Einzelstücke zu Wahlen haben jetzt einen eigenen Unterpunkt.


META Blogpause bis Montag, dem 3. Dezember 2012

November 17, 2012

Wegen diverser Dinge im echten Leben (unter anderem natürlich Thanksgiving) legen wir hier eine Pause bis Montag, den 3. Dezember 2012 ein. Als nächstes Thema dürften wir Hawaii behandeln, oder Hawai’i, oder beides.


ZEUGS: Orcs (und andere) im Senat, rassistische Tweets und der Statistik-Gott

November 11, 2012

So, das war’s dann erstmal wieder mit dem Wahlzirkus — jetzt haben wir zwei Jahre wieder Ruhe. Moment, nur zwei Jahre?

  • Zur Legislaturperiode: Ja, zwei Jahre. Dieser Autor hatte nicht ganz ohne Hintergedanken im vergangenen Zeugs von der “zweijährigen Legislaturperiode” geschrieben, und tatsächlich haben einige interessierten Leser nachgefragt, ob das nicht ein Fehler sei. Nein — wegen der Gewaltenteilung sind die Amtszeiten des Präsidenten (vier Jahre) und die Legislaturperiode (zwei Jahre) nicht wie in den meisten europäischen Staaten identisch. Sprich, die nächste Wahl ist 2014. Außer natürlich, man ist zufällig Deutscher und muss 2013 zur Urne.
  • Zur direkten Demokratie: Nach den Referenden für die Homo-Ehe in mehreren Bundesstaaten untersucht Pew Research die regionalen Unterschiede in den USA. Der Trend ist eindeutig:

    The tipping balance of American public opinion was confirmed in this week’s national election exit polling: 49% of voters said their state should legally recognize same-sex marriage; 46% said it should not.

    Im US-Kongress ist auch die erste offene lesbische Senatorin eingezogen, Tammy Baldwin aus Wisconsin. Nach der Siegesserie wird im Internet viel das Bild Liberty kissing Justice von Mirko Ilic gepostet, leider oft ohne Quelle. Es stammt aus dem Jahr 2004.

  • Zur Religion in den USA: Wie man am vorherigen Eintrag sehen kann, haben die tiefchristlichen Gruppen massive und wie sie es selbst sehen folgenschwere Niederlagen erlitten: Immer mehr Amerikaner lehnen ihre Weltsicht schlicht und einfach ab.

    “It’s that the entire moral landscape has changed,” he said. “An increasingly secularized America understands our positions, and has rejected them.”

    Die “New York Times” geht weiter auf die langfristigen Auswirkungen ein. Ehrlich, schreiben die nur noch von diesem Blog ab?

  • Zu Muslimen im Kongress: Parallel zu dem Rückgang der Gläubigen allgemein geht der zweite Trend zur religiösen Vielfalt auch nicht spurlos am Kongress vorbei. Im Senat ist erstmals ein Buddhist eingezogen, Mazie Hirono aus Hawaii. Sie ist damit auch die erste in Japan geborene und erste asiatische Senatorin. Hirono hielt früher im Repräsentantenhaus den Sitz, der ab jetzt Tulsi Gabbard gehört, einer 31-jährigen Hinduistin und Veteranin des Irak-Kriegs. Das ist das erste Mal überhaupt, dass diese Religion im Kongress vertreten ist.

    Hopefully the presence in Congress of an American who happens to be Hindu will increase America’s understanding of India as well as India’s understanding of America.

    “Unser” Muslim Keith Ellison aus Minnesota hat seine dritte Amtszeit im Repräsentantenhaus gewonnen. Auch sein Kollege André Carson aus Indiana wurde trotz kontroverser Äußerungen über islamische Schulen als Vorbild für die USA wiedergewählt.

  • Zu Orcs in der Politik: Dann hätten wir noch die Demokratin Colleen Lachowitz, Landes-Senatorin von Maine, die von den Republikanern im Zusammenhang mit ihrer Leidenschaft für das Online-Spiel World of Warcraft angegriffen wurde. Lachowitz (offenbar Level 85, übrigens) hat gewonnen, und ihre Fans jubeln:

    Lvl 90 Goblin Hunter signing in to say a hearty Congrats! to you for showing the world that we gamer girls really are EVERYWHERE, so you GOPers [Republicans] better watch out from now on hehe!

