Archive for the 'Zeugs' Category

ZEUGS: Von unglücklichen New Yorkern und missglückten Hinrichtungen

August 3, 2014

Das Problem mit den Schulferien? Man bekommt nichts geschafft, weil die Kinder ständig herumlungern, wie die Schönste Germanin bereits geklagt hat. Allerdings scheinen die interessierten Leser ohnehin alle im Urlaub oder im Freibad zu sein. Das ist doch die perfekte Gelegenheit, um lauter deprimierendes Zeugs loszuwerden, ohne dass es jemand mitbekommt!

  • Zur europäischen Besiedlung Nordamerikas, ein kurzer Aufmerksamkeitstest, bevor es richtig losgeht: Ein 14-sekündiges Video zeigt die Entwicklung über 400 Jahre. Wer sich trotz der Hitze noch so lange konzentrieren kann, kann weitermachen.
  • Zu den unglücklichsten Städten in den USA: New York führt die Liste an. Selbst die Bürger von Detroit sind zufriedener.

    Jersey City ranked 8th most unhappy on the list, which means people who live in Jersey City are happier than people who live in NYC, and they have to take the PATH train.

    Untersucht wurden 177 Ballungsräume. Dieser Autor kann nach den vergangenen zwei Wochen aus eigener Erfahrung sagen, dass die Bewohner von Santa Cruz dagegen überdurchschnittlich glücklich wirken — was allerdings auch besondere Gründe haben könnte.

  • Zum Energieverbrauch in den USA: Einer amerikanischen Studie zufolge weisen die USA die geringste Energie-Effizienz unter den 16 größten Volkswirtschaften aus. Deutschland war (wer hier hätte etwas anderes erwartet?) die Nummer Eins.

    [G]ermany scored well in nearly every category in the survey, including spending on energy efficiency measures, aggressive building codes, and the country’s tax credit and loan programs.

    Bizarrerweise führen die Amerikaner allerdings in der Unterkategorie der Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Öfen.

  • Zur Wahlkampf-Finanzierung: Der Supreme Court hat bekanntlich 2010 (zwei Jahre nach dem Eintrag in diesem Blog) ein umstrittenes Urteil dazu gefällt, das unter dem Namen Citzens United bekanntgeworden ist. Seitdem können Unternehmen, Gewerkschaften und gewisse andere Gruppe deutlich mehr Geld für Wahlspots ausgeben. Wie viel mehr geben sie denn jetzt aus? Dramatisch mehr, so viel sogar, dass sie vor der Kongresswahl im November die Ausgaben der Kandidaten selbst in den Hintergrund zu drängen drohen.

    The outside groups are dictating the terms and message of the 2014 contests, defining candidates long before the candidates are able to define themselves and start reaching voters.

    Der Bericht der New York Times zitiert Republikaner und Demokraten, die gleichermaßen die Entwicklung kritisieren.

  • Zur Todesstrafe, nach den jüngsten verpatzten Hinrichtungen: Wired diskutiert mit dem Politikwissenschaftler Austin Sarat darüber, wie häufig so etwas in den USA schief läuft.

    [H]is research finds that while the methods of execution have changed, their efficiency has not improved. In fact, between 1980 and 2010 the rate of botched executions was higher than ever: 8.53 percent.

    Demnach haben die Probleme seit der Einführung der Giftspritze deutlich zugenommen. Sarat geht davon aus, dass die Todesstrafe in den USA, ahem, ausstirbt.

  • Zu Medien und Kulturpessimismus, damit wir auch die Vierte Gewalt haben: Zum 45. Jahrestag der Mondlandung hat Slate eine Video-Parodie von 2009 wiederholt, die zeigen will, wie die heutigen Nachrichtensender darüber berichten würden.
  • Zu den englischen Begriffen für Sex, angefangen im Jahr 1351 bis heute, als Belohnung für die Leute, die bis zum Ende gelesen haben. Das dürfte wenigstens für etwas Erheiterung im Freibad sorgen.

ZEUGS: Warum Amerikaner nie die Fußball-WM gewinnen

Juni 16, 2014

Alle vier Jahre wieder stellt sich die gleiche Frage: Warum schneidet ein Land mit mehr als 300 Millionen Einwohnern, die alle irgendwann in ihrer Kindheit mit Fußball soccer in Berührung gekommen sind, so schlecht bei der Weltmeisterschaft ab? Die New York Times weiß die Antwort: Amerikaner sind einfach zu ehrlich für diese Schummel-Sportart.

  • Zu Fußball in den USA: In einem Bericht weist die ehrenwerte Zeitung nämlich darauf hin, dass amerikanische Feldspieler völlig versagen, wenn es um Schwalben (dives) geht. In ihrer Heimatliga trauen sie sich das nicht:

    The tendency of American soccer players to eschew diving, Martino said, is directly related to the fact that diving is one of the things that soccer critics in the United States rail against so passionately.

    Etwas direkter formuliert: Die US-Fußballspieler wollen nicht die Vorurteile — wenn es denn welche sind — der Amerikaner gegen ihre Sportart bestätigen, dass nämlich soccer players sich ständig winselnd auf den Boden werfen, während Football- und Eishockeyspieler selbst nach dem härtesten hit aufstehen, schon aus Prinzip. — Dieser Autor würde allerdings vermuten, dass noch etwas dazu kommt: Fast alle Sportarten in den USA haben eine Form des Videobeweises. Sprich, wer schummelt, wird (meist) entlarvt. Unterdessen reden alle im Umfeld dieses Autors davon, dass eine Art Rasierschaum-Spray ein technischer Durchbruch sein soll.

