Amerikanische Ausschnitte, kanadische Unterhosen und Depardieu goes Galt

Januar 21, 2013

Fieber ist doof, denn es entfällt der wichtigste sekundäre Krankheitsgewinn: Man kann im Bett nicht lesen. Zwar hat dieser Autor versucht, sich endlich Richard Dawkins’ berühmte Atheisten-Bibel-Schrift The God Delusion vorzunehmen, aber nach wenigen Seiten führte das nur zu einem, nun, unheiligen Brummen im Kopf.

  • Zu Religion in den USA: Immerhin ist dieser Autor noch in der Einleitung bis zu dem Punkt gekommen, an dem sich der Brite Dawkins sich gesondert und länger an seine amerikanischen Leser wendet. Er schreibt:

    The status of atheists in America today is on par with that of homosexuals fifty years ago.

    Das today bezieht sich bei dieser Taschenbuch-Ausgabe auf das Jahr 2007. Wie wir gesehen habe, zeigen Umfragen, dass inzwischen immer mehr Amerikaner ihr nicht-religiöses “Coming-Out” wagen, offenbar eine der Kernforderungen von Dawkins in dem Buch.

  • Zum Ruf des deutschen Justizsystems im Ausland: Dawkins verweist in einer Fußnote dieser Ausgabe auf das Urteil der deutschen Richterin Christa Datz-Winter, die 2007 einen Scheidungsantrag einer Muslimin verworfen hatte, weil ein Ehemann laut dem Koran seine Frau schlagen dürfe (der Ausschnitt bei Google Books). Die Auflage von The God Delusion lag laut Wikipedia bis Anfang 2010 bei mehr als zwei Millionen Exemplaren allein auf Englisch.
  • Zu Bürgerkrieg: Futury bespricht Folgen des Kriegs für den Journalismus, die bis heute gelten.
  • Zu Slang, diesmal aus Kanada: Wir haben mehrfach über Lost Girl gesprochen. Die Sci-Fi-Website io9 hat vor dem Start der dritten Staffel in den USA eine wahre Lobeshymne auf die Fernsehserie verfasst und bespricht die zahlreichen Hinweise, die den kanadischen Ursprung verraten:

    It started on Canada’s Showcase channel, where everybody could appreciate the jokes about gotch, and the occasional references to First Nations government policies.

    First Nations ist der Name der Kanadier für die Indianer, Worte wie ginch, gonch, gotch und gitch beziehen sich auf kanadischen Slang für die Unterwäsche. In den Kommentaren wird es nochmal richtig lustig wenn die Kanadier diskutieren, ob “BC” (British Columbia) wirklich zum Land gehört. Was die Übersetzer damit machen, ist unklar.

  • Zu Kanada, im vorbeigehen: Offenbar haben die Leute im kalten Norden die falschen Ahornblätter auf ihre neuen Geldscheine gedruckt. Diese sind außerdem aus Plastik, irgendwie. Und Ärger mit den Indianern haben die Kanadier auch. Aber wie gesagt, gutes Fernsehen.
  • Zu Ayn Rand: Als der französische Schauspieler Gerard Depardieu mit Hinweis auf die hohen Steuern seine Heimat verließ, hieß es es auf Englisch sofort wie? Genau, Depardieu shrugged.
  • Zu Maßeinheiten: Der interessierte Leser BM weist auf eine Übersicht für die Küche hin.
  • Zu prüden Amerikanern, weil es bei Lost Girl ständig um Sex geht: Der interessierte Leser MG weist auf einen Bericht über den angeblichen neuen Trend an den US-Unis hin. Beim #boobment ziehen Studentinnen enge und tief ausgeschnittene T-Shirts ihrer College-Mannschaft an, machen eindeutige Fotos und stellen sie dann auf Twitter online. Den Anfang sollen die Fans der University of Kansas Jayhawks gemacht haben [grenzwertig NSFW]. Not everything is flat in Kansas, wie es so schön heißt. Und dieser Autor war offenbar auf der falschen Uni. Oder es gab einfach noch kein Twitter. Oder beides.
  • Zur Unbeliebtheit des Kongresses, der sich inzwischen bekanntlich kaum noch fassen lässt: Public Policy Polling stellt eine Umfrage mit Vergleichen zwischen der Beliebtheit der Abgeordneten und unangenehmen Dingen vor wie Darmspiegelungen oder Zahnwurzelbehandlungen:

    Colonoscopies are not a terribly pleasant experience but at least they have some redeeming value that most voters aren’t seeing in Congress: Colonoscopies 58 [percent] Congress 31. And you can make the same point about root canals: Root Canals 56 Congress 32.

    Nickelback-Fans sollten die Studie vielleicht nicht lesen.

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