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	<title>USA Erklärt</title>
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	<description>Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt</description>
	<pubDate>Wed, 14 May 2008 20:28:47 +0000</pubDate>
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	<language>de</language>
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		<title>ZEUGS: Kapitalistische Indianer, linke Patrioten und rosa Hexen</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/05/13/zeugs-kapitalistische-indianer-linke-patrioten-und-rosa-hexen/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 20:09:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zeugs]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder ein ZEUGS-Eintrag? Ja, weil wir so viel Material haben und weil die Blog-Statistik zeigt, dass sowieso alle Leser in der Sonne sitzen, oder zumindest die, die nicht in Spanien sind. Und dieser Autor war selbst auch zu beschäftigt damit, Löwenzahn mit Kind Nummer Zwei über den Rasen zu pusten, um einen richtigen Eintrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Schon wieder ein ZEUGS-Eintrag? Ja, weil wir so viel Material haben und weil die Blog-Statistik zeigt, dass sowieso alle Leser in der Sonne sitzen, oder zumindest die, die <a href="http://possumswelt.wordpress.com/2008/05/09/buenos-dias/">nicht in Spanien</a> sind. Und dieser Autor war selbst auch zu beschäftigt damit, Löwenzahn mit Kind Nummer Zwei über den Rasen zu pusten, um einen richtigen Eintrag zu schreiben.</p>
<ul>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/03/04/bart-simpson-und-der-amerikanische-fahneneid/">amerikanischen Patriotismus</a>, der für einige Deutsche so schwer nachzuvollziehen ist: Das pro-demokratische Blog <a href="http://dailykos.com/">Daily Kos</a> hat einen <a href="http://www.dailykos.com/storyonly/2008/4/7/122045/9098">Eintrag</a>, der vielleicht helfen kann. Er ist von einer linken (also, <em>&#8220;liberal elite intellectual&#8221;)</em> Kriegsgegnerin geschrieben, deren politisch ähnlich gestrickte Bekannte sich gerade freiwillig zum Sanitätsdienst beim US-Heer im Irak gemeldet hat. Warum? (Hervorhebung im Original)<br />
<blockquote><p>
To pay off her student loans, to futher her education, to get the experience of providing healthcare in a war zone, and, most importantly, above all else: <strong>Because she is a patriot.</strong>
</p></blockquote>
<p>Die Autorin diskutiert, was Patriotismus für sie und ihre Bekannte als (amerikanische) Linke bedeutet und kämpft mit der Frage: <em>What are the last words you say to a friend who is going to war?</em></li>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/10/wut-wegen-wodka-krieg-gegen-mexiko-und-die-unabhangigkeit-von-texas/">Vodka-Streit</a>, wenn wir beim Patriotismus sind: Absolut Vodkas Versuch, die Karte von Nordamerika umzuzeichnen, rief bei dem Konkurrenten <a href="http://www.skyy.com/">Skyy Vodka</a> <a href="http://www.businesswire.com/portal/site/google/?ndmViewId=news_view&amp;newsId=20080411005171&amp;newsLang=en">tiefe Gefühle</a> hervor. Das Ganze war ein Thema in <a href="http://www.killingtime.com/Pegu/?p=195">einschlägigen Blogs</a>, von deren Existenz dieser Autor bis dahin nichts ahnte.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/11/27/was-die-usa-wirklich-zusammenhalt-duct-tape/">duct tape</a>: Die Nasa hat endlich gestanden, dass die <a href="http://science.nasa.gov/headlines/y2008/21apr_ducttape.htm?list39638">Mondfahrten</a> nur mit dem Klebeband möglich waren. Was sich alle Amerikaner schon gedacht haben.</li>
<li>Zur <strong>Nasa</strong>: Filmmaterial der <em>Mercury, Gemini</em> und <em>Apollo</em>-Einsätze wird <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/24473708/">in High Definition</a> veröffentlicht.</li>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/10/14/die-sache-mit-dem-huhnchen-geschmack/">Hühnchengeschmack</a>: Der interessierte Leser SV weist auf den Grund für die <a href="http://ars.userfriendly.org/cartoons/?id=20080316">Probleme</a> mit der Saturn-Sonde <a href="http://saturn.jpl.nasa.gov/home/index.cfm"><em>Cassini</em></a> hin, die bei Enceladus einen Geysir &#8220;abschmecken&#8221; sollte.</li>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/03/20/einige-bemerkungen-zum-energieverbrauch-der-usa/">Energieverbrauch</a>: Warum auf den Bund warten, wenn man als Kommune <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/25/die-grobstruktur-der-usa-oder-wo-man-vor-bush-am-sichersten-ist/">selbst handeln</a> kann? Die Kleinstadt Rock Port in Missouri erhält seit April <a href="http://www.treehugger.com/files/2008/04/home-residential-wind-power-rock-port-missouri.php">123 Prozent</a> seiner Energie über vier Windgeneratoren, der Überschuss wird verkauft. Ja, sagen die 1.316 Bürger, <a href="http://www.komu.com/satellite/SatelliteRender/KOMU.com/ba8a4513-c0a8-2f11-0063-9bd94c70b769/82ef1f89-80ce-0971-0149-4c3fa35272ea">so windig</a> ist es da.</li>
<li>Zu den <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/06/18/die-cherokee-die-wahl-ihre-verfassung-und-der-streit-uber-ihre-ex-sklaven/">Indianern</a>: Der <em>Economist</em> hat <a href="http://www.economist.com/business/displaystory.cfm?story_id=10966109">einen ausführlichen Bericht</a> über die wirtschaftlichen (und bürokratischen) Probleme der Navajo-Nation.</li>
<li>Zu den <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/07/11/indianer-teil-1-einleitung/">Indianern</a>, nochmal: Parallel dazu gibt es <a href="http://www.indiancountry.com/content.cfm?id=1096416768">einen Streit</a> zwischen <a href="http://www.sagchip.org/">den Saginaw Chippewa</a> in Michigan und dem Bund, denn der Stamm will den Arbeitnehmern auf seinem Gebiet nicht das Recht zur Bildung einer Gewerkschaft nach dem <a href="http://www.nlrb.gov/about_us/overview/national_labor_relations_act.aspx">National Labor Relations Act</a> von 1935 zugestehen. Ein Bundesberufungsgericht hatte entschieden, dass die <a href="http://www.sanmanuel-nsn.gov/">Serrano-Indianer</a> in Kalifornien Gewerkschaften zulassen müssen. Na und, sagt Saginaw-Chippewa-Häuptling Fred Cantu Jr. zu dem Urteil:<br />
<blockquote><p>
Each tribe is its own nation, has its own laws and government. I think it&#8217;s a direct attack on our sovereignty.
</p></blockquote>
<p>Wir <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/25/die-grobstruktur-der-usa-oder-wo-man-vor-bush-am-sichersten-ist/">erinnern uns</a>: In den USA bricht Bundesrecht nicht automatisch Länderrecht, denn die Bundesstaaten haben Zuständigkeiten, die den Bund nichts angehen. Die juristische Situation bei den mehr als 500 Indianer-Nationen ist ähnlich, nur, wie man sieht, komplizierter.</li>
<li>Zu <strong>Berichten über Deutschland</strong>: Entsetzen - auf einigen der <em>autobahns</em> soll es eine <a href="http://www.autoblog.com/2008/04/10/german-state-adopts-autobahn-speed-limit/">Geschwindigkeitsbegrenzung</a> geben! Instapundit <a href="http://instapundit.com/archives2/017729.php">spricht</a> Amerika (und der Schönsten Germanin) aus der Seele wenn er sagt: <em>That&#8217;s just wrong.</em></li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/02/22/thou-thee-und-thy-oder-warum-duzt-darth-vader-eigentlich-den-imperator/">y&#8217;all</a>: Nothing for Ungood benutzt das inoffizielle Pronomen um zu erklären, warum Angelsachsen <a href="http://nothingforungood.com/2008/05/12/dont-learn-german/">nicht Deutsch lernen sollen</a> (Hervorhebung hinzugefügt):<br />
<blockquote><p>
For every verb you learn, you must learn to conjugate it for <strong>I, you, You, they, he, she, it, and y’all</strong>. You’ll also need to learn them in present tense, past tense, perfect past tense, and subjunctive. [...] You will never learn all this, so don’t bother trying.
</p></blockquote>
<p>Statt <em>you</em> und <em>You</em> hätte dieser Autor <em>thou</em> und <em>you</em> geschrieben, aber so ist es lustiger. Man beachte die Stichelei unter Angelsachsen, dass die faulen Briten überhaupt nicht erst versuchen, Deutsch zu lernen.</li>
<li>Zu den <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/02/18/einige-bemerkungen-zu-den-anti-und-pro-millitar-demonstrationen-in-berkeley/">Berkeley-Protesten</a>, denn die gehen weiter: Code Pink tritt zur Abwechslung <a href="http://www.foxnews.com/story/0,2933,354400,00.html">in Hexenkostümen</a> auf und setzt Magie ein:<br />
<blockquote><p>
&#8220;Women are coming to cast spells and do rituals and to impart wisdom to figure out how we&#8217;re going to end war,&#8221; Zanne Sam Joi of Bay Area Code Pink told FOXNews.com.
</p></blockquote>
<p>Der Bericht zitiert einen Sprecher der Marines mit der Aussage, dass die Demo mehr Leute in das Rekrutierungsbüro zieht. Konkrete Zahlen nennt der Mann allerdings nicht.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/11/15/zeugs-menschenfleisch-currywurst-auf-spanisch-und-schwarze/">politisch motivierter Rechtschreibung</a>: Die von Fox zitierte Feministin Joi hat <a href="http://www.codepinkjournals.blogspot.com/">ein Blog</a>, wo man das Wort <em>woman</em> als <em>&#8220;womon&#8221;</em> und <em>women</em> als <em>&#8220;womyn&#8221;</em> oder <em>&#8220;wimmin&#8221;</em> geschrieben findet. Hintergrund ist die Vorstellung, dass <em>woman</em> von <em>man</em> abgeleitet sein könnte, also eine Sonderform des männlichen wäre und damit sexistisch. Dass die Sache <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Womyn">anders liegt</a>, stört nicht. Eine Alternative für <em>female</em> konnte dieser Autor <a href="http://ph.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080511224942AA8jEFh">nicht finden</a>.</li>
<li>Zur <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/11/22/free-speech-teil-1-warum-die-usa-holocaust-leugner-schutzen/">Presse</a>: OMG, hat dieser Autor gerade Fox zitiert? Ist das nicht der Sender, der Amerikaner zu Bush-wählenden Kriegs-Zombies mutieren lässt? Regel 1 hält uns davon ab, dazu Stellung zu nehmen. Der interessierte Leser mag so oder so Trost darin finden, dass mehr als vier Fünftel der US-Bürger den <em>mainstream media</em> (MSM) <a href="http://www.sacredheart.edu/pages/20934_media_believability_poll_prompts_congressman_s_call_to_action_on_house_floor.cfm">nicht einmal das meiste glauben</a>. Mehr als ein Fünftel glaubt ihr gar nichts oder kaum etwas. Und eine zunehmend Zahl - inzwischen knapp 88 Prozent - geht davon aus, dass die Medien nicht nur Nachrichten wiedergeben, sondern versuchen, die öffentliche Meinung gezielt zu beeinflussen, also eine &#8220;Agenda&#8221; und einen <em>bias</em> haben. Die Tendenz wird in <a href="http://thinkprogress.org/2008/03/06/press-trust-poll/">anderen Umfragen</a> bestätigt. Amerikanische Blogger <a href="http://pajamasmedia.com/blog/good_news_from_iraq_more_than/">stürzen</a> sich natürlich auf diese Zahlen.</li>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/08/plain-english-fur-komplizierte-deutsche/">angelsächsischen Schreibstil</a>: Dieser Autor hat gerade <a href="http://www.urbandharma.org/udharma4/mpe.html">ein Buch</a> von dem Philosophen und Mönch Bhante Henepola Gunaratana (&#8221;Bhante G.&#8221;) gelesen, der in der Einleitung folgendes schreibt:<br />
<blockquote><p>
 In my experience I found that the most effective way to express something in order to make others understand is to use the simplest language. [...] This book is the result of requests made by many meditators who need a very simple book written in ordinary language.
</p></blockquote>
<p>Entsprechend heißt das Buch <em>Mindfulness in Plain English</em> (Die Online-Version ist eine ältere, weswegen das Zitat dort leicht abweicht).</li>
<li>Zum <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/01/29/der-butt-slap-wenn-sich-amerikaner-beim-sport-auf-den-hintern-hauen/">butt slap</a>: Der interessierte Leser ZS weist auf die <em>Futurama</em>-Folge <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/A_Leela_of_Her_Own">&#8220;A Leela of Her Own&#8221;</a> hin, in der wir <a href="http://theinfosphere.org/A_Leela_of_Her_Own#Quotes">folgenden Dialog</a> finden:<br />
<blockquote><p>
Fry: You look just like a ball player. Can I pat you on the butt?</p>
<p>Leela: Fry, I&#8217;m a professional athlete! So go ahead.</p>
<p>Fry: Oh! Now I&#8217;m too nervous.
