ZEUGS: Naturgewalten, Streit über Firefly-Poster und Chicks with Guns

Oktober 4, 2011
  • Zu Naturgewalten: Wer wissen will, welche Form von Naturkatastrophe wo in den USA am tödlichsten ist, kann das jetzt auf einer hilfreichen Karte nachschauen. Was jeder Tourist braucht!

    Even though “severe weather” and winter seem like they’d be the deadliest disasters, it turns out that summer heat and drought are marginally more likely to make corpses.

    Enttäuschend: Zombie-Ausbrüche wurden nicht berücksichtigt.

  • Zur Meinungsfreiheit: Der interessierte Leser MG weist auf einen Fall von Zensur Posterstreit an der University of Wisconsin-Stout hin. Dort hatte ein Theater-Professor ein Firefly-Poster [JPG] an seine Tür gehangen mit dem Zitat:

    You don’t know me, son, so let me explain this to you once: If I ever kill you, you’ll be awake. You’ll be facing me. And you’ll be armed.

    Die Universitätsleitung beschrieb diesen Aufruf zur Fairness als “Bedrohung” (nein, auch Muttersprachler verstehen das nicht) und zwang den Prof, das Poster abzunehmen. Wut, Spott und Hohn landauf, landab: The Onion hat eine Parodie aufgelegt, der Streit hat es auf Slashdot geschafft und die Bürgerrechtsgruppe Fire hat sich eingeschaltet. Die Antwort auf dem Spruch in der Serie lautet übrigens: Are you always this sentimental?

  • Zu Dr. Seuss: Es gibt eine neue Sammlung mit Werken des Kinderbuchautors aus Magazinen. Kommentar von Wired: Nobody owns childhood quite like Dr. Seuss.
  • Zu Washington, DC: Ein Forscher an der University of Maryland hat in einem Video das Aussehen der Hauptstadt vor 200 Jahren rekonstruiert. Mit Seitenhieben auf die bösen Briten, die kurz darauf im Krieg von 1812 Feuer legten.
  • Zu Befugnissen der Bundesstaaten: Ein Bundesgericht hat die vergleichbar strengen Gesetze in Alabama zum Umgang mit illegal Eingewanderten bestätigt:

    The judge, Sharon Lovelace Blackburn, upheld the parts of the law allowing state and local police to ask for immigration papers during routine traffic stops, rendering most contracts with illegal immigrants unenforceable and requiring schools to ascertain the immigration status of children at registration time.

    Wegen solcher Landesgesetze gibt es enorme Unterschiede im Umgang mit illegals in den USA. Um die Sache noch komplizierter zu machen, ignorieren einzelne Großstädte (sanctuary cities) die entsprechenden Bundes- und Landesgesetze – wir erinnern uns, die Polizei in den USA ist kommunal organisiert. Die Situation verdient vermutlich einen eigenen Eintrag, aber der Streit ist so politisch geladen, dass dieser Autor gewisse Hemmungen hat.

  • Zu Waffengesetzen: Während wir bei Kontroversen sind, einige Notizen zu gun laws. Nach dem zentralen Urteil des Obersten Gerichts zum Zweiten Verfassungszusatz (Columbia vs. Heller 2008) sind die entsprechenden Gesetze von Kommunen und Bundesstaaten gelockert worden; auch einzelne Unis sind betroffen. Waffenkäufe haben stark zugenommen, gleichzeitig ist allerdings die Zahl der mit Schusswaffen verübten Verbrechen laut FBI deutlich zurückgegangen:

    Overall, murders in the U.S. have decreased steadily since 2006, dropping from 15,087 to 12,996. Firearms murders — which made up 67 percent of all murders in the U.S. in 2010 — have followed this trend, decreasing by 14 percent.

    Befürworter und Gegner liefern sich heftige Diskussionen darüber, was das zu bedeuten hat. Zudem steht wieder der Vorwurf im Raum, die US-Presse habe einen Linksdrall (liberal) und verheimliche deswegen den Rückgang der Gewalt in Städten wie Washington oder Chicago, wo der Streit am heftigsten tobte.

  • Zu Waffengesetzen, nochmal: Ein Grund für die Zunahme ist die Zahl der Frauen, die sich Schusswaffen zulegen. Die Waffenlobby NRA berichtet von 20 Prozent mehr Frauen bei ihren Kursen, und es gibt immer mehr Jägerinnen. In diesem Zusammenhang sei auf die Fotoreportage Chicks with Guns verwiesen, das sich zumindest um Neutralität bemüht:

    “I was so surprised by the variety and breadth and diversity of these women,” [Fotografin Lindsay] McCrum said. “There are so many stereotypes about guns, mostly derived from popular culture, but the reality is so much more complex and varied than you can imagine.”

    Insgesamt wird die Zahl der Amerikanerinnen mit Schusswaffen auf 15 Millionen bis 20 Millionen geschätzt, also grob jede zehnte Frau.

  • Zu Englisch in England und Amerika: Der interessierte Leser SW hat einen Cartoon gefunden, der einige der häufigsten Probleme zusammenfasst. Das ist natürlich nur der Anfang – allein die Unterschiede bei to table können einen zum Wahnsinn treiben.
  • Zu duct tape: Das Klebeband hält nicht nur die USA zusammen, sondern spart jetzt auch Geld in Krankenhäusern. Gibt es irgendwas, das Duct Tape nicht kann?
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