ZEUGS: Quake-Waffen, Häuser aus Gras und mordende Sporks

März 27, 2009
  • Zum Wizard of Oz: Die wunderbare Site I Can Has Cheezburger hat wieder eine schmelzende Hexe.
  • Zur Holzhäusern: Wir sollten darauf hinweisen, dass es für den Rahmenbau einen speziellen Hammer gibt, den massiveren framing hammer. Allerdings werden ohnehin eher nail guns benutzt. Diese sind irre gefährlich, so gefährlich sogar, dass sie bei Computerspielen wie Quake als Waffe benutzt wird. Auch das Spiel ist in Deutschland indiziert. Könnte aber auch an der Musik von Nine Inch Nails [YouTube] liegen.
  • Zur Häuserdämmung: Wir haben eine traditionelle Variante vergessen. Ohne Bäume wurden die Häuser auf den Great Plains zuerst aus Torf (sod) gebaut und Soddies genannt. Eine Variante wurde als dugouts in die Erde versenkt, die kühler im Sommer und wärmer im Winter waren und einen gewissen Schutz vor Stürmen und Prärie-Feuer boten. Zwischen 1903 und 1913 sollen in den USA und Kanada etwa eine Million sod houses existiert haben. Viele Bewohner hassten die Dinger allerdings und sie sind im Gegensatz zu den anderen Beispielen als Notlösung zu sehen. Dafür kann man sie im Garten selbst bauen.
  • Zur Todesstrafe: Der interessierte Leser MLJ weist auf die Diskussion in Japan hin, welche Auswirkungen der Umbau des Rechtssystems auf die Todesstrafe haben wird:

    The lawmakers’ concern was that the choice between the death sentence and the second-most severe punishment — life with the possibility of parole after 10 years [...] — will be too daunting for citizens, who will soon be participating in trials as lay judges.

    Untersucht wird nun, ob nach US-Vorbild lebenslänglich ohne Möglichkeit einer Begnadigung (life without parole) eingeführt werden soll. Gegenwärtig befürworten 79 Prozent der Japaner die Todesstrafe.

  • Zu Japans Kriegsstrategie: Dieses Blog (und die Mail) leidet im Moment darunter, dass dieser Autor das mehrfach ausgezeichnete Buch The Making of the Atomic Bomb von Richard Rhodes liest. Wir lernen dort unter anderem, dass die Japaner bei ihrem Atombombenprogramm nicht nur mit den üblichen technischen Problemen und dem Rohstoffmangel zu kämpfen hatten, sondern auch mit der Ahnungslosigkeit der zuständigen Militärs. Der leitende Physiker Yoshio Nishina hatte im November 1944 folgenden Wortwechsel mit General-Major Nobuuji:

    Nobuuji: If uranium is to be used as an explosive, 10 kg is required. Why not use 10 kg of a conventional explosive?

    Nishina: That’s nonsense.

    Immerhin können die Japaner für sich beanspruchen, zuerst auf die Idee mit der Wasserstoffbombe gekommen zu sein: Tokutaro Hagiwara von der Universität Kyoto sprach im Mai 1941 davon. Making wird in die Bücherliste aufgenommen werden.

  • Zu Sporks: Während wir von Wissenschaft mit fatalen Folgen sprechen, verweisen wir Dank des interessierten Lesers StS auf einen weiteren Comicstrip von xkcd hin. Der Schlüsselsatz: We know what we are doing.

[Geändert 16. Mai 2009: Hinweise zum japanischen Rechtssystem verallgemeinert, weil die Sachlage sehr viel komplizierter ist. Problem zuerst erkannt von MO, vielen Dank]

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