</p></blockquote>
<p>Und nein, <em>Futurama</em> wird jetzt nicht <em>Buffy</em> als Quelle für Beispiele ablösen.</li>
<li>Zu <strong>Buffy</strong>: Denn es wird die <em>Buffy</em>-Fans freuen zu hören, dass ein <a href="http://www.amazon.com/gp/product/1435710819/">neues Buch</a> mit Hintergrund zur Serie erschienen ist, einschließlich der neuen Staffel. Sobald es ankommt, wird dieser Autor keine Zeit verlieren, es nach passendem Material für das Blog zu durchsuchen. Außer natürlich, der Löwenzahn ist nachgewachsen.</li>
</ul>
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	</item>
		<item>
		<title>Indianer, Teil 3: Pockendecken: Seuchen als Waffe gegen die Indianer</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/05/09/indianer-teil-3-pockendecken-seuchen-als-waffe-gegen-die-indianer/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 12:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir müssen nach unserer Diskussion über die Auswirkungen der Seuchen der Alten Welt auf die Bevölkerung der Neuen eine Frage gesondert behandeln: Ob es Fälle gab, wo gezielt versucht wurde, die Indianer zu infizieren. 
Kurz gesagt, ja. 
Gehen wir ins Jahr 1763 zurück, ins Ohio-Tal. Wie schon dargestellt hat Großbritannien gerade im French and Indian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wir müssen nach unserer <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/08/08/indianer-teil-2-totenzahlen/">Diskussion</a> über die Auswirkungen der Seuchen der Alten Welt auf die Bevölkerung der Neuen eine Frage gesondert behandeln: Ob es Fälle gab, wo gezielt versucht wurde, die Indianer zu infizieren. </p>
<p>Kurz gesagt, ja. </p>
<p>Gehen wir ins Jahr 1763 zurück, ins Ohio-Tal. Wie schon <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/11/03/der-pragende-krieg-the-french-and-indian-war/">dargestellt</a> hat Großbritannien gerade im <em>French and Indian War</em> - der Siebenjährige Krieg - die Franzosen aus Nordamerika vertrieben. Die mit Paris verbündeten Indianerstämme im Gebiet der Großen Seen sind nicht glücklich darüber und greifen in <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0b/Pontiac%27s_war.png">Pontiac&#8217;s Rebellion</a> [PNG] die Engländer an. Acht britische Festungen fallen sofort, ihre Besatzungen - Soldaten wie Zivilisten - werden massakriert. Drei Forts halten aus, darunter Fort Pitt, das heutige Pittsburgh. </p>
<p>Dort führte der Schweizer Söldner <a href="http://www.phmc.state.pa.us/ppet/bushyrun/page3.asp?secid=31">Simeon Ecuyer</a> das Kommando. Von den 550 Menschen in der Festung waren mehr als 200 Frauen und Kinder. Und, um alles noch schlimmer zu machen, <a href="http://www.bt.cdc.gov/agent/smallpox/disease/faq.asp">die Pocken</a> <em>(smallpox)</em> waren ausgebrochen. </p>
<p>Dass Ecuyer versuchte, die Seuche unter den Belagerern zu verbreiten, wissen wir aus dem <a href="http://www.politicsandthelifesciences.org/Biosecurity_course_folder/readings/fenn.html">Tagebuch</a> eines gewissen William Trent. Der berichtete von einem Treffen am 24. Juni 1763 mit den beiden Delaware-Indianern Turtle&#8217;s Heart und Mamaltee:</p>
<blockquote><p>
Out of our regard to them we gave them two Blankets and an Handkerchief out of the Small Pox Hospital. I hope it will have the desired effect.
</p></blockquote>
<p>Damit haben wir einen Zeugen. Und weil man ein Imperium nur mit Hilfe einer  Bürokratie führen kann, finden wir für Juni diese von Ecuyer gegengezeichnete Rechnung der Firma Levy, Trent and Company (Hervorhebung hinzugefügt):  </p>
<blockquote><p>
To Sundries got to Replace in kind those which were taken from people in the Hospital <strong>to Convey the Smallpox to the Indians</strong> Viz:<br />
2 Blankets @ 20/ £299 099 0<br />
1 Silk Handkerchef 10/<br />
&amp; 1 linnen do: 3/6 099 1399 6
</p></blockquote>
<p>Ob es dadurch tatsächlich zu einer Ansteckung kam, kann nicht belegt werden. Zwar wurden die Belagerer von den Pocken heimgesucht, aber die ersten Fälle gab es offenbar schon vor dem &#8220;Geschenk&#8221;. Den beiden Delawaren soll es noch einen Monat später <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pontiac%27s_Rebellion#Siege_of_Fort_Pitt">prächtig</a> gegangen sein - die Inkubationszeit der Pocken beträgt <a href="http://www.springerlink.com/content/glw0421069551860/">etwa zwei Wochen</a>. Es sind auch mehrere parallele Infektionswege denkbar, etwa durch das Plündern der Häuser oder durch das <a href="http://www.earlyamerica.com/review/1998/scalping.html">Skalpieren</a>. </p>
<p>Für uns ist aber nicht wichtig, ob der Versuch erfolgreich war. Uns reicht es festzuhalten, dass Ecuyer bewusst und vorsätzlich versucht hat, die Pocken als Waffe gegen die Indianer einzusetzen. Er ist somit schuldig im Sinne der Anklage.</p>
<p>Es gibt eine lange Debatte darüber, ob Ecuyer auf eigene Faust handelte oder auf Befehl des britischen Militärs. Gesichert ist folgender Ablauf:</p>
<p>Am 16. Juni berichtete Ecuyer seinem Vorgesetzten <a href="http://www.phmc.state.pa.us/ppet/bouquet/page1.asp?">Henry Bouquet</a> - auch ein Schweizer - davon, dass die Pocken in Fort Pitt ausgebrochen seien. Bouquet gab diese Information in einem Brief vom 23. Juni an den Oberkommandeur der britischen Streitkräfte in Nordamerika, <a href="http://www.militaryheritage.com/amherst.htm">Sir Jeffrey Amherst</a>, weiter, also am Tag, bevor Ecuyer den Indianern die Decken übergab. </p>
<p>Amherst schrieb am 7. Juli an Bouquet (Hervorhebung im Original):</p>
<blockquote><p>
Could it not be contrived to send the <em>Small Pox</em> among those disaffected tribes of Indians? We must on this occasion use every stratagem in our power to reduce them.
</p></blockquote>
<p>Bouquet <a href="http://www.nativeweb.org/pages/legal/amherst/34_40_305_fn.jpeg">antwortete</a> [JPEG] etwa eine Woche später:</p>
<blockquote><p>
I will try to inoculate the Indians by means of Blankets that may fall in their hands, taking Care however not to get the disease myself.
</p></blockquote>
<p>Am 16. Juli legte Amherst in einem <a href="http://www.nativeweb.org/pages/legal/amherst/34_41_114_fn.jpeg">weiteren Brief</a> [JPEG] an Bouquet nach: </p>
<blockquote><p>
You will do well to inoculate the Indians by means of Blankets, as well as to try every other method that can serve to extirpate this execrable Race.
</p></blockquote>
<p>(Beide Männer bedauerten, dass sie nicht die &#8220;spanische Methode&#8221; gegen die Indianer anwenden konnten - der Einsatz von Kampfhunden, wie wir ihn bei <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/08/08/indianer-teil-2-totenzahlen/">Hernando de Soto</a> gesehen haben.)</p>
<p>Ecuyer scheint von selbst auf die Idee gekommen zu sein. Amherst wird sein Vorgehen allerdings gebilligt haben, denn er ist für zwei Dinge berühmt: Seine Nachsicht gegenüber den Franzosen (was den Kanadiern den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Quebec_Act">Sonderstatus von Quebec</a> einbrockte) und seinen Hass auf die Indianer. Davon zeugen auch die Briefe.</p>
<p>Was ist mit Bouquet? Es gibt trotz seiner Ankündigung keinen Beleg, dass er wirklich zur Biowaffe griff. Auf dem Weg zur Befreiung von Fort Pitt besiegte er am 5. und 6. August die Indianer in der <a href="http://www.bushyrunbattlefield.com/History.html">Schlacht von Bushy Run</a>. Das war der Wendepunkt des Krieges. </p>
<p>Die Historikerin <a href="http://fds.duke.edu/db/aas/history/faculty/efenn">Elizabeth A. Fenn</a> sieht die Vorgänge von Fort Pitt in einem größeren Zusammenhang. Sie stellt die These auf, dass der Einsatz der Pocken als Waffe Ende des 18. Jahrhunderts <a href="http://www.politicsandthelifesciences.org/Biosecurity_course_folder/readings/fenn.html">häufiger vorkam</a>. </p>
<p>Dazu machen wir einen Abstecher zum <a href="http://www.earlyamerica.us/Foundation/journal/Spring04/warfare.cfm">Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg</a>. Die britischen Truppen stammten aus den dichtgepackten und verdreckten Städten Europas, wo sie ständig Kontakt mit den Pocken hatten. Zudem waren viele von ihnen Berufssoldaten, bei denen eine <a href="http://www.immunisation.nhs.uk/About_Immunisation/History/Variolation_comes_to_Europe"><em>variolation</em></a> vorgenommen worden war. Das war eine gezielte Ansteckung mit Pocken, die zwar häufig eine Immunität hinterließ, aber leider den einen oder anderen Patienten tötete. Die Amateur-Kämpfer von George Washington waren kaum so behandelt worden. </p>
<p>Nun gibt es keinen Beweis, dass die Briten diesen Vorteil ausnutzten und die Pocken einsetzten. Allerdings berichteten britische Deserteure während der amerikanischen Belagerung von Boston im April 1775, dass Infizierte aus der Stadt geschickt wurden, um den Feind anzustecken. Ein skeptischer Washington schrieb John Hancock: </p>
<blockquote><p>
The information I received that the enemy intended Spreading the Small pox amongst us, I could not Suppose them Capable of &#8212; I now must give Some Credit to it, as it has made its appearance on Severall of those who last came out of Boston.
</p></blockquote>
<p>Der britische General Alexander Leslie schrieb 1781 Lord Cornwallis von seinem Plan, im Süden &#8220;mehr als 700 infizierte Neger&#8221; in die Plantagen der Rebellen einzuschleusen. Ob er das wirklich tat, ist nicht bekannt. Der englische Offizier Robert Donkin riet in einer Kriegsfibel, Pfeile in Pocken-&#8221;Materie&#8221; zu tauchen, um die amerikanischen Rebellen anzustecken, denn das würde diese <em>stubborn, ignorant, enthusiastic savages</em> am ehesten zur Aufgabe zwingen.</p>
<p>Zurück zu den Indianern. War Fort Pitt der einzige belegte Fall seiner Art? </p>
<p>Auch hier lautet die Antwort ja, wobei das wichtigste Wort in dem Satz &#8220;belegt&#8221; sein dürfte. Es gab über die Jahrhunderte immer wieder Gerüchte über den Einsatz von Pockendecken, aber beim näherem Hinsehen bleiben sie genau das, Hörensagen. Es ist durchaus denkbar, dass irgendwann Siedler so versuchten, Indianer auszurotten. Allerdings wiegt der Vorwurf des Völkermordes schwer und muss entsprechend belegt werden können. Das ist trotz aller Forschung nur bei Ecuyer gelungen.</p>
<p>Einige interessierte Leser werden an dieser Stelle irritiert sein. Was ist mit dem Stamm der Mandan und den infizierten Decken, die das US-Heer ab dem <a href="http://www.freerepublic.com/focus/f-news/1338607/posts">20. Juni 1837</a> an sie verteilt haben soll? Hat nicht der Ethik-Professor und Indianer-Aktivist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ward_Churchill">Ward Churchill</a> von der University of Colorado ausführlich beschrieben, wie durch diesen &#8220;Genozid&#8221; bis 1840 mehr als 400.000 Menschen getötet wurden? </p>
<p>Nach der Erfahrung dieses Autors haben viele Deutsche von Churchills Behauptungen gehört, auch wenn sie mit seinem Namen nichts anfangen können. Was allerdings nicht bis nach Europa vorgedrungen zu sein scheint, ist dass er die Geschichte schlicht erfunden hat. Churchill wurde deswegen <a href="http://www.rockymountainnews.com/news/2007/jul/25/cu-regents-fire-ward-churchill/">im vergangenen Jahr</a> von der Uni geschmissen. Die Ermittlungskommission der Universität erklärte im Mai 2006 zu dem angeblichen Massenmord in <a href="http://www.colorado.edu/news/reports/churchill/download/WardChurchillReport.pdf">ihrem Bericht</a> [PDF]:</p>
<blockquote><p>
We therefore find by a preponderance of the evidence a pattern of deliberate academic misconduct involving falsification, fabrication, and serious deviation from accepted practices in reporting results from research.