    Womit klar ist, warum dieser Autor nicht einmal in die amerikanische Landespolitik einsteigen könnte: Er hat bei Diablo III noch nicht einmal seine Zauberin auf Level 60 gebracht. Man kommt ja zu nichts.

  • Zu Wahlbezirken: Mit gerrymandering wird in der US-Politik die Manipulation der Grenzen der Wahlbezirke durch die Regierung eines Bundesstaates bezeichnet, um der eigenen Partei einen Vorsprung zu verschaffen. Schauen wir uns bei ProPublica an, wie erfolgreich die Demokraten damit in Kalifornien waren:

    So how did congressional Democrats do in California after redistricting shook everything up? Quite well. Of 34 Democratic incumbents, only three lost their races, all three to other Democrats. Overall, Democrats in California gained four seats.

    Der Artikel beschreibt im Detail, wie so eine Änderung des Wahlkreises abgelaufen sein soll. Das Spiel spielen natürlich beide Parteien, wie wir am Beispiel der der Republikaner in North Carolina sehen. Es gehört zu den ungelösten Problemen des amerikanischen Wahlsystems.

  • Zum Wahlrecht: Auf io9 werden Karten zum Wahlausgang vorgestellt, die nach früheren Versionen des US-Wahlrechts basieren, sprich, insbesondere ohne Frauen und Schwarze. Das Problem ist allerdings, dass sich das Wesen der politischen Parteien über die Jahrzehnte geändert hat:

    The South, now a strong red [Republican] region, would have been very blue [Democrat] in the early twentieth century. So the white men voting Republican today would have voted Democrat historically; and of course some of our more “liberal” presidents like Lincoln were Republicans. And don’t even get me started on the Whigs.

    Wenn erstmal die Roboter das Wahlrecht bekommen, sieht eh alles anders aus.

  • Zum Nicht-Wählen, noch eine Karte: Die Größe der US-Bundesstaaten nach ihrer Wahlbeteiligung.
  • Zu Beleidigungen, die letzte Karte für heute: Auf ZDNet wird gezeigt, woher die meisten rassistischen Tweets während der Wahl kamen. Leider nicht wirklich eine Überraschung.
  • Zu Sprachen in den USA: Im Language Log findet sich eine Diskussion über die Feinheiten mehrsprachiger Hinweisschilder in amerikanischen Wahllokalen.

    In Korean, it is necessary to add “hada” to Chinese verb-object compounds in order to give them verbal force in a sentence. The form of “hada” used here (“hashipshio”) is gently imperative, so the whole sentence means something like “Go ahead and cast your ballots here.”

    Gesucht werden noch Kommentare zu den Schildern auf Thailändisch, Tagalog und Kambodschanisch, sollte sich jemand hier berufen fühlen.

  • Zur Wahlstatistik: Schließlich könnte dem interessierten Leser in den vergangenen Tagen der Name Nate Silver untergekommen sein, der für die “New York Times” das Wahlstatistik-Blog FiveThirtyEight schreibt (der Name leitet sich von den 538 Wahlmännern ab).

    A former baseball statistician, Silver has made his name by aggregating state level polling data, and predicting the likelihood of victory by adjusting for different factors that have historically influenced electoral performance. He consistently rejected the conventional wisdom that the race was tied, and for that, he was cast as a left-wing nut peddling bad science.

    Silver hat mit seinem wissenschaftlichen Ansatz faktisch durch die Bank Recht gehabt, was natürlich unverzeihlich in den Augen der Journalisten und Kommentatoren ist, die noch am Wahlabend auf der Basis ihres “Gefühls” (gut feeling) einen knappen Ausgang oder gar einen Sieg des Republikaners Mitt Romney vorhergesagt hatten. Sein Fans zitieren xkcd. Natürlich.


ZEUGS: Heulende Kinder, Goldkauf statt Wahlgang und Panik in Kanada

November 5, 2012

Man sollte sich von den Medien nicht täuschen lassen: Eine große Zahl von Amerikanern hat inzwischen die Nase gestrichen voll von der Wahl und wünscht sich nur noch, dass sie vorbei ist — nicht umsonst macht das Video vom heulenden Kind [YouTube] die Runde. Es gibt einen guten Grund, warum die Legislaturperiode eisern auf zwei Jahre festgelegt ist und nicht wie in Europa ständig Wahlen vorzeitig stattfinden: Würde kein Mensch aushalten.