  • Zum Race Across America (RAAM), während wir bei Sportarten für echte Männer und diesmal insbesondere echte Frauen sind: Der “Spiegel” klaut wieder Themen aus diesem Blog und interviewt ein deutsches Rad-Frauenteam. Eins stellen sie zu Glück ganz zu Anfang klar: Den Titel “härtestes Radrennen der Welt”. Und die Sache mit Kansas stimmt auch.
  • Zu Schulleistungen und etwas anderem, in dem Amerikaner nicht gut sind: Mathe. Selbst die Kinder gebildeter Eltern in den USA liegen beim Rechnen hinter den Blagen anderer Staaten. Experten sehen als Teil des Problems, dass sich Amerikaner nicht mit Ausländern messen, sondern eher darüber diskutieren, ob Schwarze besser sind als Asiaten, reiche Weiße besser als arme Weiße, etc.

    “There is a denial phenomenon,” says Prof [Paul] Peterson. He said the tendency to make internal comparisons between different groups within the US had shielded the country from recognising how much they are being overtaken by international rivals.

    Amerikaner sind nach den Erfahrungen dieses Autors erstaunt zu hören, was für ein Ruck durch Deutschland ging, als die Pisa-Studien hierzulande gewisse Versäumnisse offenlegten.

  • Zum Vertrauen in die Menschheit und wie man es wiedererlangt: In den USA gibt es mehr Museen als Starbucks- und McDonald’s-Filialen zusammengenommen.

    There are roughly 11,000 Starbucks locations in the United States, and about 14,000 McDonald’s restaurants. But combined, the two chains don’t come close to the number of museums in the U.S., which stands at a whopping 35,000.

    Mehr als doppelt so viele sogar. Vielleicht ist es allerdings gut, dass da die Besucherzahlen nicht aufgeführt sind.

  • Zur Geburtenrate: Diese hat sich nach dem Ende der Rezession nicht so erholt wie von Demographen erwartet. Ein zentraler Faktor: Die Hispanics bekommen immer weniger Kinder.

    [T]he number of children per Hispanic-American woman has plummeted from just under three in 1990 and 2.7 as recently as 2008 to 2.19 in 2012, just above the replacement rate.

    Anders formuliert, unser Eintrag von damals gilt nicht mehr wirklich. Das passiert, wenn man acht Jahre lang ein Blog führt, das eigentlich nur für vier oder so ausgelegt war.

  • Zur Einwanderung, während wir bei Hispanics sind: Inzwischen werden Frauen und Kinder allein illegal über die Grenze geschickt. Da Texas sie nach eigener Darstellung nicht mehr aufnehmen kann, werden sie in Busse gesetzt und nach Phoenix, Arizona gefahren. Dort setzt man sie am Straßenrand aus.

    Since Memorial Day weekend, about 1,000 women and children have been flown to Tucson from Texas, then driven by bus to Phoenix and dumped unceremoniously, weary and hungry, left to find their families scattered around the nation.

    Die Politiker geben sich alle gegenseitig die Schuld, natürlich. In der Zwischenzeit haben sich Gruppen von Freiwilligen gebildet, um zu helfen.

  • Zur Raumfahrt: Eine Überraschung, die wir vor zwei Jahren verpasst haben: Sally Ride, die erste Amerikanerin im Weltraum, war eine Lesbe.

    She continued to study physics at Stanford, earning her Masters and eventually her PhD in the subject. Around this time, she began her first same-sex relationship. Even in times of reform, homosexuality was extremely taboo, and it was simply something never discussed with others.

    Das Thema ist jetzt nochmal durch die amerikanischen Medien gegangen, weil Lynn Sherr eine neue Biographie veröffentlicht hat.

  • Zu Igeln, die wir wohl bislang in diesem Blog zu Unrecht vernachlässigt haben: Die BBC berichtet darüber, wie die kleinen Stachelbiester in den USA immer häufiger als Haustiere gehalten werden. Die Schönste Germanin hat immerhin hier einen im Garten gefunden.
  • Zur Berichterstattung über die USA: Andrew Hammel vom Blog “German Joys” hat die atemlosen, sensationslüsternen Darstellungen in der deutschen Presse satt. Er dreht den Spieß jetzt um und schreibt Berichte über Deutschland auf Englisch, so wie die deutsche Presse auf Deutsch seiner Meinung nach über die USA berichtet.

    Jürgen S. is a rapist. Over the years, the obese, malodorous 59-year-old electrician from Dortmund has committed violent sex crimes against defenseless children. Yet in December 2010, the German authorities decided to completely stop monitoring him in the community after his last prison stint, trusting the repeat child-rapist to control his urges alone.

    Hammel selbst hat offenbar schlechte Erfahrungen mit Journalisten.

ZEUGS: AIDS unter Schwarzen, der Tod der jüdischen Kultur und dicke Europäer

Mai 11, 2014

  • Zu USA Erklärt, nordkoreanische Ausgabe: Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hat beleuchtet das Leben in den USA. Die Zusammenfassung lautet:

    The U.S. is a living hell as elementary rights to existence are ruthlessly violated.

    Präsident Barack Obama kommt auch nicht wirklich gut weg.

  • Zu HIV in den USA: Während die Infektionsraten in Amerika zurückgehen, gibt es eine Ausnahme: junge schwarze Schwule.

    Despite comprising only 13 percent of the U.S. population — only 9 percent in Los Angeles — African-Americans account for 44 percent of new HIV infection nationwide.