</p></blockquote>
<p>Etwas weniger hochtrabend formuliert:</p>
<blockquote><p>
Professor Churchill has created myths under the banner of academic scholarship.
</p></blockquote>
<p>Churchill hat gegen seine Entlassung geklagt.</p>
<p>Wir halten fest, dass tatsächlich <a href="http://www.smithsonianmag.com/science-nature/tribal.html">90 Prozent der Mandan</a>, die Hälfte der <a href="http://www.mnsu.edu/emuseum/cultural/northamerica/hidatsa.html">Hidatsa</a> und der <a href="http://www.mnsu.edu/emuseum/cultural/northamerica/arikara.html">Arikara</a> 1837 an den Pocken starben, nachdem die Seuche auf dem Flussdampfer &#8220;St. Peters&#8221; in die <em>plains</em> eingeschleppt wurde. Unwahr ist, dass der Auslöser Pockendecken waren, die als Teil eines Genozid-Plans der amerikanischen Regierung von US-Soldaten verteilt wurden. Das ist ein Lügenmärchen. </p>
<p>Allerdings spielte das Kriegsministerium - der Vorläufer des heutigen Verteidigungsministeriums und damals für Indianerfragen zuständig - bei dem Ausbruch eine nicht wirklich glorreiche Rolle: Monatelang tat es absolut gar nichts. Diese Reaktion auf eine Katastrophe unter den Ureinwohnern finden wir immer wieder. Denn aktiv Indianer zu töten, das war eine Sache. Tatenlos und oft genug billigend zuzuschauen, wie sie durch Hunger, Wetter oder Seuchen von allein starben, eine ganz andere. </p>
<p>Als der Druck insbesondere von Kirchengruppen zu groß wurde, schickte das Ministerium 1838 den Indianer-Beauftragten Joshua Pilcher und den Arzt Joseph DePrefontaine in die Region, um wenigstens die Lakota (Sioux) zu retten. Die Männer erwarteten Widerstand, aber sie wurden von den Indianern überrannt. Noch während ihrer Reise den Missouri hinauf impften sie mehr als 3.000 Lakota. DePrefontaine blieb mindestens zwei Jahre vor Ort.</p>
<p>Die Pocken brauchten ohnehin keine menschliche Hilfe, um sich unter den Indianern zu verbreiten. Tragisch ist, dass menschliche Hilfe nicht konsequent genug eingesetzt wurde, um die Seuche so früh wie möglich ganz auszulöschen. </p>
<p>Denn nachdem der Brite Edward Jenner 1798 die Pockenimpfung mit Kuhpocken demonstrierte hatte, kämpfte Präsident Thomas Jefferson für die möglichst breite Anwendung des Verfahrens. Er beauftragte 1803 die <a href="http://www.nationalgeographic.com/lewisandclark/">Lewis und Clark Expedition</a>, auf ihrer Reise die Indianer entlang des Missouri <a href="http://www.nps.gov/archive/jeff/LewisClark2/TheBicentennial/Symposium2003/Papers/Peck_David.html">zu impfen</a>. Bis die Entdecker dort ankamen, hatte das neuartige Mittel aber seine Wirksamkeit verloren. </p>
<p>Späteren Regierungen fehlte der Wille oder die Weitsicht, mit den bekannten Folgen. Der letzte Pockenfall in den USA trat 1949 <a href="http://www.pubmedcentral.nih.gov/picrender.fcgi?artid=1620124&amp;blobtype=pdf">in Texas</a> [PDF] auf.</p>
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		<item>
		<title>ZEUGS: Neue Hiroshima-Fotos, britische Gewalt und Waffengesetze</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/05/05/zeugs-neue-hiroshima-fotos-britische-gewalt-und-waffengesetze/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2008 13:34:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zeugs]]></category>

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		<description><![CDATA[
Zu den Atombomben: Die Hoover Library and Archives haben zehn neue Fotos (Warnung: Leichenbilder) von Hiroshima nach dem Bombenangriff veröffentlicht. Sie wurden von einem unbekannten Japaner aufgenommen, der US-Soldat Robert L. Capp entdeckte die Filmrollen in einer Höhle vor der Stadt. In den vergangenen Jahren ist, eher unbeachtet von den Europäern, viel neues Material über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><ul>
<li>Zu den <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/08/06/die-wirkliche-erste-atombombe/">Atombomben</a>: Die <a href="http://www.hoover.org/hila/">Hoover Library and Archives</a> haben <a href="http://faculty.ucmerced.edu/smalloy/atomic_tragedy/photos.html">zehn neue Fotos</a> (Warnung: Leichenbilder) von Hiroshima nach dem Bombenangriff veröffentlicht. Sie wurden von einem unbekannten Japaner aufgenommen, der US-Soldat Robert L. Capp entdeckte die Filmrollen in einer Höhle vor der Stadt. In den vergangenen Jahren ist, eher unbeachtet von den Europäern, viel neues Material über die Angriffe hinzugekommen, insbesondere weil 1995 die Geheimdienstarchive geöffnet wurden.</li>
<li>Zu <strong>historischen Dokumenten</strong>: Wir können auch <a href="http://www.cnn.com/2008/US/01/16/lincoln.inauguration/index.html">neue Fotos</a> von der Vereidigung von Abraham Lincoln von 1865 anbieten. Das dürfte 2009 etwas weniger wuselig werden.</li>
<li>Zu <strong>Fotos</strong>: Wer immer noch nicht genug von Bildern hat, die Kongressbibliothek hat eine umfangreiche <a href="http://www.flickr.com/photos/library_of_congress/">Flickr-Seite</a> eingerichtet, unter anderem mit <a href="http://www.flickr.com/photos/library_of_congress/sets/72157603671370361/">Bildern</a> aus den 30ern und 40ern. Auch <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/25/kulturelle-ikonen-2-rosie-the-riveter/">unsere Freundin</a> Rosie the Riveter <a href="http://www.flickr.com/photos/library_of_congress/2179038448/sizes/o/in/set-72157603671370361/">ist dabei</a>.</li>
<li>Zu <strong>Gewalt beim Sport</strong>: Damit sich die Fußballfans unter den interessierten Lesern nicht so für ihre Hooligans schämen müssen: Auch in Kanada kommt es schon mal <a href="http://www.cbc.ca/canada/montreal/story/2008/04/22/mtl-habs.html">zu Randale</a> nach einem Eishockey-Spiel. Diese Kanadier! So ein gewalttätiges Volk!</li>
<li> Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/11/24/von-der-bedeutung-der-kommata-fur-das-us-waffenrecht/">Waffengesetzen</a>: Der BBC, nach <a href="http://news.bbc.co.uk/2/shared/bsp/hi/pdfs/18_06_07impartialitybbc.pdf">eigenem Eingeständnis</a> [PDF] nicht der pro-amerikanischste Sender der Welt, zieht einen Vergleich zwischen Gewalt im britischen und amerikanischen Alltag. Der USA-Korrespondent Justin Webb <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/from_our_own_correspondent/7359513.stm">schreibt</a>:<br />
<blockquote><p>
I have met incredulous British tourists who have been shocked to the core by the peacefulness of the place, the lack of the violent undercurrent so ubiquitous in British cities, even British market towns. [...] Along with the guns there is a tranquillity and civility about American life of which most British people can only dream.
</p></blockquote>
<p>Dieser Autor weiß nicht genug über die Situation auf der Insel, um etwas dazu sagen zu können. Ob der Kommentar von <a href="http://instapundit.com/archives2/018440.php">Instapundit</a> - <em>An armed society is a polite society</em> - ironisch gemeint ist, mag der interessierte Leser selbst entscheiden: Der Blogger, Justizprofessor <a href="http://instapundit.com/about.php">Glenn Reynolds</a>, tritt für ein liberales Waffenrecht ein.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/11/24/von-der-bedeutung-der-kommata-fur-das-us-waffenrecht/">Waffengesetzen</a>, nochmal: Die US-Regierung will in Nationalparks die Regel <a href="http://www.ens-newswire.com/ens/may2008/2008-05-01-10.asp">aufheben</a>, nachdem keine geladenen Schusswaffen mitgeführt werden dürfen. Stattdessen sollen die Gesetze des entsprechenden Bundesstaates gelten. Ein ursprüngliches, völliges Waffenverbot wurde 1930 im Kampf gegen Wilderer erlassen und später gelockert. Die Nationalparks unterstehen dem Bund.</li>
<li>Zu <strong>Sprachbildern</strong>: Wer die Diskussion über den Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und seinem Ex-Pastor Jeremiah Wright in den US-Medien und -Blogs verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass eine Formulierung immer wiederkehrt: <em>to throw somebody under the bus</em>, wie zum Beispiel bei <a href="http://www.talkleft.com/story/2008/4/29/14443/5382">TalkLeft</a>. Der Kommentar von cmugirl:<br />
<blockquote><p>
It&#8217;s time to make some popcorn.<br />
Obama threw Wright under the bus.<br />
Wright threw Obama under the bus.<br />
Now Obama is throwing Wright under the bus again.
</p></blockquote>
<p>Klar, was das bedeutet: Jemand wird geopfert oder aus Eigennutz verraten. Interessant ist nun, woher das Bild kommt, denn das weiß <a href="http://www.newsweek.com/id/124292">niemand</a> so richtig. Und die wichtigste Frage wird auch nicht beantwortet: Wie heißt der Busfahrer?</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/18/liberal-in-den-usa/">Liberal</a>: Die Pew-Forschungsgruppe hat eine <a href="http://people-press.org/reports/display.php3?ReportID=414">Wahlumfrage</a> veröffentlicht, in der die Kandidaten auf einer Skala von <em>liberal</em> über <em>moderate</em> bis <em>conservative</em> aufgetragen sind; die Grafik findet sich etwa in der Mitte des Textes. Auch Amtsinhaber George W. Bush ist dabei. Wir sehen daran, dass <em>liberal</em> als Synonym für &#8220;links&#8221; herhalten muss. Die Mehrheit der US-Wähler stuft sich übrigens als leicht konservativ ein.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/02/22/thou-thee-und-thy-oder-warum-duzt-darth-vader-eigentlich-den-imperator/">thou and thee</a>: Wer den Podcast <a href="http://grammar.quickanddirtytips.com/">Grammar Girl</a> verfolgt, wird es schon wissen: Die Sprachwissenschaftlerin <a href="http://education.jhu.edu/faculty/index.cfm?i=12157">Elaine Stotko</a> von Johns Hopkins hat entdeckt, dass Kinder in Baltimore <em>yo</em> als <a href="http://grammar.quickanddirtytips.com/grammar-yo-pronoun.aspx">geschlechtsneutrales  Singular-Pronomen</a> benutzen, also statt <em>he</em> oder <em>she</em>. Als Beispiel wird <em>I saw <strong>yo</strong> at school</em> genannt. Wir werden sehen, ob das, äh, Schule macht.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/02/15/die-mottos-der-amerikanischen-bundesstaaten/">Liebe zwischen den Bundesstaaten</a>: In einer nicht ganz ernst gemeinten <a href="http://blogs.knoxnews.com/knx/silence/archives/2008/04/how_to_win_indi.shtml">Liste von Empfehlungen</a> an Hillary Clinton, wie sie am Dienstag die Vorwahl in Indiana gewinnen kann, finden wir:<br />
<blockquote><p>
Do not, under any circumstances, mention <a href="http://www.kentucky.gov/">the state</a> directly to the south of Indiana.
</p></blockquote>
<p>Zum Verständnis muss man noch wissen, dass <em>Hoosier</em> der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hoosier">Spitzname</a> für Leute in Indiana ist.</li>
<li>Zu <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/05/21/einige-bemerkungen-zur-hillary-clintons-steuererklarung/">Steuererklärungen</a>: Die von <a href="http://www.huffingtonpost.com/2008/04/11/bush-cheney-tax-returns-r_n_96268.html">Präsident George W. Bush</a> ist wieder veröffentlicht worden. Er verdient immer noch weniger als sein Vize-Präsident.</li>
<li>Zur <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/01/26/kurz-erklart-wie-spreche-ich-einen-ex-prasidenten-an/">Präsidentenanrede</a>: Die interessierten Leser RA und BP weisen darauf hin, dass nach internationalen Regeln Staats- und Regierungschefs auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt das Anrecht auf den Titel behalten, insbesondere also der deutsche Bundespräsident. Hoffentlich weiß das auch Jack Bauer!</li>
<li>Zu <strong>Essgewohnheiten</strong>: Das neue Blog <a href="http://nothingforungood.com/">Nothing for Ungood</a> weist darauf hin, dass Amerikaner <a href="http://nothingforungood.com/2008/04/25/open-letter-to-german-pizza-people/">keinen Mais</a> auf ihre Pizza tun:<br />
<blockquote><p>
So stop selling pizza with corn on it as “American Style”. Maybe in turn we’ll quit calling vanilla pudding in a dough nut <em>Bavarian creme</em>.
