Was man nach drei Bloody Mary im Spiegel sieht

März 31, 2009

Da offenbar eine ganze Reihe von interessierten Lesern das Webcomic-Blog xkcd verfolgen, wollen wir heute kurz einen Strip erklären, der vielleicht nicht sofort verständlich ist.

Die Protagonistin stellt sich zwischen zwei Spiegeln und sagt:

Bloody Mary, Bloody Mary, Bloody Mary

und duckt sich, worauf Frauen aus dem Spiel springen und aufeinander losgehen. Nein, das hat nichts mit The Ring (oder gar Ringu) zu tun, wo böse Frauen aus Fernsehern steigen. Im Zeitalter von DVDs und Flachbildschirmen hat sich das ohnehin überholt.

Es ist eine Mutprobe für Kinder: Man gehe in ein Zimmer ohne Fenster (oder wenn es draußen dunkel ist), stelle sich vor den Spiegel, schalte das Licht aus und sage dann drei Mal “Bloody Mary”. Dann erscheint angeblich eine Frau, die ihre Kinder getötet haben soll oder eine Axtmörderin ist oder beides. Wenn sie richtig schlecht drauf ist, springt sie aus dem Spiegel. Der Mechanismus des Ganzen ist neben der guten alten Suggestionskraft die beginnende Dunkeladaption des Auges: Man sieht sich selbst, aber zuerst nur verschwommen.

Es gibt natürlich jede Menge Varianten mit Kerzen oder anderen Namen wie “Mary Worth”. Wer richtig böse ist, dreht die Sicherung für das Badezimmer ‘raus oder versteckt sich in der Dusche und ruft im richtigen Augenblock boo! Mit der englischen Königin Mary I. (eine Katholikin, die Protestanten tötete) oder dem Getränk hat das nichts zu tun.

Der Witz bei xkcd besteht also darin, dass es zwei gegenüberliegende Spiegel sind und damit unendlich viele Marys erscheinen, die auf einander losgehen. Wir können nur hoffen, dass es ein zweites Badezimmer im Haus gibt.

[Änderung 1. April 2009: Neue Überschrift]

About these ads
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.143 Followern an

%d Bloggern gefällt das: