ZEUGS: Die von StarCraft inspirierte SciFi-Ausgabe

August 6, 2010

Es mag den interessierten Leser überraschen, aber dieser Autor spielt StarCraft 2 auf Deutsch. Das liegt daran, dass er damals notgedrungen den ersten Teil in der Übersetzung gespielt hat und jetzt weder Zeit noch Lust hat zu lernen, dass ein WBF eigentlich ein SCV ist. Zudem empfindet er (gut) synchronisierte Spiele trotz seines Geschimpfes darüber in diesem Blog als nicht so schlimm wie synchronisierte Filme: Die Hersteller können alles übersetzen – Stimmen wie Schrift – und damit ein ganz anderes Gefühl schaffen.

Blizzard hat sich diese Mühe gemacht, was diesem Autor erst wirklich auffiel, als seine “Space-Marines” (offenbar wie “Ghost” ein deutscher Fachausdruck) irgendwann über eine Rampe mit der Aufschrift “Achtung” liefen. Schön ist auch, dass die Video-Sequenz zum Verrat von Sarah Kerrigan mit dem Schild “Willkommen in Neu-Gettysburg” beginnt. Auch wenn dieser Autor bezweifelt, dass bei allen Germanen die gleichen Assoziationen ausgelöst werden wie bei Amerikanern.

Natürlich kann man StarCraft erst richtig genießen, wenn man es im südkoreanischen Original spielt. Vorher sollte dieser Autor aber wenigstens auf 60 APM [Video] kommen. Falls das in seinem Alter neurologisch überhaupt noch möglich ist.

  • Zu Synchronisationen: Der interessierte Leser MLJ weist darauf hin, dass Buffy im September auf Einsfestival wiederholt wird, offenbar aber nur wieder die (lieblos) übersetzte Version. Sollte ein Digitalkanal nicht auch parallel den Originalton anbieten können? Gehört das nicht irgendwie zum Bildungsauftrag?
  • Zu japanischen Kriegsballons: Der interessierte Leser KG weist darauf hin, dass es ein Spiel zu diesem Thema gibt, Winds of War. Der Autor Richard Berg schreibt dazu:

    No game designer in his right mind would ever think of doing a game on this subject. I, to be sure, am not of the Right-Minded tribe.

    Vielleicht sollte dieser Autor das gegen die Protoss probieren. Bei deren ganzen energiegeladenen Kristallen …

  • Zur Atombombe: In einem wunderbaren Blogeintrag schimpft Scott von Squid314 über die völlig unglaubwürdige Handlung der TV-Serie “Zweiter Weltkrieg” auf dem History Channel, die seiner Meinung nach von Idioten geschrieben wurde:

    Probably the worst part was the ending. The British/German story arc gets boring, so they tie it up quickly, have the villain kill himself […] and then totally switch gears to a battle between the Americans and the Japanese in the Pacific. Pretty much the same dichotomy — the Japanese kill, torture, perform medical experiments on prisoners, and frickin’ play football with the heads of murdered children, and the Americans are led by a kindly old man in a wheelchair.

    Gefunden bei io9, wo in den Kommentaren auch ein schönes Beispiel für leetspeak-Humor auftaucht:

    Roosevelt: get antiair guns
    Churchill: i cant afford them
    benny-tow: u n00bs know what team talk is?
    paTTon: stfu
    Roosevelt: o yah hit the navajo button guys

    Ursprung ist diese längere Version [YouTube], den den ganzen Krieg nacherzählt. Über die Navajo Code Talkers müssen wir noch schreiben.

  • Zu Mormonen: Der interessierte Leser GG hat diesen Autor dafür getadelt, nur Stephanie Meyer als Beispiel genommen zu haben und nicht auch den Hugo- und Nebula-Gewinner Orson Scott Card (Ender’s Game). Recht hat er.
  • Zur Religionsfreiheit: Das Jeditum breitet sich auch in Kanada aus:

    In the 2001 Canadian census […] 21,000 people put “Jedi Knight” for their religion. This in a nation that accepted, in 2009, the Order of the Jedi Knight, Inc., as a federally incorporated non-profit religious entity.

    Was uns wieder zur Synchro bringt.

  • Zur Meinungsfreiheit: Wir hatten die homophobe Westboro Baptist Church vorgestellt, die zu den Beisetzungen von Soldaten reist, um dort den Untergang der USA zu bejubeln und ihre berüchtigten Plakate hochzuhalten. Zur Messe Comic Con in San Diego sind sie in diesem Jahr auch gekommen, sind aber dort mit Gegenplakaten empfangen worden [Fotos]. Darunter: The Cylons destroyed the 12 Colonies for your sins. Wenn das keine Gegenbewegung zu den Jedi wird.
  • Zum Erstkontakt mit Außerirdischen: Aliens landen bekanntlich immer nur in den USA, wie jeder aus dem Kino weiß (und in Monsters vs. Aliens thematisiert wird). Für Amerikaner gibt es daher jetzt hilfreiche Tafeln mit Anweisungen für den Erstkontakt:

    Holding still is the first think you need to do to show them we’re worth our weight in crap.

    Am Ende wird man dummerweise getötet, steht da. Das deckt sich leider im Moment mit den Erfahrungen, die dieser Autor mit den Zerg macht …

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