</p></blockquote>
<p>Schön ist auch der Hinweis, dass <a href="http://nothingforungood.com/2008/04/30/germans-eat-17-times-faster-than-americans/">Deutsche schneller essen</a> als Amerikaner, was die Schönste Germanin mit etwas anderer Betonung bestätigen würde. Man bemerke die Klage über das Fehlen von <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/04/free-refills/"><em>free refills</em></a>.</li>
</ul>
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		<title>Möchte jemand eine Brücke kaufen?</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/05/02/mochte-jemand-eine-brucke-kaufen/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 May 2008 03:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Im vergangenen Jahr ist in Minnesota eine Brücke eingestürzt, und weil Wahlkampf ist, hören wir immer noch davon. Das pro-demokratische Blog Daily Kos nimmt als Überschrift für eine Äußerung des republikanischen Kandidaten John McCain zu der Tragödie:

McCain Has a Bridge He Wants to Sell You

Dabei will McCain die Brücke gar nicht verkaufen, schon allein weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im vergangenen Jahr ist in Minnesota <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/linkset/2007/08/03/LI2007080300854.html">eine Brücke eingestürzt</a>, und weil Wahlkampf ist, hören wir immer noch davon. Das pro-demokratische Blog Daily Kos <a href="http://www.dailykos.com/storyonly/2008/4/30/211017/654/769/506708">nimmt als Überschrift</a> für eine Äußerung des republikanischen Kandidaten John McCain zu der Tragödie:</p>
<blockquote><p>
McCain Has a Bridge He Wants to Sell You
</p></blockquote>
<p>Dabei will McCain die Brücke gar nicht verkaufen, schon allein weil sie ihm nicht gehört. Da im Text nicht weiter auf das Geschäft eingegangen wird, können wir davon ausgehen, dass hier auf irgendwas angespielt wird. </p>
<p>Richtig. Auf dumme Europäer nämlich. </p>
<p>Gut, <em>angeblich</em> auf dumme Europäer. Der <a href="http://www.straightdope.com/mailbag/mbrooklynbridge.htm">Legende</a> nach versuchen skrupellose New Yorker Gauner seit mehr als einem Jahrhundert, ahnungslosen Einwanderern die <a href="http://www.nycroads.com/crossings/brooklyn/">Brooklyn Bridge</a> zu verkaufen. Nach einigen Berichten wurden zwei Männer schon für diesen Betrug verurteilt, William McCloundy 1901 und George C. Parker 1928. Gesichert ist das allerdings nicht. </p>
<p>Trotzdem sagt man leichtgläubigen Menschen: </p>
<blockquote><p>
If you believe that, I have a bridge to sell you!
</p></blockquote>
<p>Nur muss man bei diesem Spruch als Amerikaner aufpassen, wenn Briten in der Nähe sind, denn die sagen dann gerne so Dinge wie <em>Actually, my dear chap, we did sell you a bridge</em> - und zwar angeblich die falsche. Denn 1968 kaufte der amerikanische Geschäftsmann Robert P. McCulloch die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/London_bridge">London Bridge</a> für 2,4 Millionen Dollar, ließ sie in die USA verschiffen und baute sie in Arizona <a href="http://havasumagazine.com/history_of_lake_havasu_city.htm">wieder auf</a> (danach bauten die Engländer eine neue). Aber, sagen die Briten, eigentlich wollte er die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tower_Bridge">Tower Bridge</a> kaufen, und wir haben ihn verarscht! </p>
<p>Eine gute Geschichte, aber <a href="http://www.thisislocallondon.co.uk/archive/display.var.169982.0.how_london_bridge_was_sold_to_the_states.php">leider unwahr</a>. <em>Sorry, mate.</em></p>
<p>Und bevor jemand fragt - die Brücke, von der Faith in der <em>Buffy</em>-Folge 6 von Staffel 8 <a href="http://forum.newsarama.com/showthread.php?t=126514">springt</a>, ist die <a href="http://html.ulib.csuohio.edu/scripts/gis/specific.asp?id=CUY0017&amp;strunum=3">Hope Memorial Bridge</a> in Cleveland, Ohio, gut zu erkennen an den vier <a href="http://www.historicbridges.org/ohio/loraincarnegie/index.htm"><em>Lords of Transportation</em></a> (auch <em>Guardians of Traffic</em> genannt). Eine wunderschöne Brücke im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Art_Deco">Art-Deco-Stil</a>, die eigentlich nicht zum Verkauf steht. Aber wie es der Zufall will, hat dieser Autor die Besitzurkunde von einem Opa seines Onkels vom dem ihm sein Schwager geerbt, und wenn jemand ein gutes Angebot macht &#8230;</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/usaerklaert.wordpress.com/296/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/usaerklaert.wordpress.com/296/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/usaerklaert.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/usaerklaert.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/usaerklaert.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/usaerklaert.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/usaerklaert.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/usaerklaert.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/usaerklaert.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/usaerklaert.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/usaerklaert.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/usaerklaert.wordpress.com/296/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=usaerklaert.wordpress.com&blog=218231&post=296&subd=usaerklaert&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wahlen, Teil 5: Wahlkampf ohne Gegner und die Weisheit der Matrix</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/28/wahlen-teil-5-wahlkampf-ohne-gegner-und-die-weisheit-der-matrix/</link>
		<comments>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/28/wahlen-teil-5-wahlkampf-ohne-gegner-und-die-weisheit-der-matrix/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 12:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://usaerklaert.wordpress.com/?p=295</guid>
		<description><![CDATA[Auch wenn es in den Medien, deutschen wie amerikanischen, im Moment untergeht: Im November wird nicht nur der Präsident gewählt, sondern auch der Kongress, genauer gesagt, das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats. 
Wir wollen uns heute das Repräsentantenhaus anschauen, wo - wie alle zwei Jahre - sämtliche 435 Sitze zur Wahl stehen. Besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Auch wenn es in den Medien, deutschen wie amerikanischen, im Moment untergeht: Im November wird nicht nur der Präsident gewählt, sondern auch der Kongress, genauer gesagt, das ganze <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/10/der-bund-teil-2-der-pobel-in-action-das-reprasentantenhaus/">Repräsentantenhaus</a> und ein Drittel des <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/19/der-bund-teil-3-die-mutierte-landerkammer-der-senat/">Senats</a>. </p>
<p>Wir wollen uns heute das Repräsentantenhaus anschauen, wo - wie alle zwei Jahre - sämtliche 435 Sitze zur Wahl stehen. Besonders dort kommt es zu einem Phänomen, das der interessierte Leser vielleicht nicht erwartet: In einigen Wahlbezirken tritt nur ein Kandidat der beiden großen Parteien an. Der Bürger kann nicht zwischen einem Demokraten und einem Republikaner wählen, sondern meist nur zwischen einem Kandidaten einer der großen Parteien und mehreren der kleineren wie den <a href="http://www.gp.org/index.php">Grünen</a> oder den <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/18/liberal-in-den-usa/">besagten</a> <a href="http://www.lp.org/">Libertarians</a>.</p>
<p>Gehen wir von den Demokraten aus, weil das pro-demokratische Blog <a href="http://www.dailykos.com">Daily Kos</a> diese Rennen eng verfolgt und wir seine Daten <del>klauen</del> zitieren können. Nach <a href="http://www.dailykos.com/storyonly/2008/4/19/55129/7975/703/491543">diesen Angaben</a> gibt es elf Wahlbezirke, in denen ein Republikaner und <em>kein</em> Demokrat antritt:</p>
<blockquote><p>
AL-06 - R+25<br />
AR-03 - R+11<br />
CA-19 - R+10<br />
CA-22 - R+16<br />
KY-05 - R+8<br />
TX-01 - R+17<br />
TX-02 - R+12<br />
TX-05 - R+16<br />
TX-11 - R+25<br />
TX-14 - R+14<br />
TX-21 - R+13
</p></blockquote>
<p>Die ersten beiden Buchstaben sind die Abkürzungen für den Bundesstaat - die vielen &#8220;TX&#8221; stehen zum Beispiel für &#8220;Texas&#8221;. Die Zahl dahinter ist die des Wahlkreises. So gehört zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Texas's_14th_congressional_district">TX-14</a> die Stadt Galveston. Die Sache mit dem &#8220;R&#8221; erklären wir gleich. </p>
<p>Bleiben wir bei TX-14. Dort <a href="http://www.2008racetracker.com/page/TX-14?t=anon">treten an</a> (bei den letzten drei war nicht sofort eine eigene Website zu finden):</p>
<ul>
<li><a href="http://www.ronpaulforcongress.com/">Ron Paul</a>, der jetzige republikanische Abgeordnete</li>
<li><a href="http://www.chrispeden.org/">Chris Peden</a>, ein republikanischer Herausforderer</li>
<li><a href="http://www.votesmart.org/bio.php?can_id=57179">Eugene Flynn</a>, ein Libertarian</li>
<li><a href="http://www.sos.state.tx.us/elections/candidates/guide/2008ind.shtml">James Harvey</a>, parteilos</a>
<li><a href="http://www.sos.state.tx.us/elections/candidates/guide/2008ind.shtml">Gregory Roof</a>, parteilos</a>
</ul>
<p>(Ron Paul? Kennen wir den nicht? Genau, das ist einer der Bewerber für die Präsidentschaft, weswegen er <a href="http://www.ronpaul2008.com/">eine zweite Website</a> hat. Paul ist formell <a href="http://www.cnn.com/ELECTION/2008/primaries/results/state/#PA">sogar noch im Rennen</a>, auch wenn ihn die Presse ignoriert. Peden war <a href="http://texascitysun.com/story.lasso?ewcd=35a797ecc9cabe45&amp;-session=TheDailyNews:45936D61054cc2AB08iJk2B336D8">angetreten</a> für den Fall, dass Paul aussteigt.)</p>
<p>Ein Demokrat ist nicht darunter. Warum? Zwei Gründe.</p>
<p>Der erste sind die Zahlen nach dem Buchstaben &#8220;R&#8221; in der Liste. Das ist der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Cook_Partisan_Voting_Index"><em> partisan voting index</em></a> nach Cook, kurz PVI genannt. Er beschreibt, vereinfacht gesagt, um wie viele Prozentpunkte die Partei (&#8221;R&#8221; für Republikaner, &#8220;D&#8221; für Demokraten&#8221;) in einem Wahlbezirk besser als im Landesdurchschnitt abschneidet. </p>
<p>Das &#8220;R+25&#8243; für TX-11 besagt, dass die Republikaner dort 25 Prozentpunkte mehr Stimmen bekommen. Für jeden Demokraten wäre eine Bewerbung dort ein politisches Selbstmordkommando. Das R+14 für TX-14 ist in der Praxis nur wenig besser.</p>
<p>Ja und? mag der kontinentaleuropäische Beobachter jetzt sagen. Die SPD tritt auch alle fünf Jahre in Bayern an und holt sich tapfer ihren Prügel ab. Die Demokraten müssen dem Wähler doch eine Alternative bieten, schon allein der Parteilandschaft wegen. </p>