    Der Bericht der LA Times geht auf mögliche Faktoren ein – schlechtere Bildung, Misstrauen gegenüber den Behörden, eine sehr in-sich geschlossene Gruppe, Vorbehalte gegen offene Diskussionen über die Krankheit und Vorurteile unter Schwarzen gegenüber Homosexuellen allgemein.

    “In the black community, we have a strange value,” Jordan says. “It is easier for a mother to accept the fact that her son is in jail for killing two people than that he’s homosexual.”

    Die Zeitung zitiert eine Umfrage von General Social von vor sechs Jahren, der zufolge 72 Prozent der schwarzen Amerikaner Homosexualität “für immer falsch” (always wrong) halten – eine Quote, die sich seit den 70er Jahren nicht verändert habe.

  • Zur Halbwertszeit von Skandalen: Junge Amerikaner interessieren sich offenbar gar nicht für Monica Lewinsky. Also, so überhaupt nicht. Wichtig, sollte Hillary Clinton tatsächlich 2016 nach der Präsidentschaft greifen.
  • Zu Hispanics in den USA, während wir bei Studien sind: Das Pew Institut hat eine großangelegte Untersuchung von Latinos in den USA vorgelegt. Unter anderem nimmt der Anteil an Katholiken immer weiter ab.

    [T]hese trends suggest that some religious polarization is taking place in the Hispanic community, with the shrinking majority of Hispanic Catholics holding the middle ground between two growing groups (evangelical Protestants and the unaffiliated) that are at opposite ends of the U.S. religious spectrum.

    Die evangelikalen Hispanics neigen deutlich stärker dazu, sich als Republikaner zu bezeichnen.

  • Zu Fernsehen in den USA: Was man immer schon irgendwie vermutet hat: Der durchschnittliche Amerikaner kann zwar 189 Kabelsender empfangen, guckt aber nur 17 davon. Nicht vergessen, die große Mehrheit der US-Bürger hat Kabelanschluss.
  • Zu Juden in den USA: Das Magazin Mosaic erklärt in einem langen und umfangreichen Essay die jüdische Kultur in den USA für tot. Nicht einmal in New York habe sie sich halten können, schreibt der Geschichtsprofessor James Loeffler von der Georgetown University:

    If the cause of Jewish culture cannot sustain a modest physical presence in New York City, the symbolic center of American Jewish life, then it would seem to have exhausted its raison d’être. Indeed, the time may have come to acknowledge the truth: the project of Jewish culture is dead.

    Der Text geht ausführlich auf die Geschichte der jüdischen Kultur in Europa und den USA ein.

  • Zu dicken Amerikanern: Wie erwartet holen die Europäer schnell auf.

    In almost all countries the proportion of overweight and obesity in males was projected to increase between 2010 and 2030 – to reach 75% in UK, 80% in Czech Republic, Spain and Poland, and 90% in Ireland, the highest level calculated.

    Die Reaktion auf Slashdot: Welcome to the club, Euro friends.

ZEUGS: Der Aufstand der Cheerleader, Godzilla greift ein und alte Kalifornier auf Drogen

April 26, 2014

Eigentlich sollte an dieser Stelle aus aktuellem Anlass ein Eintrag über Waschbären stehen. Aber zwischen diversen anderen Verpflichtungen und zwei gelangweilten Ferien-Kindern sollte es nicht sein. Zum Glück haben wir noch jede Menge Links abzuarbeiten.

Zwar ist sich dieser Autor sicher, dass die meisten interessierten Leser zuerst etwas über Cheerleader wissen wollen, aber wir fangen trotzdem mit Godzilla an: Einige Leute sollte man einfach nicht warten lassen.

  • Zum Krieg gegen Japan: Strategen des US-Militärs analysieren wie es dem Kaiserreich geholfen hätte, wenn es Godzilla als Wunderwaffe hätte einsetzen können:

    The Allied forces are coming at you with everything they’ve got. How do you determine their center of gravity? No worries, you’ve got Godzilla in your corner.

    Der ernste Hintergrund ist ein Gedankenexperiment, wie man das besagte center of gravity des Gegners ermittelt, ihr “Schwerpunkt”, wie es Carl von Clausewitz ursprünglich formulierte. Die US-Streitkräfte hadern schon länger mit dem Begriff.

  • Zu Baseball, auch wenn dieser Autor nach wie vor der Falsche dafür ist: Der interessierte Leser NMK verweist auf eine Landkarte der USA mit den Fan-Zugehörigkeit der einzelnen Mannschaften. Es bleibt dem interessierten Leser als Übung überlassen, eine ähnliche Karte für Fußball aufzustellen. Wobei dieser Autor das Gefühl hat, dass man die ganze Bundesrepublik auch einfach in Bayern-Fans und Bayern-Gegner aufteilen könnte. — Ach, und nebenbei bietet das Statistik-Blog FiveThirtyEight eine Anleitung, wie man seine eigenes MLB-Team aufbaut. Falls jemand noch ein Hobby sucht.
  • Zum Energieverbrauch und alternativen Energien: Die Solarenergie bietet im Moment ein Lehrstück für die Bedeutung der Landes- und Kommunalpolitik in den USA und wie sie sich komplett anders als auf Bundesebene entwickeln kann. In Oklahoma hat die republikanische Gouverneurin Mary Fallin gerade mächtigen konservativen Gruppen wie den Gebrüdern Koch den Stinkefinger gezeigt und ein Gesetz zur Einschränkung von Solarinvestitionen untergraben. Ihr Verbündeter: Ausgerechnet Vertreter der örtlichen Tea Party Bewegung, zusammengeschlossen unter dem griffigen Namen Tell Utilities Solar Won’t Be Killed (TUSK).

