ZEUGS: Hasselhoff im Rausch, tief sitzende Hosen und der Sieg der Nüsse

Juni 16, 2007

Kind Nummer Eins hat eine Mittelohrentzündung, Kind Nummer Zwei schnupft und will nicht schlafen, die Schönste Germanin braucht Zeit für einen Schub Arbeit und dieser Autor hat nicht nur selbst eine laufende Nase, sondern ist bis ins Mark erschüttert von der Nachricht, dass die nächste Folge von Buffy Staffel 8 erst Anfang August erscheint. Daher gibt es heute einen ZEUGS-Eintrag, auch wenn etwas über die Finanzierung der amerikanischen Unis geplant war.

  • Zur Rekrutierung: Folge 5 von Staffel 8 wird auf der Titelseite (als variant cover) eine Anspielung auf das “I want you for U.S. Army”-Plakat von James Montgomery Flagg [JPG] haben – nur dass bei Buffy “I want you to be strong” steht. Der interessierte Leser denkt natürlich sofort an das kleine Mädchen mit dem Baseball-Schläger aus Staffel 7.
  • Zur Meinungsfreiheit bei Prominenten: Sagten wir David Hasselhoff? Als Beispiel für das faktische Fehlen von Privatsphäre bei öffentlichen Personen mag ein Video [YouTube] des Schauspielers dienen, das zeigt, wie er auf dem Fußboden versucht, betrunken einen Hamburger zu essen. Das sollte jemand mal mit Thomas Anders versuchen.
  • Zur Meinungsfreiheit in Schulen: Wir hatten erwähnt, dass der volle Schutz des First Amendment nicht für Schulen gilt, weil es dort einen Bildungs- und Erziehungsauftrag gibt. Ein Beispiel dafür finden wir nun an der Maria Carrillo High School in Kalifornien, wo die inzwischen 18-Jährige getadelt wurde, weil sie eine 2003 abwertende Bemerkungen über Schwule gemacht hatte. Ihre Eltern klagten dagegen erfolglos. Haben wir doch gesagt.
  • Zur Offenlegungspflicht bei Politikern: Wie angeordnet haben die Clintons ihren blind trust geöffnet und wie erwartet macht sich die Presse mit Begeisterung über den Inhalt her. Aktien von Rüstungskonzernen und Wal-Mart finden sich zum Beispiel da, oder besser, sie waren dort zu finden, denn die Senatorin und der Ex-Präsident haben kurzen Prozess gemacht und alle Aktien verkauft. Bargeld ist halt viel unverfänglicher.
  • Zur Autonomie der Städte: Ein einprägsames Beispiel dafür, dass die Kommunen in den USA eigene Gesetze erlassen können, bietet uns Delcambre in Louisiana: Dort soll es für zu tief hängende Hosen eine Geldstrafe von 500 Dollar geben. Wieder ein Modetrend, der an diesem Autor spurlos vorbei gegangen ist, was diesmal aber wohl selbst die Schönste Germanin nicht bedauern wird.
  • Zum Spelling Bee: In diesem Jahr war es kein deutsches Wort, das den Sieg im Buchstabierwettbewerb brachte, sondern serrefine. Interessant ist, dass der 13-jährige Sieger Evan O’Dorney gar nicht zur Schule geht, sondern von seinen Eltern zu Hause unterrichtet wird. Das ist das berühmte home schooling, auf das wir auch werden eingehen müssen. Wir sollten erwähnen, dass an zweiter Stelle ein Kanadier war, denn die dürfen auch teilnehmen, vermutlich weil es in Nunavut so langweilig ist.
  • Zu Executive Orders: Für die Erlasse von Präsident George W. Bush gibt es einen einfacheren Zugang als die Datenbank des Nationalarchivs: Sie sind auf der Website des Weißen Hauses aufgelistet.
  • Zur Gesetzgebung: Der interessierte Leser AD weist auf die Folge “Mr. Spritz Goes to Washington” der Simpsons (Episode 14, Staffel 14) hin, wo Krusty der Clown ein Kongressabgeordneter wird und ein Gesetz durchbringt. Das dort beschriebene Verfahren ist, äh, leicht anders.
  • Zum Wizard of Oz: Der interessierte Leser K hat mehr Folgen von Scrubs gesehen als dieser Autor und weiß deswegen, dass die Episode 7 von Staffel 5 “My Way Home” der Geschichte von Dorothy gewidmet ist. Und wie stellt man Toto da, wenn Hunde nicht ins Krankenhaus dürfen? Als iPod mit dem Lied “Africa”.
  • Zu Nüssen: Die erbosten Fans von Jericho haben etwa 25 Tonnen Erdnüsse bei CBS eingehen lassen (nebenbei: eine amerikanische ton sind nicht 1.000 Kilo, sondern 907 Kilo). Und es hat geklappt: Die Serie kommt wieder, zumindest für eine halbe Staffel. Offenbar hat CBS unterschätzt, wie viele Leute die Serie im Internet oder auf digitalen Videorecordern gucken statt um eine bestimmte Uhrzeit vor dem Fernseher zu sitzen. Das hat die Diskussion angefacht, ob die traditionellen Nielsen-Ratings als Maß für die Zuschauerzahl überhaupt noch so wichtig sind.

(Was uns zu einer Fußnote für die Buffy-Zweifler bringt: Staffel 8 entwickelt sich zu einem Riesenerfolg für den Verlag Dark Horse Comics. In dem von Diamond Comic Distributors herausgegebenen Verkaufsranking erreichte Heft 1 den 9. Rang, Heft 2 immerhin den 12. Rang. Beide sind neu aufgelegt worden. Buffy war im März und April der einzige Titel unter den Top 40, der nicht von Marvel oder DC stammte. Da kann man doch nicht einfach bis August Pause machen!)

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