<p>Was uns zum zweiten Grund führt, der allerdings erfahrungsgemäß etwas schwieriger zu vermitteln ist. Deswegen schieben wir eine Übung ein. </p>
<p>Der interessierte Leser ziehe sich fette schwarze Stiefel, einen möglichst langen schwarzen Ledermantel und eine ultra-teure Sonnenbrille an. Wenn er seinen Partner dazu bringen kann, sich in <a href="http://www.cyberpunkreview.com/images/matrix41.jpg">hautengem Latex</a> [JPG] an ihn zu klammern, um so besser. Dann hole er sich aus der Besteckschublade einen Löffel und halte ihn sich so vor das Gesicht, dass er seine eigene Nase sieht. Und jetzt mache sich der interessierte Leser klar:</p>
<blockquote><p>
<strong>Es gibt keinen Löffel.</strong>
</p></blockquote>
<p>Das sieht nur so aus. Alles Illusion. In Wirklichkeit gibt es den Löffel gar nicht. </p>
<p>Wenn der Leser sich das bewusst gemacht hat, die elementare Unwirklichkeit des Löffels sich ihm ins Gehirn gebrannt hat, wenn buddhistische Mönche aus Laos einfliegen, um zu seinen Füßen die <em>anatta</em>-Lehre der Nicht-Existenz zu empfangen, dann ist er bereit für die nächste Stufe der Erkenntnis:</p>
<blockquote><p>
<strong>Es gibt keine Parteien.</strong>
</p></blockquote>
<p>Das sieht nur so aus. Alles Illusion. In Wirklichkeit gibt es die Parteien gar nicht.</p>
<p>Wir haben schon <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/23/warum-abgeordnete-und-viele-beamte-in-den-usa-direkt-gewahlt-werden/">erklärt</a>, dass in den USA Menschen gewählt werden und nicht Parteien und dass die Verfassungsväter diese eigentlich als Teil des Problems und nicht der Lösung <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/11/wie-man-eine-verfassung-bewirbt-die-federalist-papers/">gesehen haben</a>. Die Amerikaner haben lediglich zähneknirschend akzeptiert, dass Kandidaten sich ständig zu Gruppen zusammenschließen und haben ein paar Regeln aufgestellt, um das in gesittete Bahnen zu lenken. </p>
<p>Alle reden zwar ständig von den Parteien und die Wähler mögen sich mit einer Partei identifizieren und die Parteien halten vielleicht Vorwahlen ab und am Wahltag können die Wähler ihr Kreuz nach der Parteizugehörigkeit machen, denn das steht neben dem Namen. Aber am Ende werden Menschen gewählt.</p>
<p>In TX-14 treten daher eigentlich nicht zwei Republikaner, ein Libertarian und zwei Parteilose an, sondern die fünf aufrechten texanischen Bürger Paul, Peden, Flynn, Harvey und Roof. Dass keiner von ihnen zu einer Gruppe namens &#8220;Demokraten&#8221; gehört, ist dem System so schnurz wie die Frage, ob einer der Kandidaten im Kegelverein ist. </p>
<p>Die Demokraten können auch niemanden &#8220;stellen&#8221; oder von sich aus &#8220;antreten&#8221;, egal wie sehr die Parteiführung in Washington (und die Autoren von Daily Kos) sich das wünschen mag. Sie können nur darauf hoffen, dass ein wackerer Demokrat in Galveston beschließt, sich zu bewerben. </p>
<p>Nur, warum sollte jemand das tun? </p>
<p>Ein Kandidat würde sich die Plagen des Wahlkampfs aufhalsen und müsste für seine Finanzierung <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/01/06/wahl-2-was-die-ausgaben-im-us-wahlkampf-mit-storchen-zu-tun-haben/">selbst sorgen</a>. Was am Ende sein Lohn wäre, sagt der PVI ziemlich eindeutig voraus: Eine vernichtende Niederlage. Die nimmt aber nicht die Partei auf ihre Kappe wie die SPD in Bayern, sondern er persönlich. </p>
<p>Er wäre also nicht ein guter Parteisoldat, der später an anderer Stelle für sein Opfer belohnt werden würde, sondern nur der Depp, der so blöd war, eine völlig sinnlose Schlacht zu schlagen. Das ist nicht gut für die Karriere und <a href="http://www.cyberpunkreview.com/images/matrix38.jpg">vorlaute Rotznasen mit Glatze</a> [JPG] würden auf der Straße über ihn lachen.</p>
<p>Der interessierte Leser mag in seiner bestimmt reichlich bemessenen Freizeit alle <a href="http://www.2008racetracker.com/page/House+Races">435 Wahlbezirke</a> durchgehen, um sich davon zu überzeugen, dass es solche Fälle auch mit umgekehrter Rollenverteilung gibt. In <a href="http://www.2008racetracker.com/page/OR-04">OR-04</a> (Oregon) treten zum Beispiel offenbar nur <a href="http://www.defazioforcongress.org/">Peter DeFazio</a> von den Demokraten und <a href="http://www.newmenu.org/mikebeilsteinforcongress">Mike Beilstein</a> von der <a href="http://www.pacificgreens.org/">Pacific Green Party</a> an, kein Republikaner. </p>
<p>Wir werden jetzt den Kongress in Ruhe lassen, bis die Vorwahlkämpfe endlich zu Ende sind. Das hält unsere ganze Diskussion auf &#8230;</p>
<p>[Korrigiert 30. April 2008: Die Legislaturperiode in Bayern beträgt fünf, nicht vier Jahre. Zuerst gesehen von TB, vielen Dank]</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Etwas Hintergrund zu Clintons &#8220;Drei-Uhr-Morgens&#8221;-Werbespot</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/23/etwas-hintergrund-zu-clintons-drei-uhr-morgens-werbespot/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Apr 2008 19:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der interessierte Leser KV weist völlig zurecht darauf hin, dass wir Hintergrund zu Hillary Clintons &#8220;Drei-Uhr-Morgens&#8221;-Wahlspot [YouTube] hätten liefern sollen, schon allein weil er endlose Parodien [YouTube] hervorgebracht hat. 
Halten wir zuerst für zukünftige Lesergenerationen fest, wie der Text des Spots mit dem formellen Namen Children lautet, den Clinton 2008 während ihres Vorwahl-Duells gegen Barack [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Der interessierte Leser KV weist völlig zurecht darauf hin, dass wir Hintergrund zu Hillary Clintons <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xcR6enqJZJ8">&#8220;Drei-Uhr-Morgens&#8221;-Wahlspot</a> [YouTube] hätten liefern sollen, schon allein weil er <a href="http://www.youtube.com/watch?v=egvbxZ6jhlk">endlose Parodien</a> [YouTube] hervorgebracht hat. </p>
<p>Halten wir zuerst für zukünftige Lesergenerationen fest, wie der Text des Spots mit dem formellen Namen <em>Children</em> lautet, den Clinton 2008 während ihres Vorwahl-Duells gegen Barack Obama senden ließ (Hervorhebung hinzugefügt):</p>
<blockquote><p>
<strong>It&#8217;s three a.m., and your children are safe and asleep.</strong> But there&#8217;s a phone in the White House, and it&#8217;s ringing. Something&#8217;s happening in the world. Your vote will decide who answers that call. Whether it&#8217;s someone who already knows the world&#8217;s leaders, knows the military &#8212; someone tested and ready to lead in a dangerous world. <strong>It&#8217;s 3 a.m. and your children are safe and asleep.</strong> Who do you want answering the phone?
</p></blockquote>
<p>[Grammatik-Freaks werden beim letzten Satz entsetzt aufspringen - das muss doch <em><strong>Whom</strong> do you want answering the phone</em> heißen, weil Objekt und so! Schon, aber <em>whom</em> gehört zu den Konstrukten im Englischen, die keine langfristen Pläne machen sollten. Aus der gesprochenen Sprache ist es praktisch verschwunden. In diesem Spot würde es viel zu formell wirken - und die Antwort wäre sofort: <em>Not an English teacher!]</em></p>
<p>Die beiden Passagen mit der Uhrzeit und den Kindern, die um drei Uhr Morgens süß schlafen, erinnern Amerikaner sofort an einen öffentlichen Hinweis im Fernsehen - eine <em>public service announcement</em>, so etwas wie <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/11/19/buffy-und-anti-drogen-botschaften-in-us-serien/">&#8220;Beer Bad&#8221;</a> - der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Do_you_know_where_your_children_are">jahrzehntelang</a> vor den Spätnachrichten lief:</p>
<blockquote><p>
It&#8217;s ten p.m. Do you know where your children are?
</p></blockquote>
<p>Oft wurde der Spruch von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mweFiS6Z_WU">Prominenten</a> [YouTube] vorgetragen. Er entwickelte ein Eigenleben und wurde seinerseits endlos parodiert, wie der interessierte Leser sich durch Google selbst überzeugen kann. In dem Spot ist die Verbindung klar: Die Eltern haben alles richtig gemacht, denn die Blagen sind zu Hause im Bett, wo sie hingehören (mehr noch, sie schlafen sogar, was zumindest bei Kind Nummer Zwei einem kleineren Wunder gleichkommen würde).  </p>
<p>Wer sich selbst davon überzeugen will, wer Morgens um drei im Weißen Haus ans Telefon geht: Die Nummer <a href="http://www.whitehouse.gov/contact/">lautet</a> 202 456 1111, und bei sechs Stunden Zeitunterschied von Deutschland aus muss man um 9.00 Uhr MEZ anrufen. Allerdings kann das angeblich <a href="http://weblogs.newsday.com/news/opinion/walthandelsman/blog/2008/03/animation_its_3_am.html">frustrierend sein</a> &#8230;</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/usaerklaert.wordpress.com/294/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/usaerklaert.wordpress.com/294/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/usaerklaert.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/usaerklaert.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/usaerklaert.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/usaerklaert.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/usaerklaert.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/usaerklaert.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/usaerklaert.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/usaerklaert.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/usaerklaert.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/usaerklaert.wordpress.com/294/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=usaerklaert.wordpress.com&blog=218231&post=294&subd=usaerklaert&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">scot</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Warum der Indianerhäuptling Tecumseh bis Januar Bush töten könnte</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/20/warum-der-indianerhauptling-tecumseh-bis-januar-bush-toten-konnte/</link>
		<comments>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/20/warum-der-indianerhauptling-tecumseh-bis-januar-bush-toten-konnte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 01:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Berliner Umland hat es gestern ausnahmsweise so lange nicht geregnet, dass die Schönste Germanin beschloss, der Rasen müsse endlich gemäht werden. Sie war unerbittlich - es half auch kein Hinweis auf die mittlerweile 72 unbeantworteten Mails von interessierten Lesern.  