    TUSK and its conservative allies have repeatedly found success placing those utility-backed proposals within a free-market frame that speaks directly to conservatives.

    In den vergangenen vier Jahren hat sich die Solarstrom-Kapazität (oder wie man das nennt) in den USA vervierfacht auf 1,1 Prozent der gesamten Stromproduktion.

  • Zu American Football und Frauen, diesmal aber nicht auf dem Spielfeld: Die NFL-Cheerleader proben den Aufstand wegen schlechter Bezahlung, unter anderem für Nebentätigkeiten. Ja, welche Nebentätigkeiten hat denn eigentlich so ein Cheerleader?

    Unpaid activities included: submitting to a weekly “jiggle test” (where cheer coaches “scrutinized the women’s stomach, arms, legs, hips, and butt while she does jumping jacks”); parading around casinos in bikinis “for the gratification of the predominantly male crowd”; and offering themselves up as prizes at a golf tournament, where they were required to sit on men’s laps on the golf carts, submerge themselves in a dunk tank, and perform backflips for tips (which they did not receive).

    Der Artikel geht auf die geschichtliche Entwicklung der Sportart (Cheerleading, nicht Football) ein und wie das dazu führte, dass die Frauen mit den Pompoms heute gerade einmal 75 Dollar je Spiel einstreichen. Dass das ihnen jetzt nicht mehr reicht, führt ein Anwalt der Buffalo Jills auf die Occupy-Bewegung zurück:

    There’s an increasing public realization of the tremendous unfairness of America’s present economic situation, and as we grow more and more unequal as a society, those tensions are becoming more pronounced.

    Bekanntlich klafft die Schere zwischen Arm und Reich in den USA inzwischen so weit wie seit den 20er Jahren nicht mehr.

  • Zur Wirtschaft, weil wir dabei sind, einige weitere Trends in den USA, die vielleicht nicht jeder mitbekommen hat: Reiche Amerikaner arbeiten inzwischen mehr Stunden pro Tag als arme. Historisch gesehen ist das ziemlich einmalig.

    Other research shows that the share of college-educated American men regularly working more than 50 hours a week rose from 24% in 1979 to 28% in 2006, but fell for high-school dropouts. The rich, it seems, are no longer the class of leisure.

    Hintergrund sind neben wirtschaftlichen Faktoren den Forschern zufolge geänderte Einstellung zur Freizeit als Ganzes und in gewissen Jobs der Spaß an intellektuell anspruchsvollen Tätigkeiten. — Zudem scheint beim Sparen ein Umdenken einzutreten: Der Forschungsgruppe Gallup zufolge geben mehr Amerikaner als jemals zuvor (was in diesem Fall 2001 heißt) an, lieber zu sparen als Geld auszugeben. Allerdings schlägt sich das nicht im Verhalten nieder.

    Data from the U.S. Department of Commerce show that the 2013 average personal savings rate was 4.5%, the lowest since 2007 and low historically. The U.S. average personal savings rate in the 1970s was 11.8%, 9.3% in the 1980s, and 6.7% in the 1990s.

    Der Artikel geht auf das Argument ein, dass viele Amerikaner sich schlicht nicht leisten können, Geld zu sparen, was uns zum vorherigen Punkt zurückbringt. Nicht vergessen: Die US-Wirtschaft wird vom Konsum angetrieben, im Gegensatz zu Deutschland, wo Exporte sehr viel wichtiger sind.

  • Zu Drogen und Sprache: Der BBC – ja, der BBC – bespricht in großer Länge, wie “420” zum Code für Marijuana wurde. Schuld daran sollen Schüler aus Kalifornien sein (wer sonst) die in den 70ern mit Hilfe einer mysteriösen, handgezeichneten Karte geheime Anbauflächen suchten:

    The friends (…) met after school, at 4:20pm, and drove off on their treasure hunt. They never found the plot. “We were smoking a lot of weed at the time,” says Dave Reddix or Waldo Dave, now a 59-year-old filmmaker. “Half the fun was just going looking for it.” The group began using the term 420.

    Der Begriff habe sich dann in ihrem Freundeskreis durchgesetzt – zu dem Mitglieder der Gruppe Grateful Dead gehörten.

  • Zu Kalifornien, weil es einfach zu gut passt: Vielleicht erklärt der vorherige Punkt die vielen, vielen Landkarten, auf denen der heutige Bundesstaat als Insel dargestellt wurde. Der Bericht von Wired schildert dabei auch die Probleme, die ein Sammler dieser Karten zunächst hatte:

    At first we stored them under the bed, but then we were concerned that the cat would pee on them.

    Wie schön, dass auch andere Leute solche Sorgen haben.

ZEUGS: Nackte Deutsche, fehlende Fragezeichen und geheime Eichhörnchen

April 17, 2014

Es hat sich in den vergangenen zwei Wochen einiges angesammelt, daher ein extra-langes Zeugs mit einer extra-kurzen Einleitung.

  • Zur Demokratie in den USA: Der interessierte Leser wird es an anderer Stelle – Slashdot zum Beispiel — vermutlich schon gesehen haben, aber der Vollständigkeit halber verweisen wir auf eine Studie [PDF] mit dem Titel Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens die im Herbst in “Perspectives on Politics” erscheinen soll und im Netz jetzt schon für Aufregung sorgt.

    Multivariate analysis indicates that economic elites and organized groups representing business interests have substantial independent impacts on U.S. government policy, while average citizens and mass-based interest groups have little or no independent influence.