Anbei einige letzte Links, die von oben nach unten zunehmend weniger ernst werden. Durchhalten, nur noch zwei Tage!

  • Zum Kongress und zur Gewaltenteilung: Der interessierte Leser NMK hat ein Psychoprofil der “Washington Post” des republikanischen Kandidaten Mitt Romney gefunden, das diese Passage enthält:

    “We don’t need a president to tell us in what direction to go,” said Grover Norquist, president of Americans for Tax Reform, at the 2012 Conservative Political Action Conference. “We just need a president to sign this stuff.”

    Dieser Autor hat inzwischen das (allerdings sehr subjektive) Gefühl, dass die wirtschaftlich ausgerichteten Medien eher als die politischen betonen, welche Bedeutung die Kongresswahl hat — vielleicht liegt das am drohenden fiscal cliff des US-Haushaltes. Im Kongress deutet sich weiter ein “faktisch unverändert” an, mit einer republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus und einer demokratischen im Senat.

  • Zur Wahlnacht, wer das Haus nicht verlassen will: Die American Academy in Berlin veranstaltet ein Hangout bei Google+ mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und anderen Gästen. Da wir ein Familienblog sind (meistens zumindest) gibt es hier keine Links zu den diversen Trinkspielen.
  • Zu Nicht-Wählen in den USA: Das Wirtschaftsblog Zero Hedge ruft dazu auf, statt zur Urne zu gehen lieber Gold zu kaufen und damit dem ganzen politischen System, nun, so richtig die Meinung zu geigen:

    [T]here is something you can do tomorrow that is 1000 times more constructive and helpful to America than voting. Go down to your local precious metals dealer and buy an ounce of physical gold or physical silver, or preferably, one troy ounce of both, and let the politicians that bow down to the money masters really know what you think.

    Ein troy ounce sind 31,1 Gramm.

  • Zu Wahlslogans und Sommerzeit: Nicht wirklich neu, aber vielleicht dem einen oder anderen interessierten Leser noch nicht bekannt, dieser Spruch vom Samstag aus dem konservativen Blog InstaPundit: Don’t forget to change your clocks tonight, and your President on Tuesday.
  • Zur Flucht aus den USA: Wie inzwischen eigentlich bei jeder Wahl gibt es wieder die Drohung von Prominenten, das Land zu verlassen und nach Kanada zu ziehen, sollte Kandidat X das Rennen gewinnen. Nur, was sagen eigentlich die Kanadier dazu, fragt sich die “New York Times”.

    “Every Canadian I know will take exile in Florida,” joked Craig Offman, the foreign editor of The Globe and Mail. “A massive influx of Americans would generate widespread fear and terror.”

    Tatsächlich stellt sich heraus, dass selbst nach der Wiederwahl von George W. Bush kaum Demokraten ihre Drohung wahr machten. Der Bericht spricht von einem Rechtsruck in Kanada, weswegen vielleicht inzwischen eher die Republikaner dort Zuflucht suchen sollten.

  • Zu Frust ablassen durch massive Gewalt: Pünktlich zur Präsidentenwahl hat io9 die besten Beispiele für die Zerstörung des Weißen Hauses zusammengestellt (Spoiler unter anderem für den interessierten Leser CHR, der immer noch bei Fringe um drei Staffeln zurückhinkt, ehrlich, hier müssen mal Prioritäten gesetzt weden). Auch die Briten sind dabei. Es fällt auf, dass in deutschen Filmen irgendwie nie die Waschmaschine zerstört wird.
  • Zu weiteren extremen Reaktionen, wenn wir dabei sind: Das Blog xkcd gibt (mal wieder) ein Beispiel dafür, wann man es vermutlich übertrieben hat mit dem Interesse an den Wahlen.
  • Schließlich zur psychologischen Betreuung, die dann nach der Wahl nötig werden könnte: Amerikanische Psychiater raten dringend, alles im Verhältnis zu sehen:

    People need to be more accepting and less emotional about the results and realize that, in the short-term the election will not affect them.

    Mehr als zwei Wochen sollten die Symptome des post-election stress syndrome nicht anhalten, sagen die Fachleute. Vermutlich ist es gut, dass Thanksgiving bald für Ablenkung sorgt.