Nun ist dieser Autor ein Kind der Elektronik-Generation, die erwartet, dass Maschinen nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im Berliner Umland hat es gestern ausnahmsweise so lange nicht geregnet, dass die <a href="http://possumswelt.wordpress.com/2008/04/17/it´s-raining-again/">Schönste Germanin</a> beschloss, der Rasen müsse endlich gemäht werden. Sie war unerbittlich - es half auch kein Hinweis auf die mittlerweile 72 unbeantworteten Mails von interessierten Lesern.  </p>
<p>Nun ist dieser Autor ein Kind der Elektronik-Generation, die erwartet, dass Maschinen nach dem Drücken des An-Knopfs einfach funktionieren. Daher ist er immer etwas verwirrt, wenn der Benzinmäher nicht sofort starten will, nur weil er ein halbes Jahr in der Garage gestanden hat. Auch nachdem alles mögliche geputzt und im Handbuch nachgeschlagen worden war, ob es nicht doch irgendwo eine Batterie für das BIOS gibt, brachte das Reißen an dieser komischen Leine nicht einmal ein Husten hervor. </p>
<p>Dann wurde klar, was das eigentliche Problem war: Auf dem Motor steht <a href="http://www.tecumseh.com/engines.htm">TECUMSEH</a>, der Name eines Indianerhäuptlings aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das muss sein zweiter Fluch sein - mögen die Bleichgesichter bis in die 40. Generation im Gras versinken!</p>
<p>Bevor wir zu Tecumsehs erstem, viel bekannterem Fluch kommen, ein kurzer Absatz über ihn selbst - kurz deshalb, weil wir sonst wieder über einen Krieg reden müssten, und wir ja den <a href="http://homepage.mac.com/dsample/"><em>body count</em></a> in diesem Blog senken wollen.</p>
<p><a href="http://www.ohiohistorycentral.org/entry.php?rec=373">Tecumseh</a> war ein <a href="http://home.kc.rr.com/utosi/">Shawnee</a> aus Ohio, der beschloss, dass die Weißen vertrieben und ihre Sitten aufgegeben werden mussten - Eisenwerkzeuge, Stoffe, Alkohol, Landwirtschaft, etc. Mit seinem Bruder, dem Propheten <a href="http://www.ohiohistorycentral.org/entry.php?rec=312">Tenskwatawa</a>, sammelte er Stämme um sich. Bei der <a href="http://www.ohiohistorycentral.org/entry.php?rec=482&amp;nm=Battle-of-Tippecanoe">Schlacht von Tippecanoe</a> 1811 wurden sie besiegt, unter anderem weil der <em>Master of Life</em> die Indianer doch nicht wie versprochen unverwundbar gemacht hatte. Angeführt wurden die US-Truppen von <a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/wh9.html">William Henry Harrison</a>, der - wichtig - später Präsident wurde. Im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/War_of_1812">Krieg von 1812</a> schloss sich Tecumseh den Briten an. Er fiel 1813 in der <a href="http://www.ohiohistorycentral.org/entry.php?rec=481&amp;nm=Battle-of-the-Thames">Schlacht an der Thames</a>. </p>
<p>Der <a href="http://www.snopes.com/history/american/curse.asp">Fluch von Tecumseh</a> besagt nun, dass jeder <em>Great White Father</em> (Präsident), der in einem Jahr gewählt wird, das durch 20 teilbar ist, im Amt sterben wird. Angeblich soll ihn Tecumseh nach der Schlacht von Tippecanoe ausgestoßen haben, obwohl es nicht den geringsten Beleg dafür gibt. Vermutlich wurden ihm die Worte später in den Mund gelegt. </p>
<p>Und trotzdem müssen wir festhalten:</p>
<ul>
<li><strong>William Henry Harrison</strong>, gewählt <strong>1840</strong>, gestorben 1841 an einer Lungenentzündung</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/al16.html">Abraham Lincoln</a></strong>, gewählt <strong>1860</strong>, ermordet 1865</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/jg20.html">James A. Garfield</a></strong>, gewählt <strong>1880</strong>, ermordet 1881</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/wm25.html">William McKinley</a></strong>, wiedergewählt <strong>1900</strong>, ermordet 1901</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/wh29.html">Warren G. Harding</a></strong>, gewählt <strong>1920</strong>, gestorben 1923 an einem Herzinfarkt</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/fr32.html">Franklin D. Roosevelt</a></strong>, wiedergewählt <strong>1940</strong>, gestorben 1945 an einem Schlaganfall</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/jk35.html">John F. Kennedy</a></strong>, gewählt <strong>1960</strong>, ermordet 1963.</li>
<li><strong><a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/rr40.html">Ronald Reagan</a></strong>, gewählt <strong>1980</strong>, gestorben -</li>
</ul>
<p>- dann doch nicht im Amt, sondern 2004. Aber <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/12/18/humor-teil-1-jetzt-mal-im-ernst/">wie wir wissen</a> wurde Reagan 1981 Opfer eines Attentats, das er nur äußerst knapp überlebte. </p>
<p>Hat Reagan nur für sich selbst Tecumsehs Fluch eine lange Nase gezeigt, oder auch gleich die Serie gebrochen? Im Januar werden wir es wissen, wenn George W. Bush, gewählt im Jahr 2000, das Weiße Haus verlässt. Der <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/03/kurz-erklart-warum-der-secret-service-kein-geheimdienst-ist/">Secret Service</a> kann den Namen &#8220;Tecumseh&#8221; vermutlich nicht mehr hören.</p>
<p>Und was ist mit dem Rasenmäher? Dieser Autor, der es mit <a href="http://www.imdb.com/title/tt0070355/quotes">Dirty Harry</a> hält - <em>A man&#8217;s got to know his limitations</em> - bat den Nachbarn von Rechts um Hilfe, denn der hat Trabi-Erfahrung. Er benutze Fachbegriffe wie &#8220;Choke&#8221;, sprach davon, wie man &#8220;gefühlvoll&#8221; Gas geben müsse und spielte etwas an der Seite des Motors herum. Der ging dann - natürlich - beim ersten Reißen an, und nach zwei weiteren Versuchen des Nachbarn lief die Maschine rund.</p>
<p>Klar. <em>Seine</em> Vorfahren haben ja auch nicht gegen Tecumseh gekämpft. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>&#8220;Liberal&#8221; in den USA</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/18/liberal-in-den-usa/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 19:34:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer die US-Politik verfolgt, stellt schnell fest, dass ein bestimmtes Wort in Amerika nicht das bedeuten kann, was es zu Hause heißt: liberal. Tatsächlich meinen Amerikaner damit etwas anderes als selbst die Briten. 
Seit einigen Jahrzehnten wird in den USA mit liberal eine Politik bezeichnet, die - sagen die Befürworter - für den Schutz von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wer die US-Politik verfolgt, stellt schnell fest, dass ein bestimmtes Wort in Amerika nicht das bedeuten kann, was es zu Hause heißt: <em>liberal</em>. Tatsächlich meinen Amerikaner damit etwas anderes als selbst die Briten. </p>
<p>Seit einigen Jahrzehnten wird in den USA mit <em>liberal</em> eine Politik bezeichnet, die - sagen die Befürworter - für den Schutz von Minderheiten, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit, Mitgefühl, öffentliche Hilfsprogramme für Arme und Kranke, für den Umweltschutz und für Bildung für alle steht. Kritiker sehen dagegen als Hauptmerkmale hohe Steuern und unkritische Sozialausgaben, ein ständiges Eingreifen des Staates in das Leben des Bürgers und erstickende Gesetze als Mittel zum Ausgleich von irgendwelchen angeblichen Ungerechtigkeiten, was alles zu einer Entmündigung des Volks und dem Tod jeder Eigeninitiative führe. </p>
<p>Solche Auflistungen enden früher oder später im Streit. Daher setzen wir lieber unsere Tradition der erschütternd groben Vereinfachungen mit einer Faustregel fort: </p>
<blockquote><p>
<em>liberal</em> (USA) -&gt; sozialdemokratisch (DE)
</p></blockquote>
<p>Das ist nicht wirklich richtig, schon allein weil das Links-Rechts-Spektrum in der amerikanischen Politik anders gefächert ist. Aber die Überschneidungen sind groß genug, dass es auch nicht ganz falsch ist. Das sehen wir an dem nahtlosen Übergang, den böse Konservative von <em>liberal</em> über <em>socialist</em> zu <em>communist</em> sehen, wie auf einem <a href="http://www.cafepress.com/rightthings.47069398">T-Shirt</a> mit dem Plakat von <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/15/army-strong-und-die-germanischen-platzchen/">James Montgomery Flagg</a> und dem Spruch:</p>
<blockquote><p>
Liberals &#8212; I want you to get your pinko commie asses out of America!
</p></blockquote>
<p>Auf <em>anti-liberal</em>-<a href="http://www.cafepress.com/rightthings/381180">Aufklebern</a> sehen wir ebenfalls, wie <em>liberalism</em>, Sozialismus und Kommunismus fröhlich zusammengekleistert werden. Demnach sind <em>liberals</em> Weicheier, die Amerika hassen, die Flagge verbrennen, auf Soldaten spucken, den Islamofaschisten die Welt überlassen wollen und bestimmt auch Eichhörnchen furchtbare Dinge antun, wenn niemand hinschaut. Für Konservative ist <em>liberal</em> ein Schimpfwort. </p>
<p>In Deutschland (und der übrigen Welt) wird man dagegen nur verständnislos angestarrt, wenn man &#8220;Liberale&#8221; als Kommunisten beschimpft, wovon sich der interessierte Leser am nächsten FDP-Wahlstand überzeugen möge. Was hierzulande mit &#8220;liberal&#8221; im Sinne der Wirtschaftspolitik gemeint ist, passt in den USA eher zu den Konservativen. </p>
<p>(Im Zusammenhang mit <em>liberal bashing</em> kommt häufig der Name <a href="http://www.anncoulter.com/">Ann Coulter</a> vor, Juristin, Kommentatorin und Autorin von Büchern wie <em>Treason: Liberal Treachery from the Cold War to the War on Terrorism</em>. Sie ist umstritten, einige Zeitungen <a href="http://www.cbsnews.com/stories/2004/07/26/politics/main631949.shtml">drucken ihre Beiträge</a> nicht und sie wird bei öffentlichen Auftritten schon mal mit der einen oder anderen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Fv9xa-VxchM">Torte</a> [YouTube] beworfen.)    </p>
<p>Da <em>liberal</em> in einigen Kreisen quasi vergiftet ist, verwenden Nicht-Konservative auch den Begriff <em>progressive</em>. Das sehen wir bei <a href="http://www.dailykos.com/special/about2#dk">Daily Kos</a>, das sich als <em>the largest progressive community blog in the United States</em> bezeichnet. </p>
<p>Für den Beobachter aus Übersee ist das nicht hilfreich, denn die Begriffe sind eigentlich keine Synonyme. An <em>progressive</em> hängt <a href="http://www.eagleton.rutgers.edu/e-gov/e-politicalarchive-Progressive.htm">ein ganzer Rattenschwanz</a> von politischen Vorstellungen, die etwa 100 Jahre alt sind. Wir werden sie in einem eigenen Eintrag aufdröseln und dabei auch erklären, wie <em>liberal</em> eine andere Bedeutung bekommen hat.</p>
<p>Und um die ganze Sache noch komplizierter zu machen, gibt es die politische Strömung des <em>libertarianism</em>, verkörpert durch die <a href="http://www.lp.org/">Libertarian Party</a>. Sie wurde 1971 gegründet und ist heute die drittgrößte Partei in den USA. Hier treffen wir wieder auf &#8220;liberale&#8221; politische Werte, wie sie auch Europäer verstehen, wie <em>a smaller government, lower taxes and more freedom</em>. Ihre Kandidaten haben bislang eher auf Kommunalebene Erfolg.</p>
<p>Schließlich hätten wir noch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Liberace">Liberace</a> zu bieten, aber das ist eine <em>ganz</em> andere Geschichte &#8230;</p>
<p>[Zuerst vorgeschlagen von CM, vielen Dank]</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Von der Struktur der demokratischen Partei und ganz normalen Präsidenten</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/15/von-der-struktur-der-demokratischen-partei-und-ganz-normalen-prasidenten/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 21:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat sich in die politischen Nesseln gesetzt. Auf einem Treffen mit Anhängern in San Francisco sprach er über die einfachen Bürger in den kleinen Städten von Pennsylvania, dort, wo am 22. April die nächste Vorwahl stattfindet. Sie hätten zusehen müssen, sagte Obama, wie seit 25 Jahren ihre Jobs verschwinden, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat sich in die politischen Nesseln gesetzt. Auf einem Treffen mit Anhängern in San Francisco <a href="http://www.huffingtonpost.com/mayhill-fowler/obama-no-surprise-that-ha_b_96188.html">sprach er</a> über die einfachen Bürger in den kleinen Städten von Pennsylvania, dort, wo am 22. April die nächste Vorwahl stattfindet. Sie hätten zusehen müssen, sagte Obama, wie seit 25 Jahren ihre Jobs verschwinden, und kein Präsident, ob Demokrat oder Republikaner, habe ihnen geholfen. </p>
<blockquote><p>
So it&#8217;s not surprising then that they get bitter, they cling to guns or religion or antipathy to people who aren&#8217;t like them or anti-immigrant sentiment or anti-trade sentiment as a way to explain their frustrations.
</p></blockquote>
<p>(Fußnote: Der Bericht war ein <em>scoop</em>, eine Exklusivmeldung, der 60-jährigen Bloggerin <a href="http://www.huffingtonpost.com/mayhill-fowler/#blogger_bio">Mayhill Fowler</a> von der Online-Zeitung <a href="http://www.huffingtonpost.com/">&#8220;Huffington Post&#8221;</a>. Von den traditionellen Medien, die alle sie zitierten mussten, war am Wochenende von Küste zu Küste das Geräusch von knirschenden Zähnen zu hören.)</p>
<p>Die Reaktion seiner Gegner, seiner Rivalin und der Presse kam prompt. Dumme, verbohrte Kleinstadtbürger! wurde seine Aussage paraphrasiert. Sie verstehen die große komplizierte Welt nicht und klammern sich abergläubisch an Waffen und Religion, greifen in ihrer Verbitterung die Einwanderung und den freien Handel an. Oder einfacher: <a href="http://online.wsj.com/article/SB120805672535010747.html?mod=Best+of+the+Web+Today"><em>You voters are idiots, and I promise to give you what you want!</em></a> </p>
<p>Dass Obama die Bemerkungen in San Francisco machte, half nicht wirklich, denn für viele Amerikaner sind die Kalifornier alle hochnäsige Besserwisser, die auf den Rest der Republik herabsehen.</p>
<p>Das Wahlteam des Republikaners John McCain wusste sofort, was es mit der Steilvorlage zu machen hatte: </p>
<blockquote><p>
It shows an elitism and condescension towards hardworking Americans that is nothing short of breathtaking &#8230; It is hard to imagine someone running for president who is more out of touch with average Americans.