    Oder, wie es sonst zusammengefasst wird: Die USA sind demnach keine Demokratie, sondern eine Oligarchie. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass frühere Studien das Gegenteil gezeigt haben.

  • Zu Einkommensunterschieden in den USA, wenn wir schon bei
    düsteren Bildern sind: Die sind so Extrem wie seit den 20er Jahren nicht mehr, berichtet der New Yorker mit vielen anschaulichen Grafiken. Mehr noch, die Kluft habe historische Dimensionen:

    Even in terms of income generated by work, Piketty notes, the level of inequality in the United States is “probably higher than in any other society at any time in the past, anywhere in the world.”

    Damit habe sich die Situation verglichen mit Europa umgekehrt — die Neue Welt drohe zur Old Europe des 21. Jahrhundert zu werden.

  • Zu prüden Amerikanern, diesmal aus der umgekehrten Sicht: Der interessierte Leser JS weist auf den Bericht eines Amerikaners hin, der mit den deutschen Konventionen für Nacktheit kämpft:

    Somehow we misunderstood the simple Deutsch dictate, whereby it’s completely acceptable to swim naked outside, and saunas must only be visited nude, but when swimming at an indoor pool in a naked sauna, a bathing suit must always be worn.

    In den Kommentaren finden wir diesen Erklärungsansatz: Germans don’t equate nudity with sexuality.

  • Zur Entwicklung der englischen Sprache: Bei Slate wird darüber diskutiert, ob das Fragezeichen bei rhetorischen Fragen ausstirbt — eine Art im Internet deutlich zu machen, dass man nicht wirklich fragt, was Außerirdische von der Sommerzeit halten. Zum Beispiel.
  • Zu Militärabkürzungen: Quasi als Ergänzung zu unserem Eintrag hat Business Insider eine Liste von Militärslang zusammengestellt, das nur Eingeweihte verstehen. Dieser Autor findet secret squirrel am besten.
  • Zu nicht mehr so religiösen Amerikanern: Eine Studie hat den (Mit-)Schuldigen für die Abkehr der US-Bürger vom Glauben ausgemacht: das Internet, das den Menschen den Kontakt mit anderen Religionen ermöglicht.

    For people living in homogeneous communities, the Internet provides opportunities to find information about people of other religions (and none), and to interact with them personally

    Der Text geht ausführlich auf die Frage ein, ob Korrelation in diesem Fall wirklich Kausalität bedeutet.

  • Zu Baseball, ein Eintrag für den interessierten Leser NMK:
    Sports Illustrated — ja, die Leute mit der berühmten Februar-Ausgabe – untersucht die Unterschiede zwischen den USA und Japan bei der Sportart.

    American coaches generally discourage using the splitter out of fear that it increases torque on the elbow; some teams even take it away from young pitchers. (…) In Japan, says Valentine, “everyone throws the splitter. The star high school kid throws the splitter.”

    Da dieser Autor ehrlich gesagt nur die Hälfte des Artikels verstanden hat, führen wir eine neue Regel ein: Keine Nachfragen über Baseball.

[Korrigiert 29. Apr 2014: Fügt fehlenden Link bei prüden Amerikanern hin, zuerst gesehen von JS, vielen Dank]

ZEUGS: Viele Schaubilder, einige Reise-Tips und zu wenige kanadische Pornos

März 12, 2014

ZEUGS: Viele Schaubilder, einige Reise-Tips und zu wenige kanadischen Pornos

  • Zum extremeren Klima in den USA: Eine Gruppe von Physikern will das Problem mit den Tornados für immer lösen und zwar durch gläserne Riesenmauern quer durch das Land.

    The barriers – 300m (980ft) high and up to 100 miles long – would act like hill ranges, softening winds before twisters can form.

    Kritiker halten das für “nicht durchdacht”. Allerdings muss man festhalten: Als die Berliner Mauer stand, gab es dort nicht einen einzigen schweren Tornado.

  • Zu Amerika für Japaner: Die Ehrenwerte Mutter verweist auf eine Liste von Ratschlägen, die Japaner sich gegenseitig vor Reisen in die USA geben.

    In the U.S., they do not have a sense of superiority if they are able to drink a large amount. Rather, if you drink a lot, there is a sense that you cannot manage yourself.

    Der Text ist offensichtlich mit Hilfe von Google Translate erstellt worden.

  • Zu dicken Amerikanern: Die Zahl der übergewichtigen amerikanischen Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren ist im vergangenen Jahrzehnt um 43 Prozent zurückgegangen. Niemand weiß warum.
  • Zum Wachstum der USA, diesmal nicht die Gürtellinie: Weil es so viel Spaß macht, ein interaktives Schaubild wie die einzelnen Bundesstaaten sich entwickelt haben. Via io9.
  • Zum Bürgerkrieg: Der tapfere Versuch, den ganzen Konflikt in ein Schaubild zu pressen.
  • Zu Latein und anderen Einflüssen auf die englische Sprache: Ein weiteres Schaubild, diesmal interaktiv.

    Compare, for instance, how the input from German has grown and then declined again from 1800 to the present day.

    Der Autor weist allerdings darauf hin, dass es qualitative Unterschiede gibt: Die Wikinger haben zwar weniger Wörter hinterlassen, aber dafür sehr bedeutende wie they, their und them.

  • Zu prüden Amerikanern: Wer glaubt, Deutschland hat Probleme mit dem sogenannten Kulturimperialismus, sollte Mitleid mit den armen Kanadiern haben: Deren TV-Aufsicht CRTC hat einige Erwachsenen-Sender getadelt, weil sie zu wenige einheimische Pornos zeigen. Kein Scherz.

