ZEUGS: Der Fall des Christentums, Watchmen-Details und Trinkspiele

März 11, 2009

Fünf Punkte in einem Zeugs-Eintrag, das ist einfach zu wenig. Zum Glück hat Buffy gerade erklärt, dass Andrew, egal wie nervig er ist, auch zur Familie der Scoobies gehört, und damit können wir auf sechs Punkte aufstocken.

  • Zur Religion: Einer neuen Umfrage zufolge nimmt die Zahl der bekennenden Christen in den USA rapide ab. Das heißt nicht, dass andere Religionen gewinnen, sondern dass der drittgrößte “Glaube” hinter Katholiken (25,1 Prozent) und Baptisten (15,8 Prozent) inzwischen no religion (15 Prozent) heißt.

    The challenge to Christianity [...] does not come from other religions but from a rejection of all forms of organized religion.

    Der Anteil der Christen ist demnach innerhalb von 18 Jahren um mehr als elf Prozent gefallen. Die Zahl der Juden (jetzt 1,2 Prozent) nimmt ebenfalls ab. Sie liegen inzwischen gleichauf mit den “neuen” Religionen wie Wicca. Der Anteil der östlichen Religionen hat sich mehr als verdoppelt (auf 0,9 Prozent), der Anteil der Muslime verdoppelt (auf 0,6 Prozent). Wir erinnern uns, dass es keine offiziellen Zahlen gibt, weil die amerikanische Regierung wegen der Trennung von Kirche und Staat keine Fragen zum Glauben stellen darf.

  • Zur Religion, nochmal: Wer den letzten Punkt tatsächlich ganz gelesen hat, wird sich auch für einen Kommentar von Michael Spencer von Internetmonk.com im Christian Science Monitor interessieren, das auch außerhalb von Kirchenkreisen für einige Aufmerksamkeit sorgt: Er sieht das evangelikale Christentum vor dem Zusammenbruch. Warum?

    Evangelicals have identified their movement with the culture war and with political conservatism. This will prove to be a very costly mistake.

    The culture war ist ein feststehender Ausdruck in der amerikanischen Innenpolitik, den wir in einem eigenen Eintrag erklären sollten. Spencer hat übrigens auch darüber geschrieben, warum diese evangelical Christians in den USA so verhasst sind.

  • Zu Geschichte: Nicht nur Comic-Fans, sondern auch Geschichts-Freaks sollten sich Watchmen im Kino anschauen: In der Öffnungssequenz [Video] wird auf so viele (leicht veränderte) geschichtliche Ereignisse angespielt, dass man dazu einen ganzen Eintrag machen könnte. Das SciFi-Blog io9 hat allerdings schon viel vorweggenommen.
  • Zu Ayn Rand: Und das bringt uns wieder zu Atlas Shrugged, denn offenbar soll Rorschach ein “Objectivist superhero” sein. Mehr noch, kein geringerer als Steve Ditko ist ein Ayn-Rand-Fan:

    In his personal life, while many others during the ’60s chose meditation, yoga or free pot and sex to search for self-liberation, Ditko adopted the philosophies of Ayn Rand, the objectivist writer that underground cartoonist Robert Crumb has parodied in his comics.

    Wer jetzt fragt, wer Steve Ditko ist, kriegt Ärger mit radioaktiven genetisch veränderten Spinnen.

  • Zu Dr. Seuss: Die interessierte Leserin JBP weist darauf hin, dass man Fox in Sox auch als Trinkspiel verwenden kann.
  • Zu den amphibischen Dingsbums-Schiffen: Der interessierte Leser MH hat seinen Bruder, einen Leutnant zur See, nach dem richtigen deutschen Namen befragt. Die Antwort lautete:

    Amphibisches Landungsschiff [...] Da wir nicht so große Schiffe (oder auch Alleskönner) haben und bauen muss man das Schiff anhand der Hauptaufgabe vergleichen. Und das ist die Aufgabe eines Landungsschiffes.

    “Wir” sind im Fall die Deutschen, also “ihr”. Nur nochmal zur Sicherheit.

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