ZEUGS: Neue Hiroshima-Fotos, britische Gewalt und Waffengesetze

Mai 5, 2008
  • Zu den Atombomben: Die Hoover Library and Archives haben zehn neue Fotos (Warnung: Leichenbilder) von Hiroshima nach dem Bombenangriff veröffentlicht. Sie wurden von einem unbekannten Japaner aufgenommen, der US-Soldat Robert L. Capp entdeckte die Filmrollen in einer Höhle vor der Stadt. In den vergangenen Jahren ist, eher unbeachtet von den Europäern, viel neues Material über die Angriffe hinzugekommen, insbesondere weil 1995 die Geheimdienstarchive geöffnet wurden.
  • Zu historischen Dokumenten: Wir können auch neue Fotos von der Vereidigung von Abraham Lincoln von 1865 anbieten. Das dürfte 2009 etwas weniger wuselig werden.
  • Zu Fotos: Wer immer noch nicht genug von Bildern hat, die Kongressbibliothek hat eine umfangreiche Flickr-Seite eingerichtet, unter anderem mit Bildern aus den 30ern und 40ern. Auch unsere Freundin Rosie the Riveter ist dabei.
  • Zu Gewalt beim Sport: Damit sich die Fußballfans unter den interessierten Lesern nicht so für ihre Hooligans schämen müssen: Auch in Kanada kommt es schon mal zu Randale nach einem Eishockey-Spiel. Diese Kanadier! So ein gewalttätiges Volk!
  • Zu Waffengesetzen: Der BBC, nach eigenem Eingeständnis [PDF] nicht der pro-amerikanischste Sender der Welt, zieht einen Vergleich zwischen Gewalt im britischen und amerikanischen Alltag. Der USA-Korrespondent Justin Webb schreibt:

    I have met incredulous British tourists who have been shocked to the core by the peacefulness of the place, the lack of the violent undercurrent so ubiquitous in British cities, even British market towns. [...] Along with the guns there is a tranquillity and civility about American life of which most British people can only dream.

    Dieser Autor weiß nicht genug über die Situation auf der Insel, um etwas dazu sagen zu können. Ob der Kommentar von Instapundit - An armed society is a polite society - ironisch gemeint ist, mag der interessierte Leser selbst entscheiden: Der Blogger, Justizprofessor Glenn Reynolds, tritt für ein liberales Waffenrecht ein.

  • Zu Waffengesetzen, nochmal: Die US-Regierung will in Nationalparks die Regel aufheben, nachdem keine geladenen Schusswaffen mitgeführt werden dürfen. Stattdessen sollen die Gesetze des entsprechenden Bundesstaates gelten. Ein ursprüngliches, völliges Waffenverbot wurde 1930 im Kampf gegen Wilderer erlassen und später gelockert. Die Nationalparks unterstehen dem Bund.
  • Zu Sprachbildern: Wer die Diskussion über den Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und seinem Ex-Pastor Jeremiah Wright in den US-Medien und -Blogs verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass eine Formulierung immer wiederkehrt: to throw somebody under the bus, wie zum Beispiel bei TalkLeft. Der Kommentar von cmugirl:

    It’s time to make some popcorn.
    Obama threw Wright under the bus.
    Wright threw Obama under the bus.
    Now Obama is throwing Wright under the bus again.

    Klar, was das bedeutet: Jemand wird geopfert oder aus Eigennutz verraten. Interessant ist nun, woher das Bild kommt, denn das weiß niemand so richtig. Und die wichtigste Frage wird auch nicht beantwortet: Wie heißt der Busfahrer?

  • Zu Liberal: Die Pew-Forschungsgruppe hat eine Wahlumfrage veröffentlicht, in der die Kandidaten auf einer Skala von liberal über moderate bis conservative aufgetragen sind; die Grafik findet sich etwa in der Mitte des Textes. Auch Amtsinhaber George W. Bush ist dabei. Wir sehen daran, dass liberal als Synonym für “links” herhalten muss. Die Mehrheit der US-Wähler stuft sich übrigens als leicht konservativ ein.
  • Zu thou and thee: Wer den Podcast Grammar Girl verfolgt, wird es schon wissen: Die Sprachwissenschaftlerin Elaine Stotko von Johns Hopkins hat entdeckt, dass Kinder in Baltimore yo als geschlechtsneutrales Singular-Pronomen benutzen, also statt he oder she. Als Beispiel wird I saw yo at school genannt. Wir werden sehen, ob das, äh, Schule macht.
  • Zu Liebe zwischen den Bundesstaaten: In einer nicht ganz ernst gemeinten Liste von Empfehlungen an Hillary Clinton, wie sie am Dienstag die Vorwahl in Indiana gewinnen kann, finden wir:

    Do not, under any circumstances, mention the state directly to the south of Indiana.

    Zum Verständnis muss man noch wissen, dass Hoosier der Spitzname für Leute in Indiana ist.

  • Zu Steuererklärungen: Die von Präsident George W. Bush ist wieder veröffentlicht worden. Er verdient immer noch weniger als sein Vize-Präsident.
  • Zur Präsidentenanrede: Die interessierten Leser RA und BP weisen darauf hin, dass nach internationalen Regeln Staats- und Regierungschefs auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt das Anrecht auf den Titel behalten, insbesondere also der deutsche Bundespräsident. Hoffentlich weiß das auch Jack Bauer!
  • Zu Essgewohnheiten: Das neue Blog Nothing for Ungood weist darauf hin, dass Amerikaner keinen Mais auf ihre Pizza tun:

    So stop selling pizza with corn on it as “American Style”. Maybe in turn we’ll quit calling vanilla pudding in a dough nut Bavarian creme.

    Schön ist auch der Hinweis, dass Deutsche schneller essen als Amerikaner, was die Schönste Germanin mit etwas anderer Betonung bestätigen würde. Man bemerke die Klage über das Fehlen von free refills.

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