    [T]he CRTC issued a broadcast notice saying AOV Adult Movie Channel, XXX Action Clips and the gay-oriented Maleflixxx were all failing to reach the required 35% threshold for Canadian content.

    Dieser Autor konnte leider nicht herausfinden, wie hoch die Quote in Deutschland ist.

ZEUGS: Drei Landkarten und viele, viele Kanadas

Februar 13, 2014

Die Olympischen Spiele können für binationale Ehen schwierig sein, besonders wenn Deutschland in der Medallientabelle führt. Wegen des ständigen Jubels der Schönsten Germanin ist es im Hause Stevenson gegenwärtig schwer, sich zu konzentrieren. Weswegen wir wieder auf ein Zeugs ausweichen …

… allerdings nicht ohne einen wichtigen Hinweis: Der interessierte Leser JK möchte bemerken, dass es nicht “Eiserne Union” (mit “e”) heißt, sondern “Eisern Union” (ohne “e”). Dieser Autor bleibt dann vielleicht lieber beim Curling.

  • Zu erbauenden Liedern: Aufregung beim Superbowl, nicht wegen des (recht einseitigen Spiels), sondern wegen einer Werbung von Coca-Cola, in der America the Beautiful in mehreren Sprachen vorgetragen wird.

    [T]hat kind of public display of linguistic diversity still frightens or offends some people, especially when a patriotic song like “America the Beautiful” is given the polyglot treatment.

    Bei dem Link findet man auch ein Video das zeigt, was Jon Steward vom Ganzen hält. Mit Deutsch-Einlage!

  • Zu Juden in den USA: Der BBC diskutiert in einem Bericht über jüdische Vorbehalte gegen eine Heirat außerhalb der eigenen Religion über die Folgen derartiger Ehen für das jüdische Leben in den USA:

    The result, he adds, is that in America, “there’s a rapidly eroding sense of Jewish commitment, a complete collapsing of Jewish literacy, and a thinning of Jewish identity”.

    Aufhänger ist die Empörung in Israel über Berichte, dass der Sohn von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit einer nicht-jüdischen Norwegerin ausgegangen sein soll. Das Büro das Premiers hat dazu erklärt, sie seien nur Studienkollegen.

  • Zu Rauchen in den USA: Wegen der zunehmenden Zahl von Nichtrauchern träumen amerikanische Gesundheitsbehörden vom Ende der Glimmstängel.

    [T]hey talk about the slowly-declining adult smoking rate dropping to 10 percent in the next decade and to 5 percent or lower by 2050.

    Allerdings besteht die Befürchtung, dass E-Zigaretten ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

  • Zu Indianern: Neue genetische Studien widerlegen die Theorie, dass die Ureinwohner aus Europa oder Ozeanien stammen könnten. Es bleibt dabei: Asien. Warum ist das überhaupt alles so schwierig, fragt man sich angesichts der heutigen Analyse-Möglichkeiten?

    In the US, many native groups are suspicious of contributing to genetic surveys, hampering the collection of data.

    Kurz, die Indianer wollen nicht mitmachen.

  • Zum Kreationismus: Auf einer Karte der USA kann man sehen, in welchen Schulbezirken die Evolutionstheorie skeptisch gesehen wird. Man bemerke die Häufung in gewissen Bundesstaaten. Noch ein Fall, wo “in den USA” falsch ist.
  • Zu Religion, wenn wir beim Thema sind: Eine christliche Kirche aus Nigeria missioniert in den USA, weil es dort offenbar mit dem Glauben nicht richtig läuft. So sollen ihre Messen aussehen:

    “Crazy people for Jesus, people who are in love with Jesus, shouting ‘hallelujah’, praising Jesus, having prayer vigils, having fun, giving each other high-fives.”

    Gegenwärtig soll die Redeemed Christian Church of God in North America 15.000 Mitglieder in den USA haben.

  • Zur Bevölkerungsdichte, eine zweite Landkarte: Die Bevölkerung der USA, gemessen in Kanadas.
  • Zu Problemen mit Schnee, auch wenn das in Deutschland im Moment etwas weit hergeholt klingen mag: Noch eine Landkarte, diesmal ab welcher Schneehöhe man in welchen Bezirken Schulfrei bekommt. Wir können davon ausgehen, dass man in Alaska sich über die Weicheier an der Westküste lustig macht.

ZEUGS: Football, Musik und Atombomben

Januar 29, 2014

Früher, ja früher, da hat man am Wochenende endlich etwas geschafft bekommen, zum Beispiel Einträge für sein Blog zu schreiben. Im Moment verbringt dieser Autor Samstag und Sonntag allerdings eher in Turnhallen mit anderen Eltern sportverrückter Kinder. Er hat dadurch zwar eine ganze Reihe von Volleyball-Schlachtrufen gelernt und weiß jetzt, dass “Eiserne Union” nichts mit Hertha zu tun hat. Aber zum Schreiben kommt er immer weniger. Daher diesmal nur ein Zeugs.

  • Zu American Football, denn es steht wieder das wichtigste Sportereignis der Welt an, der Superbowl: In einem etwas respektlosen Video [YouTube] werden nochmal die Regeln erklärt. Nur dass man Leute nicht wirklich mit der Faust ins Gesicht hauen kann.
  • Zu Religion und Militär: Die US-Streitkräfte erlauben nun Bärte, Turbane und andere eigentliche verbotene Änderungen des Aussehens aus religiösen Gründen.

    Muslim, Sikh, Jewish and Wiccan soldiers, marines, sailors and airmen can now request exemptions to strict military uniform and grooming policies.