Warum schlechte Verlierer in den USA nicht zur Wahl antreten dürfen

November 2, 2012

Kaum schreibt dieser Autor, dass er keine Zeit hat für einen richtigen Eintrag, fällt er in einen freien Vormittag. Das trifft sich gut, denn der interessierte Leser MG will wissen, was ein sore-loser law ist. Offenbar hat das irgendwas mit der Serie The Big Bang Theory zu tun. Ehrlich, einige Leute hier sind froh, inzwischen wenigstens Dead Like Me gesehen zu haben.

Wie auch immer — die “Schlechte-Verlierer-Gesetze” der Bundesstaaten verhindern, dass der Verlierer einer Vorwahl einer Partei einfach als Unabhängiger bei der eigentlichen Wahl antritt.

Ein Beispiel für ein solches Verhalten gab es vor zwei Jahren in Florida, als der Republikaner Charlie Crist bei der Primary hinten lag. Er stieg aus und meldete sich als Unabhängiger an (und verlor trotzdem). Crists Wechsel löste Empörung aus.

Die meisten Staaten haben derartige Gesetze oder legen die Anmeldefristen so, dass man sich nur für die Vorwahl oder als Unabhängiger registrieren lassen kann, nicht aber beides. Befürworter führen Fairness und Stabilität an, Gegner nennen das Verfahren undemokratisch.

Und mehr Zeit ist jetzt doch nicht.


ZEUGS: Noch mehr Dinge zur Wahl und Halloween

November 1, 2012

Eigentlich hatte dieser Autor vor, noch vor den Wahlen einen Eintrag hinzubekommen, aber daraus wird aus Zeitgründen nichts. Daher verbraten wir erstmal einige ZEUGS-Einträge, weil wir so viele davon haben.

  • Zu Kürbissen: Man kann damit auch Tetris spielen:

    So to make the display, Pryor built and wired his own (appropriately orange) 8×16 LED matrix and carved out 128 holes for each light on the face of an appropriately-shaped pumpkin.

    Zum Fest würde vermutlich besser Left 4 Dead oder wenigstens Diablo 3 passen, aber dazu bräuchte man einen sehr, sehr großen Kürbis.

  • Zur Wahl: Der BBC spricht über zehn Besonderheiten des US-Wahlsystems. Einige haben wir hier auch schon besprochen, aber der BBC hat halt Bilder.
  • Zu Essensgewohnheiten: Slate fragt, warum Amerikaner so viel Thunfisch essen. Geht anscheinend auf den Ersten Weltkrieg zurück.
  • Zu Kostümen: Wer sagt denn, dass nur Kinder und andere Menschen sich verkleiden können? In diesem Jahr dürften 370 Millionen Dollar für Tierkostüme ausgegeben worden sein. Das ist ein Zuwachs von fast 20 Prozent zum Vorjahr. Meistens handelt es sich um Hunde — Katzen machen den Blödsinn natürlich nicht mit.
  • Zu Amerika im Allgemeinen: Ein USA-Korrespondent der BBC berichtet von dem Land, das nicht im TV zu sehen ist:

    The America I grew up with – Starsky and Hutch, Dallas and Miami Vice – was violent and selfish, individualistic, crime-ridden and brash. The America my children grow up with in film is a place of near-constant dismemberings, explosions and brutal slayings. And yet the America I report on is open and generous, charitable, decent and largely very peaceful.

    Die britischen Kommentatoren sind nicht beeindruckt — am besten ist wohl die Bemerkung, dass Amerikaner auf alles Käse tun. Was dieser Autor so nicht bestätigen kann. Schokolade vielleicht, aber nicht Käse.

  • Zu Wikingern, über die dieser Autor auch noch einen Eintrag schreiben will: Archäologen gehen davon aus, dass sie ein weiteres Wikinger-Lager in Nordamerika entdeckt haben neben L’Anse aux Meadows. Und wenn wir dabei sind: Möglicherweise haben die Wikinger jemanden nach Island zurückgebracht und mit ihr Kinder gezeugt.

    “As the island was virtually isolated from the 10th century, the most likely hypothesis is that these genes corresponded to an Amerindian woman who was brought from America by the Vikings around the year 1000.”

    Allerdings ist das noch nicht bestätigt.

  • Zu American Football: Nun soll Indien erschlossen werden:

    Television viewers got their first glimpse of Indian-inflected American football last weekend, when the Pakistan Wolfpak squared off against the Bangalore Warhawks. In terms of play, the game was reminiscent of a U.S. high school matchup.