</p></blockquote>
<p>Und auch Obamas Partei<del>freundin</del>kollegin Hillary Clinton forderte lautstark <a href="http://politicalticker.blogs.cnn.com/2008/04/11/clinton-hits-obama-over-reported-bitter-comment/">für Amerika</a> einen Präsidenten, der die Menschen wirklich versteht und nicht auf sie herabsieht (womit sie natürlich sich meinte). Amerikanische Kommentatoren und Blogger überschlagen sich noch heute, vier Tage später, mit Verurteilungen oder aber Erklärungen, warum Obama doch Recht haben könnte. </p>
<p>Oops, sagte <a href="http://politicalticker.blogs.cnn.com/2008/04/12/obama-if-i-offended-i-regret/">er selbst</a>, das war ungeschickt formuliert. Er habe niemanden verletzten wollen, bleibe aber dabei, dass es in den Kleinstädten jede Menge Verbitterung über ein &#8220;Versagen der Politik&#8221; gebe. </p>
<p>Dass die Republikaner die Aussage benutzen, um Obama als einen elitären Schnösel darzustellen, wundert nicht, denn es ist Wahlkampf. Auch Clinton kann so eine Gelegenheit kaum auslassen. Der interessierte Leser mag sich allerdings fragen, warum der Streit auch unter Demokraten für völliges Entsetzen sorgt, die sich sonst aus dem Vorwahlkampf heraushalten. </p>
<p>Dazu muss man wissen, dass die <em>Democrats</em> zwei gegensätzliche Hauptströmungen vereinigen: Linke Intellektuelle (und solche, die sich dafür halten) und die klassischen <em>blue-collar</em> Arbeiter. Man spricht von &#8220;Wein-Demokraten&#8221; und &#8220;Bier-Demokraten&#8221;. Wie der britische <em>Economist</em> es vor Wochen hellseherisch <a href="http://www.economist.com/world/na/displaystory.cfm?story_id=10808693">formulierte</a>:</p>
<blockquote><p>
Mr Obama&#8217;s supporters are, mostly, the liberal version of &#8220;values voters&#8221;. They are intensely worried about America&#8217;s past sins and its current woeful image in the world. They regard Mr Obama as a &#8220;transformational&#8221; leader &#8212; a man who can, with one sweep of his hand, wipe away the sins of the Bush years and summon up the best in their country.</p>
<p>Mrs Clinton&#8217;s supporters, by contrast, are kitchen-table voters. They wear jackets emblazoned with the logos of their unions. They work with their hands or stand on their feet all day. They have seen their living standards stagnate for years, and they are worried about paying their bills rather than saving their political souls.
</p></blockquote>
<p>Für den <em>Economist</em> war klar, dass dieser Vorwahlkampf die Partei zerreißen und McCain die Scherben aufheben wird. Ob es wirklich so kommt, werden wir bis November sehen. </p>
<p>Allerdings geht der Vorwurf des <em>elitism</em> noch tiefer und ist nicht nur ein Schimpfwort für Demokraten, die lieber Käse und Wein als Hot Dogs und Bier mögen. Auch Republikaner müssen sich hüten. Wie in jeder Demokratie wollen die Amerikaner von Leuten regiert werden, die ihre täglichen Sorgen verstehen oder sie zumindest kennen und sich nicht in der <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/02/25/kurz-erklart-the-beltway/">Beltway</a> abkapseln. Eine grundsätzliche Volksnähe ist gefragt. </p>
<p>Das kennen wir auch aus Deutschland, wo man dafür das schönere Bild des &#8220;Raumschiffes&#8221; Bonn oder Berlin benutzt, in dem Politiker über alle alltäglichen Probleme schweben. Zu den Leistungen der Quantenphysikerin Dr. Merkel gehört es, die Wähler davon überzeugt zu haben, dass die gute alte &#8220;Angie&#8221; nicht nur <a href="http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/physik/node5.html">bizarre Tiere</a> versteht, sondern auch normale Sorgen. Helmut Kohl hatte seinen <a href="http://www.thefirstpost.co.uk/people,861,how-kohls-favourite-pig-dish-turned-mrs-ts-stomach,24684">Saumagen</a>, Gerhard Schröder seine <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/:Gerhard-Schr%F6der-Und-Currywurst-Schnitzel/598611.html">Currywurst</a> als symbolischen Anker zum wirklichen Leben. </p>
<p>(Merkel hatte als Ex-Ministerin etwas anderes im Lebenslauf, das allen drei US-Kandidaten schmerzhaft fehlt: Praktische Berufserfahrung. Das zieht immer. Clinton, McCain und Obama sind Senatoren, die nie einen echten Exekutiv-Posten hatten. Das ist in der jüngeren amerikanischen Geschichte ungewöhnlich. Bush Junior war Gouverneur von Texas, Bill Clinton Gouverneur von Arkansas, Bush Senior Vize-Präsident unter Ronald Reagan, Reagan Gouverneur von Kalifornien, Jimmy Carter Gouverneur von Georgia, Gerald Ford Vize unter Richard Nixon und Nixon Vize von Dwight D. Eisenhower. So oder so werden die Amerikaner dieses Mal die Katze im Sack kaufen.) </p>
<p>Allerdings: Da die Amerikaner nicht nur den Präsidenten (faktisch) direkt wählen, sondern schon die Bewerber von der Parteibasis bestimmt werden statt nach dem Beck-wird&#8217;s-und-basta-Verfahren, ist es für die Kandidaten in den USA noch dringender, ihre Volksnähe zu betonen. Besonders im  Vorwahlkampf sind die groben politischen Linien gleich. Bei einem so knappen Rennen wie in diesem Jahr wird um jede Grauschattierung gekämpft.</p>
<p>Entsprechend hören wir seit Monaten ständig von <a href="http://www.hillaryclinton.com/about/">Hillary Clinton</a> (Anwältin, Yale), dass sie im Herzen ein einfaches Mittelschichtmädchen aus &#8220;der Mitte Amerikas&#8221; geblieben ist und von <a href="http://www.barackobama.com/learn/meet_barack.php">Obama</a> (Anwalt, Harvard), dass er in seinem kleinen Dorf in Kenia seinem Vater bei den Ziegen half. Auch <a href="http://www.johnmccain.com/About/">McCain</a> (Admiralssohn und -enkelsohn, Kriegsheld, Annapolis) betont, dass er eigentlich ein schlechter Pilot war und ein noch viel schlechterer Student. Übrigens mag er <a href="http://wonkette.com/politics/john-mccain/walnuts-hes-actually-losing-his-mind-313723.php">Abba</a>. </p>
<p>Wir sind wie ihr! lautet der Ruf. Absolventen der besten Unis und richtig vermögend und - äh. Okay, vielleicht sind wir nicht <em>mehr</em> wie ihr. Aber wir haben die gleichen Wurzeln und haben uns durch ehrliche Arbeit <em>by our bootstraps</em> hochgezogen und haben dabei niemals vergessen, wo wir herkommen. Ehrlich! Und jetzt ein Bier, sonst streik&#8217; ich hier!</p>
<p>Geschichtlich gesehen ist das Ganze kurios. Die USA wurden von einem Haufen intellektueller Oberschichtpinkel gegründet - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Benjamin_franklin">Benjamin Franklin</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_Hamilton">Alexander Hamilton</a> waren aus der engeren Clique die einzigen, die nicht wohlhabend geboren wurden [1]. Erst nach <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/11/wie-man-eine-verfassung-bewirbt-die-federalist-papers/">langer Diskussion</a> entschlossen sich die Verfassungsväter dazu, auch Nicht-Landbesitzern eine Stimme zu geben. </p>
<p>Allerdings: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Jefferson">Thomas Jefferson</a>, Autor der <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/04/beliebte-fehler-zum-unabhangigkeitstag/">Unabhängigkeitserklärung</a>, dritter Präsident und Genie der Goethe-Klasse, war so intellektuell wie man es im 18. Jahrhundert nur sein konnte. Und was <a href="http://www.history.com/this-day-in-history.do?action=Article&amp;id=494">tat er</a>?</p>
<blockquote><p>
He projected a down-to-earth, relaxed and unconventional attitude and his desire to be seen as a “common man” was reflected in his penchant for receiving White House visitors in a robe and slippers.
</p></blockquote>
<p>Bleibt die Frage, ob jemand nach 220 Jahren auf die Nummer mit dem <em>regular guy</em> (in diesem Jahr auch <em>regular gal)</em> hereinfällt. In der Vergangenheit war es insbesondere die deutsche Presse. </p>
<p>Ich baue Erdnüsse an! schwor der Demokrat <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Carter">Jimmy Carter</a> mit breitem Südstaatenakzent, und die Europäer lachten. Ein Erdnuss-Farmer als Präsident! Diese Amerikaner! Dass Carter seinen Physik-Abschluss an der Militär-Universität Annapolis machte und danach für den Aufbau der Atom-U-Boot-Flotte seine Studien in der Kernphysik fortsetzte, stand halt eher im Kleingedruckten.</p>
<p>Das Paradebeispiel bleibt aber Ronald Reagan. Ich war ein Schauspieler! rief er allen zu. Ich war ein Rettungsschwimmer! Dass er Wirtschaft und Sozialwissenschaften am <a href="http://www.eureka.edu/discover/reaganinflu.htm">Eureka College</a> studierte - wenn auch nicht mit brennender Leidenschaft - weiß in Deutschland kaum jemand, wie der interessierte Leser an seiner Umgebung überprüfen mag. Irgendeinem republikanischen Wahlstrategen im Altersheim muss bis heute ganz warm ums Herz sein. </p>
<p>Dabei war es bei Reagan eigentlich noch <a href="http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1988/061088a.htm">viel, viel schlimmer</a>:</p>
<blockquote><p>
One of the better jobs I had in my entire life, working my way through Eureka College, was washing dishes in the girls dormitory.
</p></blockquote>
<p>Vom Tellerwäscher zum Präsidenten. Kann es noch kitschiger kommen?</p>
<p>[1] <em>An Empire of Wealth. The Epic History of American Economic Power</em>. John Steele Gordon, Harper Perennial</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wut wegen Wodka, Krieg gegen Mexiko und die Unabhängigkeit von Texas</title>
		<link>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/10/wut-wegen-wodka-krieg-gegen-mexiko-und-die-unabhangigkeit-von-texas/</link>
		<comments>http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/10/wut-wegen-wodka-krieg-gegen-mexiko-und-die-unabhangigkeit-von-texas/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 20:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scot W. Stevenson</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Eintrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Autor hat Hemmungen, schon wieder ein militärisches Thema aufzugreifen. Aber zwischen den USA und Mexiko tobt im Moment ein Streit um eine Wodka-Werbung - man hat ja sonst keine Probleme - und damit die europäischen Leser den ganzen Spaß nachvollziehen können, müssen wir etwas Geschichte hervorkramen. Das dürfte auch unser Verständnis für die tiefe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Dieser Autor hat Hemmungen, schon wieder ein militärisches Thema aufzugreifen. Aber zwischen den USA und Mexiko tobt im Moment ein Streit um eine Wodka-Werbung - man hat ja sonst keine Probleme - und damit die europäischen Leser den ganzen Spaß nachvollziehen können, müssen wir etwas Geschichte hervorkramen. Das dürfte auch unser Verständnis für die tiefe und herzliche Liebe zwischen Mexiko und den USA fördern und erklären, warum Mexikaner in den klassischen Western immer so schlecht wegkamen.</p>
<p>Wieso Wodka? Der schwedische Hersteller <a href="http://www.absolut.com/">Absolut</a> hat in Mexiko <a href="http://media.monstersandcritics.com/articles/1398461/article_images/absolutad.jpg">eine Anzeige</a> [JPG] geschaltet mit dem Titel <em>In an Absolut [sic] World</em>, auf der eine Karte Nordamerikas zu sehen ist. In dieser &#8220;perfekten Welt&#8221; hat Mexiko allerdings noch die Grenzen von vor dem <a href="http://www.globalsecurity.org/military/ops/texas-revolution.htm">Texanischen Unabhängigkeitskrieg</a> (1835-1836) und dem <a href="http://www.loc.gov/rr/program/bib/mexicanwar/">Mexikanisch-Amerikanischen Krieg</a> (1846-1848) - der Südwesten der heutigen USA gehört den Südländern.  </p>
<p>Nun wäre eine solche Werbung überall auf der Welt eine sagenhaft dumme Idee. Der interessierte Leser mag sich überlegen, wie die Franzosen auf eine Karte reagieren würden, in der die Hälfte des Landes wie vor dem Hundertjährigen Krieg noch zu England gehören würde. Wegen der Debatte über die <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/04/nachklapp-zu-den-illegals-hispanics-und-rassen-in-den-usa/">illegale Einwanderung</a> von Millionen von Mexikanern in die USA sind die Amerikaner im Moment aber ganz besonders dünnhäutig. </p>
<p>Wütende Photoshopper haben entsprechend Parodien mit <a href="http://ace.mu.nu/archives/AbsolutEurope.jpg">der Sowjetunion</a> [JPG], <a href="http://www.exurbanleague.com/2008/04/04/an-alternate-take.aspx">Finnland</a>, <a href="http://ace.mu.nu/archives/absoluttexas.jpg">Texas</a> [JPG], <a href="http://michellemalkin.com/wp/wp-content/uploads/2008/04/pal2.jpg">Palästina</a> [JPG] und, wohl unvermeidlich, dem <a href="http://bp3.blogger.com/_L6pDyjqqsvY/R_gdPcRIiwI/AAAAAAAAMpY/9np474FYJjU/s1600-h/absolut2.jpg">Dritten Reich</a> [JPG] erstellt. Die streitbare Bloggerin <a href="http://michellemalkin.com/2008/04/04/absolut-arrogance-and-the-advertising-agency-behind-the-reconquista-ad/">Michelle Malkin</a> spricht von der <em>reconquista ad</em>, der Wiedereroberungs-Werbung. Die Debatte erreichte die <a href="http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-fg-absolut5apr05,1,3887663.story">Medien</a>, führte zu <a href="http://www.mmdnewswire.com/100-american-organizations-launch-boycott-of-absolut-vodka-3205.html">Boykotten</a> und (natürlich) <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Talk:Absolut_Vodka#controversial_pic_from_campaign">Streit</a> bei der Wikipedia. </p>
<p>Absolut <a href="http://absolut.com/iaaw/blog/in-an-absolut-world-according-to-mexico">entschuldigte</a> sich nach einiger Zeit:</p>
<blockquote><p>
This particular ad, which ran in Mexico, was based upon historical perspectives and was created with a Mexican sensibility. In no way was this meant to offend or disparage, nor does it advocate an altering of borders, nor does it lend support to any anti-American sentiment, nor does it reflect immigration issues.