    In den US-Streitkräften dienen 1500 Wicca, was irgendwie nach ziemlich wenig klingt für den Großen Satan.

  • Zur Rede zur Lage der Nation: Das Language Log untersucht die Häufigkeit von Pronomen. Präsident Barack Obama benutzt demnach die erste Person weniger als seine Kritiker ihm vorwerfen.

    This is unlikely to prevent cries of “narcissism!” or “royalty!” from the likes of George Will, Peggy Noonan, Charles Krauthammer, and Stanley Fish. But I present this bit of prophylaxis in the hope that ridicule may eventually succeed where reality has failed.

    Zur Erinnerung, die “Rede” wurde früher schriftlich verfasst.

  • Zum Arbeitsmarkt: Amerikaner arbeiten in der Industrie inzwischen im Durchschnitt knapp unter 42 Stunden pro Woche und damit mehr als in den vergangenen 60 Jahren.
  • Zu Musik, genauer gesagt die Art, die dieser Autor so gar nicht hört: Klassik ist in den USA vom Aussterben bedroht, wie Slate berichtet.

    There’s little doubt as to the causes: the fingernail grip of old music in a culture that venerates the new; new classical music that, in the words of Kingsley Amis, has about as much chance of public acceptance as pedophilia; formats like opera that are extraordinarily expensive to stage; and an audience that remains overwhelmingly old and white in an America that’s increasingly neither.

    Via German Joys.

  • Zu Rechtsradikalen in den USA, ein Bericht der BBC über eine Kleinstadt in North Dakota, in der sich Neo-Nazis breit machen wollten.

    In a part of the country where many people are of German and Russian ancestry, the swastika is something residents neither want to forget, nor especially be reminded of.

    Die Anführer stehen inzwischen vor Gericht. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 35 Jahren.

  • Zu Atombomben: Die USA erwägten 1968 den Einsatz von
    Atomwaffen gegen Nordkorea, wie wir jetzt wissen.

    The warheads in such a situation would be delivered by Honest John rockets and Sergeant missiles, each with a maximum yield of 70 kilotons (very roughly five times the yield of the Hiroshima bomb). It would not have been a happy ending for anyone on the Korean peninsula.

    Die Unterlagen sind inzwischen online verfügbar Und wen das irgendwie bedenklich stimmt, der kann sich die Fotos aus den 50er Jahren anschauen, die zeigen, wie man von Los Angeles aus am Himmel das Leuchten der Atombomben-Tests in der Wüste von Nevada sehen konnte. Ehrlich, und wir heute müssen mit Nordlichtern vorliebnehmen.

[KORREKTUR 29. Januar 2013: "Präpositionen" sind nicht das gleiche wie "Pronomen". Zuerst gefunden von R., vielen Dank]

ZEUGS: Verschwundene Kolonien, Waffenwerbung und dumme Sex-Gesetze

Dezember 23, 2013

Dieser Autor hat die Erfahrung gemacht, dass die Zahl der Blogleser von Weihnachten bis Neujahr in den Keller geht — vermutlich, weil sie nicht auf der Arbeit sind Zeit mit ihrer Familie verbringen. Daher legen wir nochmal einige Links auf, bevor wir uns bis zum kommenden Jahr verabschieden, mit besten Wünschen für die Feiertage und einen guten Rutsch natürlich. Der nächste Eintrag erscheint am Montag, dem 6. Januar 2014.

  • Zu den unglaublich großen Betonpfeilen, die in den USA einfach in der Landschaft herumstehen: So etwas gibt es tatsächlich. Die Erklärung mit der Luftpost ist natürlich Unfug, es sind Landemarkierungen für die Raumschiffe von Außerirdischen.
  • Zum Kongress: Die Zustimmungswerte für die Abgeordneten sind inzwischen auf sechs Prozent gefallen, ein historisches Tief. Wie historisch eigentlich?

    [A]round 3 times as many colonists supported King George as the 6% which support our own Congress today.

    Unbeliebter als die Briten vor der Revolution, so historisch. Damit gehen der amerikanischen Presse wohl endgültig die Vergleiche aus.

  • Zu Sprachgewohnheiten: In Kalifornien (und die in den restlichen 49 Bundesstaaten wird man an dieser Stelle vermutlich einwerfen wollen: wo sonst) nehmen die Männer weibliche Sprechmuster an, so genanntes uptalk.

    People who speak uptalk are often misunderstood to be insecure, shallow or slightly dim, according to the team, who say this was not necessarily the case.

    Offenbar reden aber auch Australierinnen so.

  • Zu verlorenen Kolonien: Wir erinnern uns, Forscher hatten auf einer Karte geheime Zeichen entdeckt, die vielleicht zur “Lost Colony” von Roanoke führen. Jetzt sind mit Bodenradar weitere Spuren gefunden worden:

    LeCompte and his colleagues found a previously undetected pattern that may indicate the presence of one or more structures, possibly made of wood, under about three feet (a meter) of soil.

    Als nächster Schritt müssen richtige Löcher in die Erde gegraben werden, um die Strukturen zu untersuchen.

  • Zur Religionslüge: Einer Studie zufolge werden die Amerikaner weniger religiös, oder zumindest ehrlicher. Für die US-Politik ist die folgende Statistik wichtig (Hervorhebung hinzugefügt):

    [T]he groups most likely to be absolutely certain there is a God include blacks (70%), Republicans (65%), Matures (62%) and Baby Boomers (60%), Southerners (61%) and Midwesterners (58%), and those with a high school education or less (60%).