    Das Ganze wird wie eine Reality-Show aufgezogen. Auch eine Idee.


ZEUGS: Die Wahl und Halloween

Oktober 25, 2012

In diesen Tagen gibt es nur zwei Themen für dieses Blog: Die Wahl und Halloween. Zum ersten Thema haben wir schon eine Serie geschrieben und zum zweiten eine allgemeine Einführung, daher können wir uns hier mit Feinheiten und Einzelthemen begnügen.

Da glückliche Kinder wichtiger sind als irgendwelche Politiker, fangen wir mit Halloween an.

  • Zu Halloween und Sicherheit: Science Daily gibt Sicherheitsempfehlungen:

    The most important thing to remember is to make children visible to automobile drivers. A child is four times more likely to be hit and killed by a car on Halloween than any other time.

    Den Unfug mit dem gesunden Essen ignorieren wir hier einfach mal. Augenärzte warnen zudem vor getönten Kontaktlinsen. Offenbar ist es sogar illegal (zumindest in den USA), die Dinge ohne Rezept zu verkaufen.

  • Zu Halloween-Kostümen: Eine ganze Reihe von Websites liefern natürlich Fotostrecken im Moment. Allein bei io9 finden wir Geek-Babys oder für den interessierten Leser CHR Star Wars im Vorgarten und lernen zu unser großen Befriedigung, dass die Welt Taarna von Heavy Metal noch nicht vergessen hat.

  • Zu Halloween selbst gemacht: Apartment Therapie empfiehlt grünes Licht, was sich vermutlich mit dem Essen der Schönsten Germanin, äh, beißen würde. Wir habe auch eine Sammlung von Einrichtungsvorschlägen. Der wichtigste Tipp kommt aber von Wired:

    DIY Zombie Makeup: How to Make Hideous Wounds That Last for Hours

    In den Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass man dafür schon einige Vorräte braucht, die vielleicht nicht jeder Mensch im Hause hat.

  • Zu Haunted Houses, auf die wir in Deutschland in dieser Form wohl noch warten müssen, ein Bericht mit dem griffigen Titel I Paid Strangers $50 To Tie Me Up And Scare The Shit Out Of Me:

    Someone tied my hands behind my back (…) and bagged my head. I was left kneeling, one foot shoeless, tied up with a bag over a surgical mask. It was hard to breathe.

    Den Teil mit dem nackten Mann wird der interessierte Leser selbst lesen müssen.

  • Gut, dann zur Wahl, weil man ihr ja nicht entkommt, irgendwie: Die “New York Times” analysiert die sprachlichen Eigenheiten des republikanischen Kandidaten Mitt Romney:

    In Romneyspeak, passengers do not get off airplanes, they “disembark.” People do not laugh, they “guffaw.” Criminals do not go to jail, they land in the “big house.” Insults are not hurled, “brickbats” are.

    Sollte Romney gewinnen, wird die deutsche Presse viel Spaß damit haben.

  • Zu Religion und Politikern: Ein Teil dieser komischen Sprache soll damit zu tun haben, dass Romney ein tiefgläubiger Mormone ist und nicht gerne flucht. Es mag einige interessierte Leser überraschen, dass nach Ansicht von Historikern der gläubigste Präsident bislang ein Demokrat war und kein Republikaner: Jimmy Carter.

    Like Romney, he also knocked on doors as a missionary, addressing potential converts by saying, “I’m Jimmy Carter, a peanut farmer. Do you accept Jesus Christ as your personal savior?”

    Da sind gewisse deutsche Pastoren-Töchter etwas zurückhaltender.

  • Zu alten Präsidenten: Der interessierte Leser MK verweist schießlich auf diese Grafik von xkcd hin, warum jede Wahl in den USA besonders ist. Und damit dürfte der interessierte Leser mindestens bis zur nächsten Hochrechnung beschäftigt sein.

Warum Nicht-Wählen in den USA nicht so problematisch ist (rechnerisch zumindest)

Oktober 18, 2012

Deutsche sind entsetzt, mit welcher Nonchalance Amerikaner nicht zur Wahl gehen. Hier prallen unterschiedliche Weltansichten aufeinander: Während der US-Bürger nicht einsieht, seine Stimme abzugeben, wenn ihm beide alle Kandidaten nicht gefallen und es schon mal mit einem Spruch wie Don’t vote, it only encourages the bastards abtut, lernen Bundesbürger schon als Kinder: “Nicht zu wählen ist die schlechteste Wahl.” Da werden düstere Warnungen über die Zukunft der Demokratie ausgesprochen, die Amerikaner wiederum nach 200+ Jahren Erfahrung mit der ganzen Sache irgendwie nicht ernst nehmen.