</p></blockquote>
<p>Das war der erste Anlauf, der in den USA als &#8220;nun stellt euch mal nicht so an&#8221; interpretiert wurde. Nach einer weiteren Runde des Wutgeheuls dämmerte es Absolut, dass sie <a href="http://absolut.com/iaaw/blog/we-apologize">nachlegen mussten</a>. Das dürfte ihnen nicht leicht gefallen sein, denn in Mexiko stieß die Werbung auf <a href="http://latimesblogs.latimes.com/laplaza/2008/04/mexico-reconque.html">massiven Zuspruch</a>, wie Werbefachleute bezeugen (Hervorhebung hinzugefügt):</p>
<blockquote><p>
Mexicans talk about how the Americans <strong>stole their land</strong>, so this is their way of reclaiming it. It’s very relevant and the Mexicans will love the idea.
</p></blockquote>
<p>&#8220;Geklaut&#8221; ist nicht das Wort, das die meisten Amerikaner für den Vorgang benutzen würden. Den Indianern, denen wurde oft das Land geklaut. Aber den Mexikanern? <em>Die</em> haben den Krieg angefangen und die Deppen in Washington haben nach dem Sieg noch für das Land bezahlt! Die Mexikaner sind nur sauer, dass selbst die Texaner sie besiegt haben.</p>
<p>Denn die Texaner waren fast zehn Jahre lang unabhängig, einer der Gründe für <del>ihr übersteigertes Selbstwertgefühl</del> ihre unerschütterliche Selbstsicherheit. Bereits unter spanischer Herrschaft wurde Moses Austin die Genehmigung erteilt, auf dem Gebiet eine amerikanische Kolonie zu errichten. Nach der Unabhängigkeit Mexikos 1821 wurden die Abkommen erneuert. Bis 1836 lebten 50.000 Amerikaner und 3.500 Mexikaner in Texas. Das konnte nicht gut gehen. </p>
<p>Tat es auch nicht. In dieser Zeit machte sich Antonio López de Santa Anna (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Antonio_López_de_Santa_Anna#Presidencies">mal wieder</a>) zum Präsidenten von Mexiko, erklärte die Republik für aufgelöst und versuchte, das ganze Land zu zentralisieren - Schluss mit der lokalen Selbstverwaltung. Texas erklärte am 2. März 1836 prompt <a href="http://www.lsjunction.com/docs/tdoi.htm">die Unabhängigkeit</a>.</p>
<p>Das für uns wichtigste Ereignis der <em>Texan Revolution</em> war die <a href="http://www.tsl.state.tx.us/treasures/republic/index.html">Belagerung der Alamo</a>, wo sich <a href="http://www.thealamo.org/defend.html">150 Verteidiger</a> verschanzten. Darunter waren der Trapper <a href="http://www.tshaonline.org/handbook/online/articles/CC/fcr24.html">Davy Crockett</a> und <a href="http://www.tshaonline.org/handbook/online/articles/BB/fbo45.html">Jim Bowie</a>, Erfinder des Bowie-Messers. Am Ende gewann die zehnfache mexikanische Übermacht. Frauen und Kinder durften gehen, der Rest wurde hingerichtet. Aber die Verteidiger verkauften sich so teuer, dass selbst Mexikaner wie Francisco Antonio Ruiz erklärten:</p>
<blockquote><p>
The gallantry of the few Texans who defended the Alamo was really wondered at by the Mexican army. Even the generals were astonished at their vigorous resistance, and how dearly victory was bought
</p></blockquote>
<p><em>Remember the Alamo!</em> wurde zum Schlachtruf der Texaner. Bis heute findet man den Satz in vielen Anspielungen. Zusammen mit dem <a href="http://www.tsl.state.tx.us/treasures/republic/goliad/goliad.html">Massaker von Goliad</a> stärkte er die texanische Entschlossenheit. </p>
<p>In der 18-minütigen <a href="http://www.tsl.state.tx.us/treasures/republic/san-jacinto.html">Schlacht von San Jacinto</a> wurde Santa Anna schließlich besiegt und gefangengenommen und musste am 14. Mai 1836 die <a href="http://www.tsl.state.tx.us/treasures/republic/velasco-01.html">Verträge von Velasco</a> unterzeichnen. Dort wurde - und das ist jetzt wichtig - der Rio Grande als Grenze festgelegt. </p>
<p>Hier fängt der Streit an. Die Mexikaner sagten, Santa Anna habe nur unterschrieben, weil man ihn sonst erschossen hätte. Eine Entscheidungshilfe, sagten die Texaner. Verloren ist verloren. Mexiko erkannte die Verträge nicht an und bestand darauf, dass der weiter nördlich gelegene Fluss Nueces die &#8220;historische&#8221; Grenze von Texas sei (was den Indianern neu war). Und ohnehin werde man das Gebiet bei nächster Gelegenheit zurückerobern.</p>
<p>Viele Texaner waren sofort für einen Beitritt zu den USA, aber in Washington zögerte man. In Texas gab es die Sklaverei, was das Gleichgewicht unter den Bundesstaaten gestört hätte, und allen war klar, dass die Annektierung Krieg mit Mexiko bedeuten würde. Nur: Großbritannien und Frankreich bändelten mit Texas an. Schlimmer noch, die europäischen Kolonialmächte schienen Interesse an Kalifornien zu haben. </p>
<p>Der Kongress bot Texas schließlich die Aufnahme in die USA an, die am 29. Dezember 1845 vollzogen wurde. Der frisch gewählte Präsident <a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/jp11.html">James K. Polk</a> <a href="http://www.digitalhistory.uh.edu/mexican_voices/voices_display.cfm?id=54">bot</a> seinerseits Mexiko 25 Millionen Dollar für Kalifornien an, fünf Millionen Dollar für das riesige Gebiet &#8220;Neu-Mexiko&#8221; und weitere fünf Millionen Dollar, um das alberne Gerede über den Nueces zu beenden. Mexikos Präsident José Joaquin de Herrera empfing den US-Gesandten nicht einmal, aber das war egal, denn sein General Mariano Paredes putschte. Der ließ Polk wissen, dass die Amis gerade einen Krieg riskierten. </p>
<p>Na, wenn das so ist, dachte sich Polk. </p>
<p>Er schickte Soldaten unter dem späteren Präsidenten <a href="http://www.whitehouse.gov/history/presidents/zt12.html">Zachary Taylor</a> an den Rio Grande, um die texanische Grenze zu schützen. Für Mexiko war das ein aggressiver Akt, denn aus ihrer Sicht war das ihr Staatsgebiet. Es kam zwischen den beiden Flüssen zu einem Gefecht zwischen 2.000 Mexikanern und etwa 70 US-Soldaten, von denen 16 getötet wurden. Da! sagte Polk dem Kongress. Da! Die Mexikaner haben amerikanisches Blut auf amerikanischem Boden vergossen! Die Abgeordneten sahen das genauso und <a href="http://memory.loc.gov/cgi-bin/ampage?collId=llsl&amp;fileName=009/llsl009.db&amp;recNum=36">erklärten</a> Mexiko den Krieg.</p>
<p>Der <a href="http://www.pbs.org/kera/usmexicanwar/index_flash.html">Verlauf</a> ist schnell zusammengefasst: Mexiko wurde in Grund und Boden gestampft. Der Populär-Historiker H.W. Crocker spricht von einem <em>military holiday</em> [1]. Die mexikanischen Truppen unter Santa Anna - inzwischen mal wieder Präsident - wurden bis Mexiko-Stadt zurückgedrängt. Die Amerikaner nahmen die Festung Chapultepec ein, die <em>Halls of Montezuma</em>, wie sie in der Hymne der Marines <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/05/31/zum-fall-haditha-das-marine-corps/">genannt werden</a>. Dort waren die letzten Verteidiger sechs Kadetten, die bis heute in ihrer Heimat als die <a href="http://members.tripod.com/JOVIMECAVIC/NinosHeroes.htm"><em>los Niños Héroes</em></a> gefeiert werden.</p>
<p>(Einige Mexikaner und viele US-Hispanics feiern eine andere mexikanische militärische Heldentat, den Sieg über die Franzosen am <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Cinco_de_mayo"><em>Cinco de Mayo</em></a>. Nach dem Beginn des Bürgerkriegs waren die USA nicht in der Lage, die <a href="http://www.state.gov/r/pa/ho/time/jd/16321.htm">Monroe Doctrine</a> durchzusetzen. Napoleon III. nutzte das für eine <a href="http://www.militaryhistoryonline.com/usmexicanwar/articles/frenchinmexico.aspx">Invasion</a> (1861-1867). Die Schlacht von Pueblo am 5. Mai 1862 gewannen die Mexikaner. Man stelle sich vor, die Deutschen würden jeden Sieg über die Franzosen so feiern.)</p>
<p>Zurück zum Krieg gegen die USA: Im <a href="http://www.historicaldocuments.com/TreatyofGuadalupeHidalgo.htm">Frieden von Guadalupe Hidalgo</a> vom 2. Februar 1848 wurde der Rio Grande endgültig als Grenze festgelegt. Die USA erhielten (mit Texas) <a href="http://www.historicaldocuments.com/TreatyofGuadalupeHidalgoMap.gif">1,4 Millionen Quadratkilometer Gebiet</a> [GIF] dazu, was etwa die Fläche der Mongolei entspricht und <a href="http://www.ourdocuments.gov/doc.php?flash=true&amp;doc=26">55 Prozent</a> des mexikanischen Staatsgebiets waren. Mexiko bekam 15 Millionen Dollar.   </p>
<p>Im Westen und Süden der USA war man begeistert von dem Krieg und seinem Ausgang. Polk gehörte zu den Vertretern des <a href="http://www.pbs.org/kera/usmexicanwar/prelude/manifest_destiny_overview.html"><em>Manifest Destiny</em></a>, dem Glaube an die göttliche Aufgabe, die Freiheit durch den ganzen Kontinent zu tragen. Das passte ja gut.</p>
<p>Kritiker fanden dagegen, dass den Mexikanern übel mitgespielt worden war. Und die nördlichen Staaten waren absolut nicht glücklich darüber, dass Gebiete ins Land geholt worden waren, die zu Sklavenstaaten werden könnten - der <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2007/02/07/das-wirkliche-nationale-trauma-der-usa/">Bürgerkrieg</a> warf seine Schatten voraus. Tatsächlich standen in Mexiko amerikanische Soldaten Schulter an Schulter, die sich später im <em>Civil War</em> gegenseitig töten sollten.</p>
<p>Festzuhalten ist, dass die USA nicht Mexiko als Ganzes behalten haben. Auch später nach dem <a href="http://www.loc.gov/rr/hispanic/1898/intro.html">Krieg gegen Spanien</a> 1898 machte man keine Anstalten, sich die Philippinen für immer einzuverleiben - für die man trotzdem 20 Millionen Dollar zahlte - oder gar Kuba (Puerto Rico bekam einen Zwitterstatus). Erstaunlich viele Deutsche wissen das nicht und machen sich daher nicht klar, dass der Vorwurf des &#8220;Imperialismus&#8221; bei den USA immer nur im übertragenen Sinne gemeint ist. Was richtiger Imperialismus bedeutet, haben Großbritannien, Frankreich und Spanien vorgemacht. </p>
<p>Und damit hätten wir eine neue Werbung für Absolut: Die USA erweitert um Mexiko, die Philippinen und Kuba - vielleicht sogar noch um Kanada (bitte ohne Quebec). Wie viele Leute man damit sauer machen könnte!</p>
<p>[1] <em>Don&#8217;t Tread On Me. A 400-Year History of America at War</em>. H.W. Crocker, Crown Forum New York, 2006.</p>
<p>(Danke an DKS für den Hinweis auf die Werbung)</p>
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