    Wer die schwarzen Wähler auf seine Seite ziehen will, ob Republikaner oder Demokrat, muss gottesfürchtig sein.

  • Zu Waffengesetzen: Aus offensichtlichen Gründen gibt es in Deutschland praktisch keine Werbung für Schusswaffen. In konservativen US-Blogs macht gerade ein Spot von Glock die Runde. Der interessierte Leser wird ziemlich schnell erkennen, welches Geschlecht die Zielgruppe hat.
  • Zu dummen Sex-Gesetzen: Als Amerikaner in Deutschland wird man ständig in den Medien — ganz zu schweigen vom Internet — mit irgendwelchen Geschichten über angebliche Sex-Gesetze in den USA konfrontiert. Was ist von denen zu halten?

    Most of those are urban legends.

    Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem dumme oder zumindest seltsame Gesetze gibt. Unter dem obigen Link hat io9 eine Karte mit den bestätigten (!) Fällen zusammengestellt, die es auch etwas ausführlicher als Liste gibt. Die Damen mögen sich vielleicht besonders die Situation in Texas anschauen.

ZEUGS: Witzes Englisch, beliebte Drogen und keine Panik vor Außerirdischen

November 16, 2013

  • Zur Geschichte des Englischen: Der Ehrenplatz des ersten Eintrags geht heute an die Open University für ihr kurzes Animations-Video zur Geschichte der englischen Sprache — eine Geschichte, die offenbar nicht ohne Zombies, Katzen und dem Wort “Penis” erklärt werden kann. Finde ich auch.
  • Zu noch mehr Geschichte, denn Wissenschaftler haben jetzt eine sehr viel bessere Vorstellungen davon, wie die Wälder Nordamerikas vor der Ankunft der Europäer aussahen. Kurz gesagt: Ganz anders.
  • Zur Geschichte der Indianer, um etwas spezifischer zu werden: Dank astronomischer Daten zu Sonnenfinsternissen wird inzwischen angenommen, dass der Irokesen-Bund am 22. August 1142 gegründet wurde. Bislang war man eher vom 15. oder 16. Jahrhundert ausgegangen.

    During a ratification council held at Ganondagan (near modern-day Victor, New York) the sky darkened in a total, or near total, eclipse. The time of day was afternoon, as Councils are held between noon and sunset. The time of year was either Second Hoeing (early July) or Green Corn (late August to early September). Thus, we must look for an eclipse path that would totally cover Ganondagan between July and September, in mid-afternoon.

    Allerdings würde auch der 18. August 909 infrage kommen.

  • Zum Justizsystem: Politico stellt eine Reihe von Vergleichen an, wie viele Amerikaner im Gefängnis sitzen:

    In 2012, there were some 1,570,000 inmates in state and federal prisons in the U.S. (…). By contrast, there were about 1,530,000 engineers in America last year, 815,000 construction workers, and 1 million high school teachers, according to the Bureau of Labor Statistics.

    Die Kreisgefängnisse sind in diesen Zahlen nicht inbegriffen. Der Artikel geht unter anderem auf Rolle der mandatory minimum sentencing Gesetze ein, die eine Mindesthaftzeit festlegen, und die Folgen der Anti-Drogen-Politik.

  • Zur Legalisierung von Drogen, denn genau diese Drogenpolitik wird zunehmend von der Bevölkerung infrage gestellt: Einer Gallup-Umfrage zufolge befürwortet eine Mehrheit der US-Bürger inzwischen die Legalisierung von Marihuana. Angesichts der Altersverteilung dürfte dieser Trend sich nur noch verstärken.
  • Zu Hinrichtungen, wenn wir beim Justizsystem sind: The Atlantic weist darauf hin, dass den Bundesstaaten mit der Todesstrafe die Zutaten für die Giftcocktails ausgehen, insbesondere weil europäische Firmen diese Substanzen nicht mehr an die USA verkaufen.
  • Zu Eiern, weil wir in diesem Blog früher oder später alles behandeln, offenbar: io9 diskutiert lang und ausführlich, warum Amerikaner im Gegensatz zum größten Teil der übrigen Welt ihre Eier im Kühlschrank aufbewahren. Dabei geht die Website auf die erstaunlichen Unterschiede bei den Lebensmittelvorschriften in den USA und Europa ein, genau rechtzeitig für die transatlantischen Handelsgespräche.
  • Zu Verschwörungstheorien, denn der Kampf gegen Unfug ist nie zuende: Wenn Slate es für notwendig hält, den Mord an John F. Kennedy noch einmal geradezurücken, wollen auch wir unsere Pflicht tun.
  • Zu Verschwörungen, nochmal: Die viel beschriebene Massenpanik in den USA nach der Ausstrahlung von Orson Welles’ Hörspiel zu War of the World hat es nie gegeben. Zum Glück ist die Geschichte hinter dem Mythos genauso spannend: Zeitungen wie die Daily News erfanden die Panik, um das neue Medium des Radios zu diskreditieren.

    Radio had siphoned off advertising revenue from print during the Depression, badly damaging the newspaper industry. So the papers seized the opportunity presented by Welles’ program to discredit radio as a source of news.

    Meine Güte, das wäre ja fast so, als ob heute die MSM böse Dinge über Internet-Medien berichten würden. Tatsächlich lag die “Hörerquote” bei etwa zwei Prozent. Wie wenig die Leute beeindruckt waren, sieht man auch an der fehlenden Reaktion der Behörden. Wie Slate etwas bösartig bemerkt:

    Janet Jackson’s 2004 “wardrobe malfunction” remains far more significant in the history of broadcast regulation than Orson Welles’ trickery.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.143 Followern an