Die unterschiedlichen Einstellungen haben einen konkreten Hintergrund: Das Nicht-Wählen hat in einem Parlamentssystem wie dem deutschen schwerwiegendere Folgen als in den USA, wo die Abgeordneten direkt gewählt werden.

Vereinfachen wir das komplizierte deutsche System mit seinen Erst- und Zweistimmen sowie Überhangmandaten — schon deswegen eine gute Idee, weil die Bundesrepublik im Moment bekanntlich kein gültiges Wahlrecht hat. Sagen wir einfach: Die Sitze für eine Partei werden nach dem Prozentsatz der für sie abgegebenen Stimmen verteilt. Reines Verhältniswahlrecht also.

Wenn jetzt ein gemäßigter deutscher Wähler zu Hause bleibt, ein radikaler Wähler sich aber zur Urne schleppt, steigt der prozentuelle Anteil der radikalen Stimmen (umgekehrt natürlich auch, aber dieser Autor ist bis auf die Sache mit den Zombies ein bekennender Spießer). Sie bekommen entsprechend mehr Sitze. Sprich, bei einer Verhältniswahl ist es ein Erfolg für die Radikalen, wenn Gemäßigte nicht zur Wahl gehen.

In Deutschland ist nicht-wählen damit tatsächlich eine saublöde Idee, weil es automatisch “die anderen” stärkt, wer immer das auch sein mag.

In den USA werden dagegen Menschen gewählt und nicht Parteien (wir erinnern uns: Parteien gibt es eigentlich gar nicht). Dabei werden die Stimmen über Wahlkreise (Repräsentantenhaus) oder Bundesstaaten (Senat und Präsident) zusammengefasst.

Durch dieses Mehrheitswahlrecht werden kleinere Gruppen — ob extrem oder einfach nur “anderes” — strukturell ausgeschlossen. Die besten Chancen, auch nur einen (in Zahlen: 1) Abgeordneten in den Kongress zu bekommen hätte die Communist Party USA (“Radical Ideas. Real Politics.”), wenn alle amerikanischen Kommunisten in einen Wahlbezirk ziehen würden. Das ist auch der Grund, warum sich Mechanismen wie die Fünf-Prozent-Hürde in den USA erübrigen.

Entsprechend müssten sehr, sehr viele Amerikaner nicht zur Wahl gehen, bevor es einem Radikalen gelingen würde, auch nur in die Nähe der Kandidaten der beiden großen Volksparteien zu kommen. Das ist eine weitere Ausprägung der größeren Fehlertoleranz bei einer Mehrheitswahl im Vergleich zu einer Verhältniswahl. Der Preis dafür ist allerdings, dass politische Minderheiten als Gruppe nicht im Kongress vertreten sind.

Rein rechnerisch ist Wahlabstinenz also in den USA weniger ein Problem, denn Extremisten müssen so oder so draußen bleiben. Wie das moralisch und vom Demokratieverständnis her aussieht, ist natürlich eine ganz andere Frage. Nicht umsonst fordern amerikanische Prominente mit beißendem Sarkasmus Don’t vote! [YouTube] — und ziehen sich dann den BH aus, damit die Bürger es doch tun.


Intels Haswell CPU-Architektur und die Abkürzung STD

Oktober 8, 2012

Ein kurzer Eintrag über einen Witz, der sich etwas unerwartet in dem Bericht von AnandTech über die neue Haswell-CPU-Architektur von Intel findet. Es geht um die Stromspar-Stufen (sleep states) bei Computern (Hervorhebung hinzugefügt):

S3 is otherwise known as Suspend to RAM (STR), while S4 is commonly known as hibernate or Suspend to Disk (this one is less frequently abbreviated for some reason…).

“STD” ist auf Englisch die Abkürzung für sexually transmitted diseases, sprich Geschlechtskrankheiten.

Womit wir auch erklärt hätten, warum Angelsachsen das Autokennzeichen des Landkreises Stade so lustig finden.


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